Lebensversicherung für Unsterbliche

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Ein scheinbar geniales Anlagemodell: US-Bürger schließen eine Lebensversicherung ab und verkaufen sie noch zu Lebzeiten an einen Fonds. Dessen Anleger bezahlen die monatlichen Prämien weiter und kassieren die Versicherungssumme, wenn der Versicherte stirbt.[1]

Dass solche „Rechnungen“ nicht aufgehen, weiß jeder Versicherungsmathematiker, weil die Höhe der Prämien ähnlich wie die Wahrscheinlichkeiten im Roulette berechnet werden: Im Schnitt gewinnt immer die Bank, also die Versicherung, weil eine große Zahl der Versicherten mehr einzahlt, als sie ausbezahlt bekommen. Die Versicherung wettet zudem nicht auf ein kurzes, sondern ein möglichst langes Leben des Versicherten, weil sich mit der Fortdauer der Prämienzahlung auch die Gewinn- und Provisionsspanne erhöht. Der Idealfall für eine Lebensversicherung ist ein Vertrag mit einem Unsterblichen.

Wetten auf einen frühen Tod, sind ein Extra-Profit für die Versicherungen. Das ist kein Geschäftsmodell, sondern Betrug; mindestens jedoch ein fragwürdiges Glücksspiel, weil die Gewinnchancen mieser sind als in „6 aus 49“. Als „geniales Geschäftsmodell“ kann so etwas nur durchgehen, weil die „Anleger“ weder rechnen, noch logisch denken können.

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[1] Geldanlage: Fatale Wetten auf den Tod; FOCUS Online.

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2 Antworten to “Lebensversicherung für Unsterbliche”

  1. bee Says:

    Nun, vllt. sollte man erwähnen, dass soche Ankaufaktionen meist nur zu einem Leicht erhöhten Rückkaufwert – den ja auch die Versicherungen anbieten – geschehen oder auch aufgrund sogenannter Dread-Disease-Cases – die es ja auch gegen Aufpreis bei neueren Versicherungsprodukten gibt. Ich kann mich noch gut an den Boom dieser Gesellschaften in den 90igern erinnern, die in USA geziehlt die Policen von Aids-Erkrankten aufkauften, die sonst ihre (Sterbe-)Pflege nicht bezahlen konnten. Das mag einen moralisch gruseln, war aber oft der einzige Ausweg für die Kranken.

    • Mcp Says:

      Ich will ja nicht behaupten, es gäbe keine Gewinner bei solchen Systemen, nur überwiegen die Verluste der Vielen, während nur Wenige profitieren.

      Dieses System beruht einerseits auf der Not, die es ausbeutet und anderseits auf blinder Habgier, die es fördert.

      Nein, dieses System heißt nicht Kapitalismus. Nein, der Ausweg heißt nicht Sozialismus.

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