Feminismus oder Wissenschaft?

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Man kann also im Grunde männliche und weibliche Leistung nicht miteinander verwechseln, sie sind ihrem Wesen nach verschieden, wenn das Ganze des Menschentums apostrophiert wird. Ihre Gleichheiten sind Irrtum.
Wer sie doch verwechselt, und zwar prinzipiell, der ist ein Feminist. Und dies eben kann als die Definition des Feminismus angesehen werden, dass er über wesentliche Verschiedenheiten hinwegsieht, während er aus unwesentlichen Ähnlichkeiten sein Kulturprogramm der Emanzipation und Gleichberechtigung der Frau entwickelt. [1]

Inwieweit man aus derart empirischen Beobachtungen, sofern überhaupt – noch – vorhanden, irgendwann einmal zu einer logischen Beweiskette kommt, aus der man eine mehr oder minder schlüssige Theorie formulieren kann, vergleichbar mit der Evolutionslehre, ist nicht abzusehen, schon deshalb, weil die Zahl scharfsinniger Beobachter und Sammler solcher Unterschiede sich asymptotisch an die Null anschmiegt. Vielmehr versucht man zu beweisen, dass es solche Gegensätze nicht gibt oder wenn doch – noch – vorhanden, ausschließlich auf kulturelle Konditionierung zurückzuführen sind. Die Thesen sind zwar nicht schlüssiger, im Biologischen sogar schreiend unsinnig, als die Sichtweise Blühers, aber sie dominieren gegenwärtig den öffentlichen Diskurs, weil man Lehrstühle und zugehörige Professoren, welche die polare Mutmaßung des Geschlechterproblems präferieren, an den Universitäten der „westlichen“ Welt vergebens suchen wird.

Was nebenbei bemerkt zeigt, wie politisiert Wissenschaft mittlerweile ist. Wer die Beziehungen der Geschlechter unter die Kuratel des Feminismus stellt, welcher widersprechende Ansätze dämonisiert, der betreibt keine Wissenschaft, sondern schnöde Politik. Auf Dauer wird das sowohl dem Ansehen der Wissenschaft im Ganzen, wie auch den Wissenschaftlern schaden.

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[1] Hans Blüher; Der bürgerliche und der geistige Antifeminismus; 1906

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3 Antworten to “Feminismus oder Wissenschaft?”

  1. Don't care Says:

    Der Feminismus ist doch infam, nicht nur ignorant. Unter dem heuchlerischen Deckmantel einer ständig beschworenen Gleichheit wird doch permanent Ungleichheit, im Sinne einer impertinenten Frauenbevorzugung krakeelt. Da wird dummdreist als Herbeiführung v. „Gleichheit“ verkauft, wenn das eine Geschlecht ständig geschmäht und massiv benachteiligt wird, weil das andere „OpferInnen-Geschlecht“ angeblich unter allerlei zusammen-haluzinierten und -gelogenen Nachteilen „stöhnt“.

    Und die perfiden Lügen-Dogmen sind so krass widersrpüchlich, dass man kotzen könnte. – Da werden zum Bleistift alle Unterschiede als kulturelle Prägungen postuliert. Wird allerdings mal wieder ein männliches biologisch/hormonell bedingtes „Defizit“ (im Sinne feministischer Paradigmen) „entdeckt“, wird das mit einer rotzfrechen Süffisanz herausposaunt und die ExponentInnen dieses Irrsins überbieten sich in hämischer Niedermache des „Untermenschen Mann“.

    • Mcp Says:

      Nö, ich widerspreche Dir. Der Angriff richtet sich nicht gegen den Mann, sondern gegen das Weib. Der Mann ist lediglich ein „Kollateralschaden“ im feministischen Trommelfeuer. Man versucht den Eros des Weibes zu dekonstruieren: Der Feminismus ist primär Frauenfeindlich.

      Denk nach, Mann.

  2. Don't care Says:

    Soso, dann sind die ständigen Selbstvergötterungen und Männer-Verteufelungen, die dreisten Frauenbevorzugungen, die ewigen FrauInnen-Opfer- und Männer-Täter-Mantras, Missbrauchs- und Gewalt-in-der-Ehe-Insinuationen gegen Männer, die Pay-Gap-Lüge, die Frauenquoten, etc. etc, frauenfendlich ??? – Der Feminismus ist allenfalls (auch) feindlich gegen das traditionelle Frauenbild (des vom Patriarachat versklavten Heimchens). Aber das Haupthassobjekt ist doch unverkennbar die „Fehlkonstruktion der Natur“ = Mann.
    Wenn Maria Solana und all ihre EpigonInnen „frauenfeindlich“ war/sind, bin ich der Kaiser von China !!

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