Die Scherbenhügel der USA

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Zuerst das Immobilien-Debakel, dann das Banken-Beben. Jetzt kollabieren die Zinspapiere der Städte und Staaten – viele werden Leute entlassen müssen.[1]

Der Monte Testaccio ist ein Hügel in Rom, der vollständig aus Scherben besteht. Hier häuften die antiken Römer ihre zerbrochenen Amphoren an, die als Tribute aus den unterworfenen Provinzen in der Ewigen Stadt eintrafen.

Die gigantischen Schuldenberge, welche die Amis angesammelt haben, sind dem Monte Testaccio ganz ähnlich. Im Grunde bezahlt das Ausland das, was die Amerikaner an privaten oder staatlichen Schuldenbergen auftürmen, wobei sich der „freundliche“ Hegemon in der glücklichen Lage befindet, die Waren oder Dienstleistungen, die ihm seine Vasallen liefern, mit bedrucktem Papier „bezahlen“ zu können, welches die amerikanische Notenbank jederzeit nachdrucken kann und welches er ausdrücklich auch nicht zurückzunehmen braucht, respektive kann.

Denn die Chinesen und die anderen „Bundesgenossen“ könnten auf die Idee verfallen, mit den über ihre Warenlieferungen angehäuften Dollars, so nennt sich das bedruckte Papier, auf Einkaufstour in den USA zu gehen und sich ihre Ware dadurch zurückholen, dass sie diese mit Dollars bezahlen. Dann hätte der Ami zwar viele Dollars, aber nichts mehr in den Supermärkten, was man kaufen könnte.

Das hat nur den Haken das der „Wert“ der sich im Umlauf befindlichen Geldmenge der sogenannten „Leitwährung“, den Wert der amerikanischen Volkswirtschaft mittlerweile drastisch übersteigen dürfte. Dieses bunte Papier ist schließlich das Gleitmittel für den internationalen Warenaustausch, muss also wesentlich höhere Werte abdecken, als die USA produzieren oder überhaupt wert sind.

Macht auch nichts, man kann nämlich die „fehlenden Werte“ an den Finanzmärkten generieren, das heißt anlegen, zum Beispiel in sogenannten „Internet-“, „Immobilien-“ oder „Finanzblasenblasen“.

Diese platzen zwar regelmäßig, aber das gehört zum System, denn es ist der Gläubiger – in den meisten Fällen ist es wieder das Ausland, genauer der ausländische Steuerzahler – der auf seinen Schulden sitzen bleibt, während sich die amerikanische Volkswirtschaft in regelmäßigen Abständen über solche Großpleiten entschuldet. Defacto hat der Steuerzahler, der für die Schulden der Banken aufkommen muss, siehe „Rettungsschirm“, damit Tribut bezahlt, nur nennt das heute keiner mehr so.

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[1] Anleihen: Die nächste US-Finanzkrise rollt an;FOCUS Online.

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2 Antworten to “Die Scherbenhügel der USA”

  1. Freitag Says:

    Ich rate jedem, möglichst viele Immobilien zu kaufen. Warum sollten die Chinesen auf die verrückte Idee kommen Ihre eigenen Waren aus den USA zurück zu kaufen? Selbst wenn, Ihre Einkommensquelle würde versiegen. Die USA hat nichts mehr von Wert, nicht mal mehr Naturgüter, Monsanto sei dank. Es bleibt nur noch die Frage nach dem Warum! Wer hat den Zusammenbruch geplant und wem nützt er?

    • Mcp Says:

      Warum die Chinesen auf die Idee kommen sollten? Wenn sie anderswo für den Dollar nichts mehr kaufen können, weil ihn keiner mehr haben will und man andere Währungen vorzieht.

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