Göttliches Rätsel

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Des Rätsels Lösung: Juden, die an Jesus Christus als den Messias glauben, luden auf diese Weise zum Glauben an den Sohn Gottes ein, wie das Magazin „israel heute“ (Jerusalem) berichtet.[1]

Ich muss gestehen, in habe damit ein gewisses Problem. Diejenigen, die an Christus glauben, sind keine Juden, sondern Christen. Das Christentum kennt keine Rassen, nur Gläubige. Wieso also bezeichnet „idea“ gläubige  Christen als Juden?

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[1] Göttliche Knöllchen.

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7 Antworten to “Göttliches Rätsel”

  1. Don't care Says:

    Das könnte aber auch damit zusammenhängen, dass die Bezeichnung „Jude“ sowohl im religiösen, als auch ethnischen Kontext gebräuchlich ist. Das wiederum rührt offenbar daher, dass zumindest anfänglich die Angehörigen des jüdischen Glaubens als eine homogene Ethnie betrachtet wurden. – Die „Kongruenz“ beider Kriterien ist heutzutage eigentlich kaum noch gegeben. Viele Israelis oder Hebräer sind keine „religiösen Juden“ – Ob es heute noch gäubige Juden nichthebräischer Abstammung gibt, oder gab (Chasaren ?), ist umstritten.

    Während der Diaspora indessen war der jüdische Glaube offenbar ein Kitt, der die identitätsstiftend (und abgrenzend) wirkte, und daher die einfache Gleichung „Jude (Glaube) = Jude (Volk)“ als plausibel erscheinen liess.

    Insbesondere während der rassischen Verfolgungen durch die braunen Rassenparanoiker wurde die Bezeichnung „Jude“ mehr auf die Abstammung und weniger die Religionszugehörigkeit bezogen gebraucht.

  2. Meyer Says:

    Weil Juden, eben gerade nach dem AT, eine Ethnie sind. 12 Stämme Israels. Und damit kennt auch die Bibel zumindest Völker. Bis Jesu Christus war nach meinem Verständis Gott der Gott des Bundes mit dem Volk Israel.

    Der von mir nicht verehrte Reich-Ranicki hat sich immer als Juden, nicht als Polen und nicht als Deutschen bezeichnet – obwohl er Atheist ist. Für Heinrich Heine gilt das gleiche.

    Wenn Gott allmächtig ist, so hat er auch die Völker, wenn schon nicht direkt geschaffen, so wenigstens für deren Entstehen den willentlichen Anstoß gegeben. Das folgt demselben Gedanken, wie der katholischen Naturrechtslehre, der auch alle heute linken Protestanten folgen.

    • Mcp Says:

      Vor 1789 war die Begrifflichkeit klar geregelt: Jude war, wer in die Synagoge ging. Bei Pogromen rettete der Übertritt zum Christentum das Leben. Fürderhin galt die Person als Christ, wenn auch misstrauisch beäugt. Die Ethnie spielte damals keine Rolle. Zumindest im christlichen Denken. Christ kann jeder werden.

      Jude wird man offensichtlich durch Geburt. Denn anders lässt sich der Behuf auf eine angeblich jüdische Ethnie nicht erklären. Demnach wäre beispielsweise Stephan Kramer ein Deutscher jüdischen Glaubens, sowie es offenbar Juden christlichen Glaubens gibt.

      Ergo hat der Begriff „Jude“ nichts mit dem jüdischen Glauben zu tun. Ganz wie bei den Nazis: Bei denen wurden auch Konvertiten verfolgt, soweit der Stammbaum reichte.

      • Meyer Says:

        Stimmt. Martin Luther gilt ja vielen als Antisemit, was natürlich völliger Schwachsin ist. weil er sich gegen die Juden im religiösen Sinne wendete und nicht gegen die Ethnie. Allerdings war er deutscher Patriot.

        Allerdings halte ich es für richtig, „Juden“ als ethnischen Begriff zu verwenden und für die Religion den Begriff „mosaischer Glauben“. Rein aus Zweckmäßigkeitserwägungen: Welche Bezeichnung sollte die Ethnie denn sonst haben? Vorschlag: „Nachfahren des Volkes Israel“?

        Eingebürgerte Staatsbürger als „Deutsche“ zu bezeichnen, empfinde ich als genauso hirnrissig. Wenn also ein Türke ein Deutscher sein soll, wie heißt dann ein deutscher Deutscher? Dasselbe Problem haben die Türken ja auch mit den Kurden („Bergtürken“). Ich halte Türken, Kurden, Deutsche und Juden für ethnische Begriffe. Österreicher, Liechtensteiner, Schweizer oder Amerikaner ist ein rein staatsbürgerlicher Begriff. Bei uns müßte man zweckmäßigerweise „Bundesrepublikaner“ sagen.

        Das kann man auch alles anders sehen, halte ich aber heutzutage für unzweckmäßig und in ihren Wurzeln abernteuerliche Propagandaerfindungen à la „1984“, eine Art zielgerichtete Amerikanisierung in Richtung melting pot. Bei den Juden mag vielleicht die Aufnahme in den Glauben auch gleichzeitig die Aufnahme in die Volksgemeinschaft bedeuten. Einerseits könnte man das aus der Sonderstellung des Volkes Israel zu Gott im AT sehen, andererseits hat der abgeschlossene Glaube die Juden in ihrer Ethnizität erst in der Diaspora überdauern lassen.

        Ich weiß natürlich auch, daß ich mit einem traditionellen Katholiken spreche, der den lutherischen Nominalismus sicherlich ablehnt. Ist genau dieser doch auch die Wurzel der Spaltung zwischen den westlichkirchlichen Bekenntnissen.

  3. Yon Says:

    Des Rätsels Lösung gibt es, soviel ich weiß, nicht:
    Die „messianischen Juden“ sind zum Teil auch gar keine gebürtigen Juden, sondern auch schwer judentumbegeisterte Christen, nein, das klingt zu abfällig – Christen, die glauben, um richtig Christ zu sein, müsse man nach dem jüdischen Gesetz leben. Die betrachten das dann als „messianisches Judentum“, werden aber weder von Juden noch von Christen so richtig anerkannt und sitzen damit tragischerweise zwischen allen Stühlen.
    Dass sie unter Juden nicht sonderlich beliebt sind, liegt auch daran, dass manche Gemeinden darüber in der Missionstätigkeit keine Rechenschaft ablegen und z.B. russischen gebürtigen Juden, die vom Judentum praktisch keine Ahnung haben, vormachen, DAS sei das ganz normale, richtige Judentum („Hast Du auch eine vollständige Bibel?“). Aus ihrer Sicht sicher nachvollziehbar, aber für Außenstehende doch eher unehrlich.

    Das mal, soviel ich dazu weiß. Ergänzungen und Korrekturen sind sehr willkommen.

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