Deutschland, Deutschland über alles

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Der chilenische Präsident Sebastián Piñera hat sich dafür entschuldigt, dass er bei seinem Deutschland-Besuch ins Gästebuch des Bundespräsidenten eine Zeile aus der geächteten ersten Strophe der deutschen Nationalhymne geschrieben hatte. Er habe nicht gewusst, dass die von ihm auf Deutsch niedergeschriebene Zeile „Deutschland über alles“ Erinnerungen an die NS-Zeit wach rufe, erklärte Piñera in Santiago de Chile. „Mir war es überhaupt nicht bewusst, dass dieser Satz in Verbindung mit einer dunklen Vergangenheit dieses Landes stehen könnte, und darum tut es mir leid und ich bitte in dem Fall um Entschuldigung“, schrieb der Staatschef.[1]

 
Man kommt vor Lachen kaum noch in den Schlaf. Ein Chilene kennt sich in der deutschen Geschichte besser aus, als der echauffierte „Buprä Wuff“ samt Gefolge.

Hier die Aufhetzung zum Rassenhass und die Verherrlichung der NS-Diktatur – zum inbrünstigen Mitsingen. Ohne die dritte Strophe. Ich werde mich nicht entschuldigen.

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

_______
[1]Panne: Piñera entschuldigt sich für „Deutschland über alles“ ; WELT ONLINE.

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13 Antworten to “Deutschland, Deutschland über alles”

  1. walteranamur Says:

    Ja, wenn man dies so liest, erkennt man grossen Sanierungsbedarf, sage ich als Schweizer..

  2. Don't care Says:

    Ja vor allem unsere „deutschen Frauen“ haben heutzutage einen derart „alten, schönen Klang“, dass man nicht so viel fressen könnte, wie man kotzen möchte, so man diesen „anmutigen, liebreizenden, verzückenden Klang“ vernimmt. –
    Ein „Sargagel“ übrigens, die unserem Aussterben weiter Vorschub leistet. – Wer, der noch einige Tassen im Schrank hat, will sich mit solchem verwöhnten, hochmütigen, eingebildeten, arroganten, rotzfrechen, niederträchtigen, eiskalten, rücksichtslosen Zickentum auf eine „Lebens- u. Fortpflanzungs-Gemeinschaft“ einlassen ? –
    Mit diesen ewige Opfermonopole und infame Bevorzgung dreist beanspruchenden FrauInnen ?- Na denn Prost !!

  3. alipius Says:

    Realsatire

  4. Meyer Says:

    Befund: Schwere Neurose.

  5. Meyer Says:

    Ich habe für mich beschlossen, nie wieder irgendeine dritte Strophe vor der zweiten und keine zweite Strophe ohne erste zu singen.

    Außerdem ist die Wacht am Rhein viel schöner.

  6. Yon Says:

    Realsatire, ja…

    Die zweite Strophe macht einen beim Lesen schon was traurig.

    • Mcp Says:

      Traurig? Warum?

      • Yon Says:

        Naja, was ist davon übrig? Ich kann mich ja nichtmal als „deutsche Frau“ bezeichnen, ohne dass sich ringsum Leute zu Tode hyperventilieren. Nicht, dass ich allzuhäufig Anlass dazu hätte, aber faktisch bin ich das ja nun mal.
        Und „zu edler Tat begeistern“… ach ja… muss ich das weiter ausführen?😦

  7. Arminius Says:

    Das hätte der Herr Präsident aber wissen müssen. Der Nationalsozialismus gehört schließlich zu Deutschland. Genauso wie neuerdings der Islam.

  8. Spero Says:

    Nach dem der chilenische Praesident ja nun sicher einige Lateinamerikanische Hymnen kennt, kann man ihm wohl kaum veruebeln, dass er die 1. und 2. Strophe des Deutschlandliedes fuer nicht sehr spektakulaer oder sogar aechtenswert befand. Man schaue sich nur mal die mexikanische an, die uebrigens jedes Schulkind lernen muss: „wir stapfen durch das Blut unserer Feinde“, “ Das Blut der Feinde duengt den Boden unseres Vaterlandes“ usw…

    Ich erinnere mich, als wir anlaesslich der Weltjugendtages in Koeln belgische Jugendliche bei uns in der Gemeinde hatten, da hat einer auch spaeter ins Gaestebuch geschrieben: „Deutschland, Deutschland ueber alles!“ Aber nicht um uns zu verarschen, sondern weil er die ganzen zwei Wochen beim WJT in Deutschland einfach Hammer fand und, wie er selbst sagte, seine Vorurteile uber Deutschland auf den Kopf gestellt wurden: perfekte Organisation und menschliche Kuehle wurde erwartet, nahezu das Gegenteil wurde erlebt.

  9. abitene Says:

    ich find die deutsche Hymne ok und dieses ewige Rumgereite auf der Nazizeit und das Schämen-Müssen, weil ich Deutsche bin, geht mir auf den Wecker.

  10. Imrahil Says:

    Die erste Strophe singe ich ernstlich nicht. Es heißt zwar über alles „in der Welt“, so daß wir in keine religiösen und da die Ehe ein Sakrament ist, auch in keine Konflikte mit der Familie kommen, aber als Bayer und bayrischer Patriot kann Deutschland für mich erst nach Bayern kommen und Deutschland soweit Bayern zu Deutschland gehört. (Dagegen verstehe ich unter „Lokalpatriotismus“ nicht Stadtviertel vor Stadt und Stadt vor Landkreis und Landkreis vor Regierungsbezirk.) Zumal mit Deutschland vielleicht nicht von Hoffmann von Fallersleben, aber in der späteren Praxis ein preußisch-geführtes Deutschland gemeint gewesen ist.

    Übrigens, ich singe dem ehrenvollen preußischen Staatswesen gerne das Lied vom Guten Kameraden, bildlich gesprochen, aber gerade als Deutscher muß ich im Alliierten Kontrollratsbeschluß über die Auflösung Preußens, wie unberechtigt der auch immer gewesen ist, fast so etwas wie die Gründungsurkunde meines Volkes erblicken. „Preußen geht nun in Deutschland auf“, was ein preußischer König in einem lichten Moment behauptet hat.

    Ach ja, und die zweite Strophe heißt bei mir: „sollen wiederum erhalten“.

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