Die Mär vom autonomen Menschen

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Wer die Autonomie der Frau ernst nimmt, sollte alles unternehmen, Elemente der Fremdbestimmung – wie Druck von außen, finanzielle Notlage, Alleingelassenwerden – zu eliminieren, damit Frauen nicht zur Lösung zweiter Wahl greifen müssen.“ [1]

Das ist ein wirklich blödes Argument. Kein Mensch ist „autonom“. Von Mafiabossen abgesehen. Autonomie heißt „Selbstgesetzgebung“ und wo gibt es eine menschliche Gesellschaft, in der sich jeder seine eigenen Gesetze macht?

Niemand ist autonom, außer dieser stellt sich, wie ein gewöhnlicher Krimineller, außerhalb von Familie, Gesellschaft und Staat. Die Frau hat auf die Wünsche des Vaters genauso Rücksicht zu nehmen, wie umgekehrt der Mann auf die der werdenden Mutter und beide auf das werdende Kind. [2] Das gilt ganz genauso in allen anderen menschlichen Gemeinschaften und ausgerechnet bei einer Schwangerschaft soll das anders sein?

Der Sinn jeder natürlichen Existenz, nicht nur der des Menschen, ist die Zeugung und Erziehung von Nachwuchs. Es gibt keinen anderen, irgendwie höheren Sinn des Lebens. [3] „Seid fruchtbar und mehret euch.“ Aus die Maus.

Wenn eine Frau „autonom“ handelt, dann nehme ich es ihr einfach nicht ab, dass ihr die Kindestötung „schwer“ gefallen ist, dann handelt sie schlicht und ergreifend abgrundtief egoistisch, weil sie andere Interessen ignoriert. Dann verdient sie auch nicht, dass man ihre zur Kenntnis nimmt. Zumindest in der Mehrzahl der Fälle, von den wenigen abgesehen, bei denen eine medizinische Indikation oder andere widernatürliche Umstände vorliegen.

Der Mensch kann sich frei entscheiden, für sein Gewissen oder gegen dieses. Er darf aber nicht erwarten, dass seine Handlungen folgenlos bleiben. Fernab von jedem weinerlichen Getue um die Befindlichkeiten eines kindermordenden Weibes. Denn Abtreibung nenne ich Mord. Wer sich an Kindern vergeht, ob geboren oder ungeboren, der hat kein Mitleid verdient.

„Schatz ich liebe Dich, aber deine Kinder mag ich nicht.“ Was ist das denn für ein freudscher Beziehungsquark? Dann kann die Liebe nicht sehr groß sein. Wen sie nur ihre Lust befrieden will, dann kann sie das auch gerne woanders tun.

In dem Fall hielte ich es mit Schillers „Ritter Delorges“ aus seiner Handschuh-Ballade:

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottender Weis‘,
Wendet sich Fräulein Kunigund:
„Herr Ritter, ist Eure Lieb‘ so heiß,
Wie Ihr mir’s schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf.“

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen’s die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
„Den Dank, Dame, begehr ich nicht!“
Und verläßt sie zur selben Stunde.

___________
[1] KATH.NET – Katholischer Nachrichtendienst.
[2] Im Übrigen bewertet Thomas von Aquin das Recht des werdenden Kindes oder des geborenen Kindes höher als das Recht der Eltern auf Leben. Er verlangt Selbstaufopferung, sowohl von der Mutter, wie auch vom Vater, wenn das Recht von Kindern auf Leben in Gefahr gerät. Üblicherweise geschieht das bei Mutter vor und während der Geburt, beim Vater hernach.
[3] Das ist eigentlich falsch formuliert: Unser begrenzter Verstand begreift den Sinn des Lebens nicht, sodass manche daraus schließen, es gäbe keinen. Ich vergleiche das Argument mit in einen Biologen, der eine Bakterienkultur züchtet. Die Bakterien „begreifen“ den Sinn ihres Dasein auch nicht. Trotzdem hat sich eine schöpfende Intelligenz etwas dabei gedacht. Wir sind nur Bakterien in Gottes Petrischale.

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5 Antworten to “Die Mär vom autonomen Menschen”

  1. Don't care Says:

    Mal wieder so ein kleiner winselnder lila Pudel, der die nimmerendende PuderzuckerinderArschbläserSinfonie neu intoniert. –
    Ja, ja, die FrauIn, der Fokus aller unserer Mühen und Sorgen, Tatkraft und Einsatzes- Und wehe, sie wird nicht immerdar fürstlich umsorgt und umhegt. – Da muss sie doch geradezu zu „Lösungen zweiter Wahl greifen“, wie der Schleimer da oben es auszudrücken geruht. –

    Aha, jetzt verstehe ich so langsam, weshalb unsere „Damenwelt“ so kaltschnäuzig, egoistisch, narzisstisch, hochmütig, gehässig, boshaft, verschlagen und arglistig ist. – Die ArmInnen können ja garnicht anders.

    – Wir pöhse Macho-Chauvi-Bande treten noch immer zu wenig unseres hart erarbeiteten „Wohlstands“ an die „natürlicherweise dafür Anspruch „ErhebendenInnen“ ab.

    Da wundern wir uns noch, dass Millionen Föten „abgetrieben“
    (welch ein zynischer Euphemismus) werden. – Bleibt den ArmInnen denn noch eine andere „ostentaive Geste“ für ihre
    schmähliche Vernachlässigung ??

  2. moise trumpeter Says:

    Ich glaube nicht, dass man sich für oder gegen sein Gewissen entscheidet – vielmehr entscheidet man sich dafür ein Gewissen zu haben oder man unterläßt diese Entscheidung. Im ersten Fall entscheidet man sich dafür, sich, als ein für sein Handeln verantwortliches Subjekt zu definieren (letztlich impliziert ist damit auch immer die Entscheidung zu Gott) – im zweiten Fall betrachtet man sich als ein Individuum, für das die unhintergehbaren Anforderungen der Welt, des Lebens, anderer Menschen und der Folgen des eigenen Handelns sinnlose und einengende Zumutungen sind.

    • Mcp Says:

      Na ja, im Grunde widerspricht das meiner Aussage nicht. Man entscheidet sich halt nicht dafür gegen sein Gewissen zu handeln, sondern dafür keines zu zu haben. Aber das ewige scheinheilige Gejammer um die angebliche schwere emotionale Belastung der Frau, die sich für eine Abtreibung entscheidet, spricht eher für das Vorhandensein eines permanent schlechten Gewissen, als für dessen Abwesenheit. Aber sicher gibt es auch Frauen, die vollkommen gewissenlos Abtreiben, etwa das Kind die aktuellen Urlaubspläne stören würde.

      • moise trumpeter Says:

        Da ist der Kierkegaard Leser in mir durchgegangen – sich als ein mit einem Gewissen und Freiem Willen ausgestattes unhintergehbares Subjekt anzuerkennen ist letztlich eine existentielle Entscheidung, die den Menschen in seinem ganzen Sein verändert und nicht etwa eine Wahl zwischen verschieden Handlungsmöglichkeiten. Folglich entscheidet man sich auch nicht dagegen ein Gewissen zu haben, vielmehr weicht man der existentiellen Entscheidung aus. Ein derartiger Mensch ist zur Bewältigung seines Lebens beständig vor Entscheidungen gestellt, die unangenehme Konsequenzen und Nebenfolgen haben – er muss sich also beständig zwischen verschiedenen Übeln entscheiden und jede seiner Entscheidungen ist falsch. Letztlich möchte er von dieser Qual erlöst sein und ein bedingungsloses Leben ohne Handlungskonsequenzen führen. Gewissen und Ethik bedeutet für derartige Menschen letztlich die Forderung nach einem bedingungslosen Leben für alle.
        Das Gejammer um die emotionale Belastung von Abtreibungen läßt gerade nicht auf das Vorhandensein eines Gewissens schließen, denn dabei wird ja nicht das Leben des Kindes gegen die sonstigen Wünsche der Mutter abgewogen sondern die emotionalen Folgekosten der Abtreibung werden einfach in die Kosten-Nutzen-Rechnung der Mutter eingestellt und dann wird drüber gejammert, dass jede Entscheidung unangenehme Konsequenzen hat. Die emotionalen Belastungen einer Abtreibung sind ja durchaus nicht nur intellektuelle Erwägungen bestimmt sondern nicht unwesentlich durch den Hormonhaushalt der Mutter.

      • Mcp Says:

        Darüber muss ich nachdenken.

        Aber Gewissensentscheidungen, sofern sie überhaupt Entscheidungen im Sinne der Entscheidungstheorie sind, ist keine Abwägung sondern ein emotionaler Akt: Man entscheidet sich nicht wegen sondern trotz der Konsequenzen, die dieser Akt hat. Das Gewissen lässt der Vernunft keine Wahl.

        Vermutlich sind wir gar nicht so weit entfernt voneinander. Wir haben wohl nur unterschiedliche Ausgangspunkte, so wie viele Wege nach Rom führen.

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