Archive for the ‘Geschichte’ Category

Selber schuld

September 29, 2010

Angeblich im Interesse der Meinungsfreiheit fällen die Karlsruher Richter ein hanebüchenes Urteil: 65 Jahre nach dem Holocaust darf wieder geschrieben werden, dass die Juden selbst schuld sind an ihrer Verfolgung.[1]

Genau, er hätte schreiben  müssen, dass die Deutschen selber schuld sind, dafür, dass sie vertrieben, bombardiert, vergewaltigt, überrollt oder erschossen wurden. Heriberts politische Bildung. Die muss jeder besuchen, der es nicht begreift.

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[1] Antisemitismus-Urteil – Dr. jur. absurd; sueddeutsche.de.

Genosse Zufall

September 15, 2010

Mit der Freigabe des Materials durch die Birthler-Behörde darf die Erkenntnis als bestätigt gelten, die der BStU-Historiker Helmut Müller-Enbergs bereits im Mai 2009 formuliert hatte: Die Tat, die Kurras zur zeithistorischen Person machte, war kein Auftragsmord im Dienste der Stasi. Die verschlüsselten Funksprüche, die das MfS im Frühjahr 1967 an Kurras schickte, enthalten dafür keinerlei Indiz.[1]

Halten wir uns an die Fakten:

  • Ein westdeutscher Faschist – O-Ton Ostpresse – erschießt einen Westberliner „Antifaschisten“.
  • Der westdeutsche Faschist entpuppt sich als ostdeutscher Kommunist und Stasi-Spion, der im Auftrag des MfS die Westberliner Polizei infiltrierte.
  • Der erste Reporter vor Ort, zufällig ein Fotograf mit schussbereiter Kamera, steht zufällig in Diensten einer von der SED finanzierten Zeitung.
  • Anderen Tags bricht eine „spontane“Studentenrevolte los, die von den unzähligen linken Agitpropgruppen angeheizt wird, die nachweislich sowohl von der Stasi, als auch von der SED infiltriert und „weltanschaulich“ aufmunitioniert waren.
  • Ein Historiker stellt nach Studium der Akten eben dieses Geheimdienstes fest: Es gibt keine Indizien für einen Mordbefehl oder eine „führende Rolle“ dieses Geheimdienstes bei der Vorbereitung, der Auslösung und dem Ablauf der Revolte. Vielmehr sind alle diese, wie auch die folgenden Ereignisse, rein zufällig verkettet. Wer dahinter die gestaltende Hand handelnder Intelligenzen vermutet, ist ein Verschwörungstheoretiker.
  • Fakt ist, dass diejenigen, die heute in der Bundesrepublik politische Macht ausüben, es eben diesen Ereignissen verdanken, dass ihre Ideen heute die politische Agenda bestimmen. Deren Interesse an der Aufklärung der damaligen Ereignisse hält sich vermutlich in sehr engen Grenzen.
  • Fakt ist, dass die meisten Menschen in diesem Lande an die zufällige Entstehung des Lebens auf der Erde glauben und alle diejenigen, die dahinter eine gestaltende Intelligenz vermuten, zumindest skeptisch betrachten. Natürlich hat dieses Faktum nichts mit den Ereignissen zu tun, welche die Revolte von 1968 auslösten. Etwaige Übereinstimmungen in den Denkmustern bei Interpretation von Fakten sind rein zufällig.

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[1] Fall Ohnesorg: Kurras-Akten entlarven Zynismus der Stasi; WELT ONLINE.

Vae victis!

Mai 18, 2010

Das Video zeigt ein ethnisch motiviertes Massaker an deutschen Zivilisten, verübt von Tschechen irgendwann und irgendwo in Tschechien im Jahre 1945.

Vae victis!

Was Hänschen nicht lernt …

Mai 13, 2010

Ein Vater gestand seinem Sohne jeden Mutwillen solange zu, bis dieser ihm in allen Stücken über den Kopf gewachsen war und er keine Gewalt mehr über ihn hatte. Der Sohn beging ein schändliches Bubenstück nach dem anderen und wurde endlich außer Landes gejagt. Doch spielte er sich bald darauf in einen Busch unweit der Stadt und ließ seinen Vater zu sich herausrufen; er wolle sich, wie die Botschaft lautete, vor seinem Ende noch einmal an seinem Anblick letzen. Als aber der Alte zu ihm herauskam, empfing er in kalt und forderte in auf, ihm aus dem Stamm einer kräftigen Eiche, die er ihm zeigte, eine Rutenschlinge zu machen. Das sei ihm unmöglich, erwiderte der Alte betroffen, er könne den Baum nicht zwingen, und auch wenn er ihn zwingen könnte, so würde der nur zerbrechen. „So mach mir“, sagte der Sohn, „die Schlinge aus diesem jungen Weidenstrauch hier.“ Dies geschehen, nahm er sie in Hand und sagte: „Mein Vater, sehet, als ich noch ein kleines Bäumlein war, da hättet Ihr mich auch beugen können und ziehen nach Eurem Willen. Aber jetzt bin ich in meiner Bosheit erstarkt, niemand kann mich mehr zwingen, und ich kann mein Herz selber nicht mehr zwingen, denn die Schurkerei ist mir durch alle meine Adern und Blutstropfen gekrochen, ich kann sie nicht mehr lassen, und es ist unausbleiblich, daß ich dem Diebeshenker in die Hände komme. Und darum muß ich Euch zuguterletzt den Lohn geben für Eure Kinderzucht.“ Damit warf er ihm die Schlinge um den Hals, erwürgte ihn und hängte ihn an die Eiche. Nicht lange darauf starb er selber, wie er vorhersagte, von Henkers Hand.[1]

Eine alte Fabel zum „Vatertag“. Etwas zum nachdenken. Für Väter und Bischöfe. Ich komme darauf zurück.
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[1] Aus Herzberges Herzpostille; W. Schulze Verlag; 1853

Schwarz lackierte Jakobiner

April 16, 2010

Kuehnelt-Leddihn plagt, in seiner Schrift „Katholischer Glaube – links oder rechts?“[1] der dringende Verdacht, dass alle nichtkatholischen oder nichtgläubigen Rechten nur deshalb „rechts“ sind, weil sie in „natürlicher“ Opposition zu den abstrusen Ideen des linksliberalen Mainstreams stehen. Indirekt weist Kuehnelt-Leddihn damit dem rechtgläubigen Katholiken – ja, es gibt auch andere – den Platz als „einzig wahre Rechte“ zu. Es macht in der Tat einen Unterschied, ob man sich der Konterrevolution – gegen die „Ideale“ der Französischen Revolution – verschrieben hat oder einen Teil dieser Ideale, wie Demokratie oder Gleichheit, assimiliert: Eine „demokratische Rechte“ steht auf dem Boden der Revolution, sie ist nicht rechts, sondern sitzt – in Parlamenten – eben nur dort. Dass es zwischen diesen Fraktionen blutige Machtkämpfe ausbrechen, liegt in der Natur des politischen Systems: Es geht den agierenden Parteien, wie Davila schon bemerkte, nur um einen Anteil an der Macht und nicht um deren Beseitigung.

Unter diesen Aspekt ist auch die unübliche Einordnung Kuehnelt-Leddihns, der den Nationalsozialismus als originär linksradikale Kraft versteht [2], verständlich: Schließlich waren beide Elemente – Nationalismus und Sozialismus – Resulten der sogenannten „Aufklärung“ und der ihr nachfolgenden blutigen Revolutionsexzesse die seit 1789 periodisch die Welt erschüttern und deren Schockwellen regelmäßig Millionen Opfer verschlingen.

Entweder man betet die Revolution und ihre Ideale an, dann ist man ein Linker, oder man ist ein „Rechter“ oder „Weißer“, weil man solche niederhauen will: „Konservative Revolutionäre“ sind aus dieser Sicht nur schwarz lackierte Jakobiner. Selbst dann, wenn es mit Jenen inhaltliche Mengen gibt, die sich mit konterrevolutionären Ansichten decken.
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[1] Kuehnelt-Leddihn; Katholischer Glaube – links oder rechts?; Critión 14, 1972
[2] Kuehnelt-Leddihn; Der linke Etikettenschwindel – Kein Gegensatz, sondern Konkurrenzkampf

Der Deutschen starke Neigung

April 14, 2010

Der Deutsche hat an und für sich eine starke Neigung zur Unzufriedenheit. Ich weiß nicht, wer von uns einen zufriedenen Landsmann kennt.[1]

[1] Otto von Bismark; Rede über das Sozialistengesetz; gehalten am 19. Oktober 1878 in Deutschen Reichstag

Die Ehe

April 8, 2010

Ihr sagt, die Ehe ist ein Übel,
Ihr sagt, die Ehe ist ein Joch;
ich sag, die Ehe ist ne Zwiebel,
man heult, und frißt sie doch.

Elard von Oldenburg-Januschau

Dutschke, Bachmann und die Stasi-Akten

Dezember 5, 2009

Bisher galt Josef Bachmann, der den Studentenführer Rudi Dutschke 1968 in Berlin niederschoss, als Einzelgänger. Doch Auswertungen von Stasi-Akten und Polizeiprotokollen zeigen nun nach SPIEGEL-Informationen: Er hatte Kontakt zu Rechtsradikalen, die später als „Braunschweiger Gruppe“ durch Sprengstoffanschläge bekannt wurde.

Quelle: SPIEGEL ONLINE; Enthüllung durch Stasi-Akte: Dutschke-Attentäter hatte Kontakt zu Neonazis

Die entscheidende Frage, die SPON nicht stellt: Wieso wusste die Stasi Bescheid?

„Al-Qaida“ tötet vor allem Moslems

Dezember 3, 2009

Al-Qaida sieht sich als Speerspitze im Kampf gegen die Ungläubigen. In den Opferzahlen spiegelt sich das nicht wider. Eine Studie zeigt: Zwischen 2004 und 2008 tötete die Organisation zwar 371 Nicht-Muslime, gleichzeitig fielen ihr aber mindestens 2639 Muslime zum Opfer.

Quelle: SPIEGEL ONLINE; Terrorreport: Al-Qaida tötet achtmal mehr Muslime als Nicht-Muslime

Das war bei den Kommunisten oder Nationalsozialisten ähnlich. Eine Terrorherrschaft gründet sich vor allem auf den Terror gegen den „inneren Feind“. In der Logik der Ideologen kann der äußere Feind erst wirksam bekämpft werden, wenn die „Verräter“ in den eigenen Reihen eliminiert sind und der Rest sich vor Angst in Hosen macht. Unter Stalin hatten Kommunisten die geringste Lebenserwartung unter den Sowjetbürgern.

Des Sonntags heidnischer Ursprung

Dezember 2, 2009

Mit der Entscheidung gegen die Berliner Ladenöffnungszeiten zeigen die Karlsruher Richter, wie man die christliche Religion schützt – und die Bürger. Der arbeitsfreie Sonntag ist in Deutschland ebenso Teil der Mehrheitskultur wie das Christentum. Kaufen und Verkaufen an diesem Tag ist nicht so wertvoll wie Beisammensein.

Quelle: WELT ONLINE; Kommentar zum Ladenschluss-Urteil: Freier Sonntag hilft Religion mehr als Minarettstopp

321 ordnete Kaiser Konstantin die allgemeine Sonntagsruhe für das gesamte Römische Reich an. Jedwede Arbeit wurde verboten, sogar die Verwaltung und das Gerichtswesen mussten an diesem Tag ruhen. Eine Ausnahme waren Slavenfreilassungen. Der Kaiser, damals noch kein Christ, nahm sich einen heidnischen Brauch zum Vorbild: den feierlichen Tag der Sonne. Bis dahin begingen die Christen, nach dem Vorbild des jüdischen Glaubens, den Sabbat, der von Freitagabend bis Samstagabend reichte, jene Zeit also, als auch der Schöpfer nach getaner Schöpfung ruhte. Christen, die weiterhin den Sabbat feiern wollten, wurden nach dem Dekret Konstantins schweren Verfolgungen ausgesetzt. Es gibt heute immer noch einige christliche Gemeinden, die den Sabbat heiligen und nicht den Sonntag.

Auch der Islam lehnt den Sonntag mit Verweis auf seinen heidnischen Ursprung ab: „Wie kann der Mensch etwas heiligen, was Allah Selbst nicht geheiligt hat, und ein Gebot des Schöpfers durch einen Brauch ersetzen?“ (Rassoul, Sahih al-Buchari)

Der Sonntag hat also keine genuin christlichen Wurzeln sondern ist vielmehr eine soziale Errungenschaft, denn bis dahin kannte man im Römischen Reich weder geregelte Arbeitszeiten, noch arbeitsfreie Tage. Der kaiserliche Ukas galt ausdrücklich auch für die damals noch reichlichen vorhandenen Nichtchristen. Widerstand gegen die Einführung eines arbeitsfreien Wochentages ist nicht bekannt, eher wurde er, besonders bei abhängig Beschäftigten und Sklaven, mit unverhohlener Freude aufgenommen.

Die „modernen“ Angriffe auf den arbeitsfreien Sonntag sind weniger ein Angriff auf die Religion oder den Kirchgang, sondern ein Anschlag auf normative Arbeitszeiten, denn ohne den Sonntag ließe sich ein generell arbeitsfreier Wochentag vor allem in mittleren und kleinen Betrieben gar nicht mehr kontrollieren. Leidtragende dieser Entwicklung wären vor allen die abhängig Beschäftigten. Nicht umsonst stehen die Gewerkschaften in dieser Frage an der Seite der Kirchen.