Vaterfreuden

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Wenn ich ehrlich bin, hätte ich dem letzten Typen (Vaterklage II) eine Faust in die grinsende Fresse gehauen. Ging grad nicht. Hatte Frau im Arm und Tochter an der Hand.

Gott sei Dank, Mann hat große, wohlerzogene Söhne. Noch mal anspucken wird Grinsebold mich nicht. Der Händedruck meiner Tochter wurde spürbar größer, als die „Auwa“-Schreie hinter mir kläglich verklangen. Meine Frau hat mir in die linke oder die rechte Arschbacke gekniffen und mir erotisch ins Ohr gehaucht: Scheiß Mafiosi.

Ich denke mal, sie hat zu viele amerikanische Filme zu gesehen, um das gerecht beurteilen zu können.

Das ist natürlich nie geschehen. Alles erdacht.

Es ist nicht nur anstrengend Vater zu sein.

2 Antworten to “Vaterfreuden”

  1. Meyer Says:

    Einen Glückwunsch an und einen Glückwunsch zu den Söhnen.

    Der Vergleich mit der „Mafia“ war strukturell sogar zutreffend. Die Mafia verlängerte die zeitliche Geltung des Fehderechts. Das Fehderecht ist auch in Deutschland erst mit dem Dreißigjährigen Krieg verschwunden. Aber nur ein starker Staat kann diese wirksame Altrechtsordung verdrängen. Verzichtet der Staat darauf, sein Gewaltmonopol auszuüben, wie in Ihrem vorliegenden Fall, so kann wirksamer Schutz vor Übergriffen nur von einer über allem schwebenden Drohung unverhältnismäßiger Rache als Strafe ausgehen.

    In dem Maße, wie der Staat verschwindet, alleine schon wegen Geldmangels, wird die alte Fehdeordnung wieder zurückkommen. Das bedeutet nichts anderes, als die Rückverwandlung ins Mittelalter oder ins Kosovo. Daraus wird zwingend eine Privatisierung der Sicherheit erfolgen, wie sie schon längst erkennbar ist. Und alle, die sich keinen Sicherheitsdienst leisten können, werden gezwungen, in eine clanmäßige Ordnung zu flüchten.

    Die moderne Industriegesellschaft dürfte mit unserer staatlichen Ordnung nach China entfleuchen.

    Also noch einen Glückwunsch an und zu Ihrer Frau. Sie hat die Zeichen der Zeit erkannt.

  2. Benedikt Says:

    Ein Wallfahrtslied Salomos.

    Wenn nicht der Herr das Haus baut,
    müht sich jeder umsonst, der daran baut.

    Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht,
    wacht der Wächter umsonst.

    Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht
    und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen;
    denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf.

    Kinder sind eine Gabe des Herrn,
    die Frucht des Leibes ist sein Geschenk.

    Wie Pfeile in der Hand des Kriegers,
    so sind Söhne aus den Jahren der Jugend.

    Wohl dem Mann, der mit ihnen den Köcher gefüllt hat!
    Beim Rechtsstreit mit ihren Feinden scheitern sie nicht.

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