Gedanken vor dem Gottesdienst

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Ein neuer peinlicher Sexskandal stört die Ferien von Papst Benedikt XVI., die er in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo verbringt. Italienische Zeitungen haben am gestrigen Samstag über homosexuelle Geistliche in Rom berichtet, die in Nachtlokalen Partys der Schwulenszene besuchen. Einladungen zu diesen privaten Festen erhielten Priester über Chats oder SMS, erzählten Vertreter von Homosexuellenorganisationen. «Einfache Priester ebenso wie hohe geistliche Amtsträger, unter ihnen Bischöfe, besuchen diese Feten», sagte Fabrizio Marazzo von der Vereinigung «Arcigay».[1]

So langsam werde ich solcher Nachrichten wirklich müde. Wenn ich eine Kirche betrete, dann will ich Gott verherrlichen, ihn lobpreisen, zu ihm beten, ihn um Vergebung bitten, mich vor ihm in den Staub werfen.

Dort will ich nichts hören von angeblich hungernden Negerkindern, Ungerechtigkeiten, von Frauenrechten, von Kondomen, Homosexuellen, Pornografie, Missbräuchen, Klimawandel, Vatikanum II. und anderen Schweinkram.

In meiner Kirche will ich Ruhe finden, Einkehr halten, zur Besinnung kommen, mich auf das Wesentliche konzentrieren: auf Gott, sonst nichts. Dort will ich beten und beichten. Aber nicht zu einer Frau. Schon beim neuzeitlichen Marienkult platzt mir gelegentlich der Kragen.

Ausmisten den Augiasstall! Sofort. Hippi-Priester in den Ruhestand. Schluss mit Blasphemie und Häresie.

In meiner Kirche soll die Zeit stillestehen, soll sie bedeutungslos zu Boden sinken. Soll es sein, wie es vor 2000 Jahren war. Soll der Gott herrschen, zu dem meine Vorväter beteten. An nichts anderes will, an nichts anderes kann ich glauben. Meine Kirche, der Fels vor der Brandung, auf den ich mich an jedem Sonntag rette. In der Stunde vor Mittag wird alles andere, selbst Familie, bedeutungslos.

Wenn sich das Kirchenportal schließt, dann soll die Welt draußen bleiben, dann begebe ich mich in Gottes Hand, dann betrete ich sein Reich. Dann will ich Zwiesprache halten mit der Ewigkeit. Freilich nur, wenn mein Pfaffe heuer nicht, wieder einmal, wie der fleischgewordene Zeitgeist schwätzt. Uns aus der „Volkszeitung“ vorliest, statt aus der Bibel.

Oh Herr, beschere uns Hirten, die Deiner würdig sind. [Klone Alipius]

Auf in den Gottesdienst. Trotz alledem.

Warum? Weil wir Christen sind. Weil wir glauben.

______
[1] Schwule Priester feiern in Rom erotische Feste ;  NZZ Online

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8 Antworten to “Gedanken vor dem Gottesdienst”

  1. sinus Says:

    Wenn Gott mal nicht zuhört, grade am Sonntag da macht er oft frei, könnte man eigentlich auch Adolf Hitler anbeten. Würde kaum einen Unterschied machen. Vielleicht ein heißer Tip für Sie?

    • Monika Says:

      Katholiken beten keine Geschöpfe an.

      • Markus Says:

        Naja, die unselige Heiligen- und Marienverehrung im Volkskatholizismus kommt dem Tatbestand der Anbetung schon ziemlich nahe.

        (Und eigentlich verstösst jedes Kruzifix gegen das Bildverbot, aber von den Biblischen Geboten wird halt auch nur das beachtet, was einem in den Kram passt; das hat 2000 Jahre Tradition 😉

      • sinus Says:

        siehst du Mcp, Markus spricht mir nach, da nützt dann auch das Löschen nichts. Armer alter Mcp.

  2. Mcp Says:

    Hallo Hofnarr. Das kannst Du besser. Beim nächsten unqualifizierten Eintrag kommt die Kündigung in Richtung Papierkorb. Das gilt für Dich und deinen Homunculus.

  3. Kassandra Says:

    „Oh Herr, beschere uns Hirten, die Deiner würdig sind.“

    Amen!

    Aber, es gibt sie, diese Hirten. Gott schütze und behüte sie!

  4. alipius Says:

    Gulp…

    Klonen?

    Aber: Danke für das Vertrauen und die Vorschuß-Lorbeeren!

    Und danke auch für das wunderbare Bild der in der Kirche bedeutungslos zu Boden sinkenden Zeit!

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