Weib oder Staat!

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Aus der Tatsache nun, dass die Frau in diesem entscheidenden Sinne ungeistig ist, stellt der Antifeminismus die Forderung auf, dass sie unter keinen Umständen herrschen darf. Vom Votum einer Frau darf im Staate niemals etwas abhängen. Denn der Staat ist, mag er in jedem gegenwärtigen Zustande noch so verfahren sein, doch dazu berufen, größtes und mächtigstes Werkzeug des Geistes in der Welt zu werden. Da aber die Frau weder den Geist noch den Staat im Grunde ihres Wesens ernst nehmen kann, so darf sie auch nichts in ihm zu sagen haben. Die Frau ist Familien-Wesen und nur das. Zu meinen, dass der Staat eine erweiterte Familie sei, ist ein abgründiger Irrtum. Tiergattungen, die nur die Familie in sich haben, können nur flüchtige Herden bilden, keine Staaten. Hierzu gehört noch ein anderes Gesellungsprinzip, an dem die Frau nicht teilhat.[1]

Diesen Passus lasse ich vorsichtshalber unkommentiert. Zur Erhellung sei lediglich angemerkt, das Blüher zwischen zwei autonomen Prinzipien unterscheidet: dem männlichen Geist und dem weiblichen Eros.

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[1] Hans Blüher; Der bürgerliche und der geistige Antifeminismus

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4 Antworten to “Weib oder Staat!”

  1. Der Tronjer Says:

    Na, dann will ich mal einen Kommentar wagen!

    Da steht geschrieben, was die Menschheit, eher die Mannheit, seit Jahrhunderten weiß und seit Jahrhunderttausenden in sich als Instinkt trägt.

    Erst seit der Erfindung des Staates als Familienersatz, beginnend mit der Sozialgesetzgebung, erodiert dieses Wissen. In einer reinen Friedensgesellschaft sind Männer nicht mehr gefragt. Auch in der Zuchtwahl bevorzugt das Weibchen häufig den Verweiblichten. („Mann“ möchte ich dieses Zwitterwesen nicht nennen.) Zum Glück nicht immer.

    Da es mit dem Frieden bald vorbei ist, so bin ich mir sicher, ändert sich dies wieder.

  2. Vinneuil Says:

    In „Moral und Hypermoral“ schlägt Arnold Gehlen in eine ähnliche Kerbe – der Liberalismus erscheint ihm als „elargierte Familienethik“, die Besitz von Bereichen ergriffen hat, die von anderen ethischen Prinzipien bedingt sind, entsprechend Blühers „Zu meinen, dass der Staat eine erweiterte Familie sei, ist ein abgründiger Irrtum.“

  3. Der Tronjer Says:

    Lieber Vinneull,

    erlauben Sie mir den Fokus auf Frieden/Krieg zu legen. Der letzte Krieg beseitigte unsere männlichem Erzieher.

    Sie kennen die Beobachtung? Eigentliche Männer vertreten weiche, will sagen verweiblichte Positionen? Natürlich! Um Weibchen abzubekommen? Lebten wir im 19. Jhdt., so ahnt man, wären dies Kavellerie- oder Grenadier-Offiziere.

    Es sind wir verweiblichten Männer, die diese weibliche Sicht auf Staat und Gesellschaft zulassen.

    Erst wenn wir männlichen Individuen es erreichen, unser Inneres vom Weiblichen befreien, werden wir auch wieder Männer sein. Und wir merken oder werden merken, daß uns die Weiblichkeit ob unserer Männlichkeit anbetet. Und bald wird unsere Männlichkeit auf den verfallenden Straßen Rest- und Post-Deutschlands relevant werden: Die Wehrhaftigkeit.

    Die Weiblichkeit (in uns allen) erzeugte erst die Situation (Bürgerkriegslage), in der die BRUTALE Männlichkeit auferstehen wird.
    Wahrscheinlich nicht zum ersten Mal in der Geschichte.

    • Mcp Says:

      Ich will mich nicht in die Diskussion einmischen, gebe aber zu bedenken, das die „Verweiblichung“ keine Frage von Erziehung oder von Krieg und Frieden zu seien scheint. Man betrachte die angloamerikanischen Heere und ihre Kriege, das hat mit Männlichkeit nicht allzu viel tun, außer vielleicht, dass man dort Männer abrichtet wie Pawlowsche Hunde. Auch Frauen, dass haben sie in der Geschichte mehr als einmal bewiesen, sind sehr wohl in der Lage Krieg zu führen und unsägliche Grausamkeiten zu begehen. Die russischen Frauenbataillone waren bei Wehrmachtssoldaten genauso gefürchtet, wie Emanzen zu Zeiten der Französischen Revolution. Die Fixierung der Männlichkeit auf das Thema Gewalt, wie sie bei Ihnen durchzuscheinen scheint, ist eine Erfindung des Feminismus.

      Nein, in dieser speziellen Frage folge ich Alfred Bäumler, der die Ursache für diese spezifische Form der Dekadenz in der fortschreitenden Urbanisierung vermutet und eine ganze Reihe logischer Argumente vorweisen kann, die diese Thesen stützen. Ich bin mit Blüher noch nicht ganz fertig, vielleicht kommen wir später auf das Thema zurück.

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