Merkmale der Männlichkeit

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Ich bin immer wieder von Neuem erstaunt, zu sehen, wie junge Männer, geborene Führergestalten, angebetet von jungen Mädchen, sie zu Füßen habend: sie doch nicht berühren. Mit einem sittlichen Gebote hat das nicht das mindeste zu tun, denn kaum jemand erkennt es als sittliches Gebot an, sie nicht zu berühren. Sie tun es nicht, weil sie es nicht wollen. Es hat für ihren Eros keinen Sinn.[1]

Der Mann ist kein triebgesteuertes Tier, das mit heraushängender Zunge jeden wohlgeformten Weiberarsch hinterherhechelt. Jugendliche Testosteron-Bomben ausgenommen, aber diese Phase ist meist schnell überwunden. Im Gegensatz zum weiblichen Eros kennt die Männlichkeit viele Ausdrucksformen, die sich wohl auf das Geschlecht beziehen, sich aber nicht über Sex definieren. Die dort, von feministischer Seite, hineininterpretierte „Homoerotik“, ist eben genau dort nicht nur verpönt, sondern wird bei Bekanntwerden auch schwer geahndet. Sexuelle Enthaltsamkeit, zu der sich heute nur noch katholische Priester bekennen, ist historisch betrachtet, ein vergessenes Merkmal der Männlichkeit, die die Askese zum maskulinen Ideal erhebt. Es gibt in der weiblichen Vorstellungswelt nichts, was sich damit vergleichen ließe. Die alternde Jungfer ist noch heute – gerade unter Weibern – eine Hassfigur, mitnichten Vorbild. [2]
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[1] Hans Blüher; Der bürgerliche und der geistige Antifeminismus
[2] Man könnte mir jetzt die mittelalterlichen Klöster und Frauenorden vorhalten, in denen sehr wohl sexuelle Abstinenz zum Glaubensinhalt wurde. Ich will ihr Opfer auch nicht kleinreden, aber selbst hier spielt der Eros des Weibes die Hauptrolle: diese Frauen waren und sind mit Gottes Sohn verheiratet. Für Männer eine vollkommen undenkbare Figur: Man stelle sich einen katholischen Männerorden vor, der sich mit Maria verheiraten wollte.

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7 Antworten to “Merkmale der Männlichkeit”

  1. Elsa Says:

    Das liegt ja nun wohl daran, dass Jesus Christus der Bräutigam ist, die Kirche, damit die jeweilige zölibatär lebende Frau, eben seine Braut. Während Maria durchaus sowohl mit dem Hl. Geist als auch mit dem Hl. Joseph bestens versorgt war.
    Im Übrigen musst du langsam aufpassen, du verrennst dich mit deiner Weiberfeindschaft allmählich. Nicht, dass es mich persönlich störte in meiner Eigenschaft als Weib, aber es wird halt langsam fad und gebiert keine neuen oder weiters originellen Gedanken.

    • Mcp Says:

      Ich bin kein Weiberfeind, zeig mir eine Zeile in der ich mich schlecht oder abschätzig über Frauen äußere. Ich rezipiere hier einen Text von Hans Blüher über Antifeminismus, dass ist ein Abfallprodukt eines anderen Projektes. Das ich den Feminismus, wie den Kommunismus und den Sozialismus, für eine geistige Verirrung halte, macht mich noch lange nicht zum Frauenfeind. Das genaue Gegenteil ist Fall: die mit Abstand wichtigsten Menschen in meinem Leben waren oder sind Frauen, nur eben keine Flintenweiber. Wie Menschen, respektive die Geschlechter, ihre Beziehungen untereinander organisieren, das sollte ihre Sache sein und bleiben und sich nicht nach irgendwelchen ideologischen Grundsätzen richten müssen.

  2. Don't care Says:

    Haha, hörst es, Mcp, wie die ersten Mahnungen und Warnungen abgelassen werden. Wer sich gegen die heiligen Dogmen des Zeitgeists „versündigt“, wird alsbald an den Ohren gezogen. – Oisa, „gut aufpassen“, wie es oben schon anklang.
    Das „Weibliche“ in seiner offenbar v. „Mutter“ Natur aufgetragenen Rolle als „Korrektiv männlicher Irrungen und Wirrungen“ wird doch solche fürwitzigen Geanken nicht weiter „ins Kraut schiessen“ lassen.

  3. Herberg Says:

    Es gibt nicht nur eine, sondern viele Männlichkeiten – die internationale Sozialwissenschaft hat bewiesen, dass sich Männer absolut nicht gleich verhalten .. als meine Webseite hab ich eine Literaturliste gepostet (Kategorie „Männlichkeiten“ anklicken)

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