Linksradikales Programm

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Aber im Buch, das man ganz lesen muss, mit allen Anmerkungen, ist noch mehr Zündstoff: Ganz übersehen wird von vielen, die Sarrazin heute feiern, sein geradezu linksradikales Programm zum Umbau unseres Bildungssystems. Er fordert nicht nur staatliche Hausbesuche nach der Geburt, um die Mütter in Ernährungsfragen und Kinderpflege anzuleiten. Er möchte anschließend eine Kitapflicht, die grundsätzlich auf Ganztagsbetreuung ausgerichtet sein soll. Nach einigen Jahren käme das Kind in die Grundschule, auch sie eine Ganztagsschule. Dort gäbe es keinen Fernseher, und alle trügen Uniform. Und dann immer so weiter: „Zumindest für die größeren Kinder muss die Ganztagsschule so aufgebaut sein, dass sie zu Hause neben dem Wochenende nur den Feierabend verbringen.“[1]

Sarrazins Analyse mag im Großen und Ganzen richtig sein, seine Schlussfolgerungen sind es nicht. Was Sarrazin vorschlägt, ist nicht anderes als die Verstaatlichung unserer Kinder, hier holen ihn linke Mythen von der durch Erziehung herstellbaren Gleichheit ein. Schon aus diesem Grund ist Sarrazin kein Rassist oder ein Rechter.

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[1] Sarrazin-Debatte: Lesen ist nicht genug – Das Buch – Feuilleton – FAZ.NET.

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