Humorlos und ironieresistent

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Skandalöse Filmaufnahmen beschäftigen die amerikanische Öffentlichkeit: Demnach wurden auf der „USS Enterprise“ Homosexuelle verunglimpft.[1]

Man darf heutzutage alles und jedes lächerlich machen: Blondinen, Ostfriesen, Gott, Juden, Nazis, Frauen, Männer – nichts ist vor vulgärer Satire sicher – denkt man. Warum nun ausgerechnet die Schwulen davon ausgenommen sein sollen, es gar ein Skandal oder eine Verunglimpfung ist, wenn sie, ob ihrer sexuellen Besonderheiten, der allgemeinen, freien und gleichen Lächerlichkeit preisgegeben werden, ist mir kein Rätsel: Die Typen sind offenbar absolut humorlos und vollkommen ironieresistent.

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[1] Skandalfund: Bizarre Schwulen-Videos auf US-Flugzeugträger; WELT ONLINE.

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3 Antworten to “Humorlos und ironieresistent”

  1. Phil Says:

    Sie wissen halt einfach, daß es gute Gründe gibt, über sie witze zu machen.
    Im Gegensatz dazu können Blondinen, Ostfriesen, Juden, Frauen, Männer, Gott ohnehin und anscheinend selbst Nazis das anscheinend ab.

    Man verzeihe mir diese politische Inkorrektheit, aber Homosexuelle, die sich über homophobe witze aufregen sind sowas von gay…

  2. Gabriel Says:

    Wenn man Tony Anatrellas Artikel „Homosexualität / Homophobie“ im „Lexikon Familie“ (des Päpstlichen Familienrates) gelesen hat, wundert es einen überhaupt nicht.

  3. Don't care Says:

    Es ist ein brauchbarer Lackmustest für die Seriösität bestimmter „Gruppen“, ob sie Satire, Ironie oder gar Spott vertragen können. – Die gehässige Anfeindung der „Witzereisser“ oder „Spötter“ durch die „beleidigten Leberwürste“ ist doch ein implizites Eingeständnis, dass die in den Witzen tranportierten „Klischees“ nur zu zutreffend sind.
    Es ist auch ein Ventil gegen verordnete Kotaus gegenüber „bestimmten Gruppen“. – So hatten Witze über die Nomenklatura Konjunktur im Ostblock, insbesondere um gegen deren penetrante Zwangs-Huldigungen zurückzufeuern. –
    Je grösser die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist, desto leichter und zahlreicher lassen sich Witze und Spott (er)finden.

    Noch ein kleiner Einspruch zum Satz:
    „Man darf heutzutage alles……“ – gilt nicht nur nicht für Homos, sondern auch FrauInnen sind ebenfalls mit der Aura der Nichtkritisierbarkeit bzw. „Nichtverspottbarkeit“ umgeben. –
    Verletzung dieses „Tabus“ wird mit ähnlicher Verve und Gehässigkeit verfolgt. –
    Das gilt eigentlich für fast alle „heiligen Kühe“ der PC-Hohepriesterschaft und Inquisitoren. – So man sich erdreistet eines der mit dem „Verfolgtes-Opfer“-Etikett versehenen „Objekte“ mit Ironie zu „besudeln“, wird die PC-Keule zur alsbaldigen „Knüppel-aus-dem-Sack“- Aktion
    ausgepackt.

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