Post mortem christianisiert

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Abendland definiert heute offenbar jeder nach seinem Gusto. Mal sind es die Juden, mal der Islam, die es geprägt haben oder noch sollen. In der jüngsten JF bringt Karl Heinzen eine neue Variante ins Spiel, indem er von „heidnischen“ Wurzeln schwafelt und sich dabei auf die griechische Antike beruft.

Das ist ein doppelter Brüller. Denn erstens war die Antike alles andere als „heidnisch“ und zweitens kennen wir sie, die Antike, nur deshalb so gut, weil die Kirchenväter Sokrates, Platon und Aristoteles post mortem christianisiert haben.

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3 Antworten to “Post mortem christianisiert”

  1. LePenseur Says:

    Denn erstens war die Antike alles andere als „heidnisch“ …

    Sondern was?

    … und zweitens kennen wir sie, die Antike, nur deshalb so gut, weil die Kirchenväter Sokrates, Platon und Aristoteles post mortem christianisiert haben.

    Naja. Bis zur Renaissance kannte man diese deri (und andere) faktisch nur in ihrer „christianisierten“ Version. Seit der Renaissance allerdings hat sich das durchaus geändert — und auch in einer kritischen Distanz zur früheren, christianisierten Rezeptionsgeschichte.

    • Mcp Says:

      Die „Heiden“ sind eine Erfindung der Kirchenväter. Unter dem Begriff subsumierten sie alles, was nicht explizit christlich war. „Heiden“ gibt es also erst nach Christi Geburt und die Antike war tief religiös, wie man aus diversen Gerichtsprozessen weiß. Auf Gotteslästerung stand die Todesstrafe. Stichwort Hermenfrevel.

      Zum anderen war die Renaissance keine außerkirchliche Angelegenheit, sie war im Gegenteil zutiefst christlich motiviert. Man studiere die Entstehungsgeschichte der Petersdomes oder mache sich kundig über die Lebensläufe der Renaissancepäpste. Die herrlichsten Gemälde zur Verehrung Gottes stammen aus jener Zeit. Die Kirche war damals das, was man heute als Sponsor bezeichnet. Ohne die katholische Kirche keine Renaissance. Sie ging von Italien aus und war Teil der Gegenreformation. Man sehe sich Luthers Schmähschriften an.

      Die Christianisierung der Griechen war um 1500 schon abgeschlossen. Ohne diese theologische Vorarbeit wäre die Renaissance kaum möglich gewesen.

  2. templarii Says:

    ahh vernunft… schön. wie eine oase in der wüste

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