Dritte Wahl

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Mit Wulff hat der schlechtere Mann gewonnen. Er ist bestenfalls dritte Wahl.

Dass er es vielleicht nur deshalb schaffte, weil die Linke nicht für Gauck votierte, ist dabei mehr als nur bemerkenswert. Die Linke hat gestern die Maske fallen lassen: lieber Honecker, Merkel und Wulff, als den freiheitlichen Gauck. Die Merkelrepublik ist der DDR vermutlich schon viel ähnlicher als wir denken. Zumindest lässt das Verhalten der Linken darauf schließen.

Wäre der Bundespräsident gestern vom Volke gewählt wurden, dann hieße er heute Gauck. Was nichts über die „Klugheit“ des Volkes sagt. Denn Gauck war das Anti-Merkel Torpedo [1] der SPD mit geringen Aussichten auf Erfolg, geschweige Macht. Würde der Bundespräsident vom Volke gewählt, wäre Gauck nimmer zum Kandidaten aufgestiegen, hätte ihn die Presse niemals über den grünen Klee gelobt. Wer sich im Falle einer Direktwahl heute Präsident nennen dürfte, wage ich mir gar nicht erst auszumalen. Der linksliberale Mainstream könnte bei einer Volksabstimmung jede beliebige Schwuchtel in Amt und Würden jubeln und das Volk würde vor lauter Entzücken „Hosianna“ brüllen. Der Pöbel schwatzt, was die Medien soufflieren. Vox populi, vox Rindvieh.

Die laute Klatsche für Merkel hat mich diebisch gefreut. Die dämlichen Gesichter auch. Gott sei Dank aber bleibt durch Wulff vorerst alles beim Alten. In Anbetracht drohender Alternativen – man denke sich nur Gabriel als Kanzler – ein Trostpflaster für jeden verkappten Konservativen. Zwar wäre mir mittlerweile ein rechter Sozi tausendmal lieber als die linksliberalen CDU-Hofschranzen unter Merkel, aber ob etwa Steinmeier die Koordinaten seiner Partei wirklich wieder nach rechts verschieben könnte, bleibt mehr als fraglich. Nach Merkel droht, aus purem Mangel seriöser Alternativen, ein noch drastischerer Linksruck hiesiger Politik, als unter der CDU-FDP Regierung bereits geschehen.

In der Natur überlebt nur der Stärkste, in einer parlamentarischen Demokratie ist es gerade umgekehrt. Dort bleiben nur die Unfähigsten, die eben, die jenen, die im Hintergrund die Fäden ziehen, nicht in die Quere kommen können. Insofern hat diese Republik genau den Präsidenten, den sie verdient.
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[1] Im Grunde war der Kandidat Gauck eine doppelt perfide Personalie gegen die ehemalige FDJ-Sekretärin Merkel. Der unangepasste Oppositionelle gegen jene ostdeutschen Wendehälse, die in jedem politischen Regime Karriere machen.

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4 Antworten to “Dritte Wahl”

  1. Arminius Says:

    Unter dem linken Dreamteam Merkel/Seehofer ist weder von der ?DU noch von der CSU eine wertekonservative Politik zu erwarten. Auch in der zweiten und dritten Reihe dieser Parteien sind keine Personen zu sehen, die Anlaß zur Hoffnung geben. Die beiden Parteien sind einfach marode.

    Aber sie binden immer noch einen großen Teil der konservativen Wähler, die ihnen teils aus sentimentalen Gründen, teils als das kleinere Übel ihre Stimmen geben. Doch wie lange werden diese Wähler die Faust noch in der Tasche lassen? Es wird Zeit, daß für sie und uns alle etwas Neues geschaffen wird, doch der Weg für eine neue Partei ist steinig und mit Nazikeulen gepflastert. Auch ist die ?DU in den konservativen Hochburgen noch stark in der Kommunalpolitik und besitzt die Infrastruktur, den Aufstieg einer neuen Partei zu verhindern. Deshalb kann dieses Neue aus den Trümmern der ?DU/CSU entstehen.

    Natürlich wird es zwischen dem Untergang der ?DU/CSU und dem Aufstieg einer neuen Partei zu einer linken Horrorregierung kommen, doch machen wir uns nichts vor:
    Die Forderung der Linken von heute sind die ?DU-Politik von morgen.

    • Mcp Says:

      Ja, ich gebe Dir recht. Ich bin nostalgisch. Allerdings warne ich davor zu glauben, die Entstehung einer neuen Partei wäre ein Automatismus. Das Gegenteil ist der Fall: einen europäischen Vielvölkerstaat hält man nur mit Repression zusammen und dadurch, dass man jedwede Opposition rigoros unterdrückt. Jugoslawien und die Sowjetunion sind nur letzte Beispiele für diese These. Die politische Klasse, längst nicht nur die Deutsche, wird das Aufkommen einer Bewegung rechts von der CDU mit brachialer Gewalt unterdrückten. Auch jenseits aller rechtsstaatlichen Erwägungen. Das dazu notwendige Sonderrecht ist längst im Entstehen.

  2. Don't care Says:

    Aufstieg einer neuen Partei ???- Sehr zweifelhaft.
    Das feige, duckmäuserische, nach 65 Jahren Nazikeulenmassage zermürbte, deutsche Stimmvieh wird auch die rotgrünfeministischsten Infamien wie die berüchtigte Schafherde über sich ergehen lassen.
    Im Gegentum, man wird ihm weiter einflüstern, dass es immer noch zu wenig „soziale Gerechtigkeit“, „Gleichstellung!, „Kulturelle Bereicherung“, zu viel „Klimasünden“, faschistische Überbleibsel, „Kapitalismus und Grossverdiener gibt. Und sie werden verblendet und verblödet, wie sie eh schon sind, mitkrakeelen, und noch mehr draufzahlen und sich noch mehr beschimpfen und verteufeln lassen. – Die Hexenjagden nach den pöhsen „braunen „Saboteuren“ der lichten Zukunft werden noch irrwitzigere Formen annehmen.
    Die wenigen Hellsichtigen und noch Mobilen werden immer massiver abwandern (solange noch möglich). – Es werden keine Wähler für eine „?DU 2.0“ übrig sein.

    Übrigens: Wie wäre es eigentlich, unsere „Elite“ beherzigte einen Spruch unseres „Grossen Kommunistischen Literaten“ B. Brecht von der Abwahl des Volkes und der Wahl eines neuen. – Die könnten doch z. B. uns abwählen und die Nordkoreaner dafür erwählen. Wir würden unsere „Dompteure“ beim Umzug nach Pjönjang gerne mit allen Kräften unterstützen.

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