Wider der Verlotterung der Sitten

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Mit ihrer gerne figurbetonten Kleidung und großzügigem Make-up gebärden sich russische Frauen nach Ansicht eines Kirchenmannes, als seien sie Stripperinnen. Es gebe ein Problem mit „Leuten, die die Straße für einen Striptease halten“, erklärte Wsewolod Tschaplin von der russisch-orthodoxen Kirche am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Interfax. Frauen, die „fast nichts anhaben oder wie ein Clown herumlaufen (…), werden sicherlich keinen Mann als Lebenspartner finden, der auch nur ansatzweise Verstand oder Selbstachtung hat“, fügte der für die Beziehungen zwischen der Kirche und Gesellschaft zuständige Vertreter hinzu. In seinem offenen Brief forderte Tschaplin eine nationale Kleiderordnung nach dem Vorbild von Büros und Schulen.

Ich stelle mir gerade vor, wie die komplette deutsche Feministenlobby in hyperventilierende Schnappatmung verfallen würde, würde ein deutscher Bischof einen ähnlichen Brandbrief gegen die sexuelle Anmache auf deutschen Straßen verfassen würde.

Tschaplin legt den Finger auf eine eiternde Wunde. Denn auch auf Deutschlands Straßen werden vornehmlich Männer durch aufreizend bekleidete Frauen so aufdringlich sexuell belästigt, das der Tatbestand der „sexuellen Nötigung“ in öffentlichen Räumen einer gerichtlichen Prüfung bedarf.

Dass Bekleidung und das gepflegte Aussehen in der Öffentlichkeit keine Privatsache ist, bestätigte erst kürzlich das Landesarbeitsgericht Köln. Sogar die Art und die Farbe der Unterwäsche darf der Arbeitgeber danach zu zwingend regeln. [2]

Wenn Kleidung Privatsache der Frauen sei, wie die russische Feministenlobby sofort zu kontern versuchte, ja dann bitteschön konsequent privat: In ihrer privaten Küche kann Frau auch nackt die Bratpfannen schwingen. Kleidung ist genauso Privatsache, wie Religion nach Gusto der Linken und Liberalen Privatsache ist und sie nach deren Meinung auf öffentlichen Plätzen und Straßen nichts zu suchen hat.

Aus diesem Grunde wollen sie religiöse Symbole wie Kruzifix, Burka und Kopftuch verbieten und schreiben so die Kleiderordnung für bestimmte gesellschaftliche Gruppen vor. Warum soll das nicht auch für den Minirock gelten? Man kann sich nicht auf die Freiheit in Sachen Kleidung berufen und sie für andere einschränken wollen. [3] Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall.

Ob ein deutscher Bischof genug Mors unter seinem Messgewand hätte, um gegen die ausufernde Verlotterung der Sitten auf gut katholische Art zu wettern, wage ich allerdings zu bezweifeln. Mixa vielleicht, aber ist kein Bischof mehr.
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[1] RP-Online; „Russinnen kleiden sich wie Stripperinnen“
[2] FAZ; Arbeitgeber darf über Unterwäsche entscheiden
[3] Interfax; Rights activist slam idea of „Orthodox dress code“

via: Angst vor Folter ist keine Phobie

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5 Antworten to “Wider der Verlotterung der Sitten”

  1. Don't care Says:

    Stimmt auffallend. – In unserem Parano-istan, das sich immer noch selbst „Demokratie“ zu titulieren die Frechheit hat, hat eines der Haupt- Wahngebilde, nämlich ein masochistischer Schuldkult, eine Komponente daraus, eine Art halluzinierte „Gender-Schuld-Schwarzen-Peter „, kompletto den Männern in die Schuhe geschoben.-
    Ergo ist der männliche Teil der Bevölkerung a priori in einer Art Sippenhaft. – Alle Missstände (real oder erlogen) werden männlicher Insuffizienz oder Boshaftigkeit zugeschrieben. – Norm-Abweichungen der FrauInnen (da prinzipiell Besser-MenschInnen) können daher nur die Folge männlicher Pressionen oder nicht überwundener Defizite „patriarchalischer Strukturen“ sein. – Nie ist die FrauIn für ihr Auftreten oder ihre Handlungen selbst verantwortlich, sondern nur OpferIn einer maliziösen Femdbestimmung, oder noch besser gar keinen Normen unterworfen, da diese ohnehin macho-faschistoid sind.-

    Deshalb würden Hinweise auf nuttigen oder clownesken Habitus v. FrauInnen in der Öffentlichkeit alsbald mit der Macho-Chauvi-Keule beantwortet.
    Es wird entweder heissen, die FrauInnen dürfen sich gerieren, wie es ihnen gerade passt, oder sie werden durch patriarchalischen Druck dazu verleitet oder sogar gezwungen. – Überdies sollen die Trieb-Primitivlinge v. Männern ihre Gelüste gefälligst beherrschen lernen, wenn sie von spärlich bedeckten „Möpsen und Ärschen“ umzingelt werden.

    • Mcp Says:

      Der Text ist natürlich mit einem Augenzwinkern geschrieben. Aber auch irgendwie ernst gemeint.

      Aber ich glaube schon, wenn man von pubertären Testosteronbomben absieht, dass Männer ihre Triebe besser im Griff haben als Frauen, sonst brauchte es keine weibliche „Kunst der Verführung“.

      • Don't care Says:

        Räume ich ja ein, dass der Text mit einem extra gesetzten „Sarkasmus-Flag“ zu lesen ist. – Dennoch glaube ich, dass es hier weniger darum geht, dass Frauen vice versa ihre Triebe weniger im Griff haben, sondern, dass sie fast komplette NarreInnnfreiheit geniessen. – Erziehung v. Männern war traditionell (heute auch nicht mehr so ganz) Konditionierung auf „Zucht“ und „Verzicht“, „Ordnung“, ja eher „Ein/Unter-Ordnung“, „Dienst“, „Funktion“, „Leistung“. – Also primär Pflichten, Pflichten. – FrauInnen indes müssen heute garnix mehr, die haben nur noch Rechte, Rechte, Ansprüche, noch und nöcher. – Und die werden auch mit Riesen-Grossmaul permanent hinausposaunt. – Männer und Männer-Hierarchien haben offenbar phylogenetisch und traditionell das (heute suspekte) Konzept der Ehre entwickelt. – Dieses wirkte normativ, konstituierend und konstruktiv auf männliche Befindlichkeit, auf Hierarachische- und Funktions-Strukturen. – Also mithin eine ethische Norm, die atavistische Trieb-Impulse regulieren und kanalisieren kann. –
        Solche Prozesse hat das „Weibchen“ niemals durchlaufen. – Ein Werterelativismus und Verfall aller ethischen Normen lässt es zur rücksichtlosen, eikalt, egoistsich-narzisstischen Bestie mutieren. – DEN Salat haben wir heute, da sich kein feiger Lila Pudel traut, diesem losgelasenen Gift-Hühnerhaufen mal ordentlich eins auf die die Griffel zu kloppen.

  2. LePenseur Says:

    Kleidung ist genauso Privatsache, wie Religion nach Gusto der Linken und Liberalen Privatsache ist und sie nach deren Meinung auf öffentlichen Plätzen und Straßen nichts zu suchen hat.

    Darf ich daraus schließen, daß — da Kleidung als Privatsache auf öffentlichen Plätzen und Straßen nichts zu suchen hat — wir in Hinkunft unbekleidet im öffentlichen Raum unterwegs sein müssen?😉

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