Die Menschwerdung des Satans

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Der neuere Humanismus hat die leibliche, zuweilen grausame Hinrichtung eines Delinquenten, durch den sozialen Tod ersetzt, der manchmal sogar über das natürliche Hinscheiden hinausreicht, weil man Toten systematisch die Würde raubt.

Humaner wäre es, dem Verurteilen die freie Wahl zwischen einem Leben ohne Freiheit und Würde oder einem kurzen, schellen Tod zu lassen. Lieber Tod als Sklave sein: Der gewaltsame Tod kann auch ein Akt der Befreiung und der Vergebung zugleich sein, einer Vergebung, zu der sich der moderne Humanismus offenbar nicht mehr durchringen kann. Er redet auch über Tote schlecht.

Mich täuscht, das ist eine Bestialisierung des Strafgedankens, man tötet nicht mehr, man quält. Nicht körperlich, sondern seelisch und man versteckt die lebenslange Folter hinter dem Dogma der Resozialisierung, wohl wissend das die Gesellschaft den einmal Stigmatisierten nie mehr zur Ruhe kommen lässt.

Im Mittelalter war der Teufel kein Mensch, sondern ein Abstraktum, konnte das Schlechte den Menschen zwar verführen, war der Mensch selbst aber ein Geschöpf Gottes, gehörte er zum Guten, konnte ihm jederzeit Gnade erwiesen und Vergebung gewährt werden. Man fand nichts dabei, für eine Seele zu beten, auch wenn sie in der Hölle schmorte.

Der Humanismus verneint nicht nur Gott, er hat den Beelzebub vermenschlicht. Der Mensch ist nicht mehr nur aus „krummen Holz geschnitzt“ und Sünder allzumal, er ist vielmehr zur Ursache allen Übels, zum Zentrum des Bösen geworden. Zur „Bevölkerungsbombe“, zum „Menschenmüll“, zum „Zellklumpen“, zur „anthropogenen Ursache“ aller ultimativen Weltuntergänge, die uns Hollywood oder der „Club of Rom“ regelmäßig „offenbaren“.

Der moderne Humanismus hasst den Menschen, er will den „Neuen“. Er ist die Umkehrung der christlichen Botschaft, in der Gott Mensch wurde, um „den Menschen“ vom Bösen zu erlösen. Der neue, der gottlose Humanismus hat, metaphorisch, die Pforten zur Hölle gewaltsam aufgebrochen und Satan ist heraufgestiegen, um Mensch zu werden. Die christliche Welt abstrahiert das Böse und konkretisiert das Gute, die Aufklärung tut das genaue Gegenteil.

Dem biblischen Teufel ist Vergebung fremd. Das erklärt, warum man in säkularen, gottlosen Kulturen die subtile, lebenslange seelische Folter, dem kurzen Prozess vorzieht, letzteren sprichwörtlich „verteufelt“.

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2 Antworten to “Die Menschwerdung des Satans”

  1. alipius Says:

    Astrein!

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