Archive for the ‘Kirche/Religion’ Category

Die Watschen

Mai 13, 2010

Wer seinen Sohn liebt, der züchtigt ihn. So steht es im Alten Testament. So wurde es seitdem gehandhabt, bis in die frühen sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein. Die Watschen war ein anerkanntes Erziehungsmittel – für Söhne. Die Töchter zu züchtigen stand dem Vater zwar zu, aber nicht an, denn deren Erziehung lag in der Hand der lieben Mama und die hatte ein grausames Mittel zur Disziplinierung ungezogenen Nachwuchses: den Liebesentzug auf Zeit. War mit einer Watschen die Sache meist ausgestanden, konnte der Liebesentzug schon mal eine Woche dauern und endete immer erst nach einer demütigen Unterwerfungsgeste, die auch jedes Affenjunge kennt: der Entschuldigung. Gott, wie habe ich dieses Ritual gehasst.[0] Eine kräftige Watschen wäre mir tausendmal lieber gewesen. [1]

Als ich jüngst in der Zeitung las, dass wieder einmal eine „Historikerkommission“ die Opferzahlen der Dresdener Bombennacht zu Hornung 45 [2] „neu bewertet“ hatte [3], da konnte sich keiner der neunmalklugen Kommentatoren den Hinweis auf die Schuldfrage verkneifen: Ganz so als hätte meine Großmutter – ein Bomberopfer – höchstpersönlich der ganzen Welt den Krieg erklärt und wäre somit selber daran schuld gewesen, dass ihr eine Bombe zwar nicht das Leben nahm, wohl aber ihre Trommelfälle platzen ließ. Man könne, so unsere Aufklärer [4], das eine nicht ohne das andere betrachten, das Ereignis nicht aus seiner Zeit herauslösen, sonst käme man womöglich zu ganz falschen Schlüssen.

Nun wurde kürzlich ein Bischof Namens Mixa von einem, in deutschen Landen häufig vorkommenden medialen Moralin-Tsunamie aus seinem Sitze gespült, weil man ihm vorwarf, er hätte in der Vergangenheit Schutzbefohlene gezüchtigt. Er hat dieses, nach heutiger Rechtslage, „Verbrechen“ eingeräumt und zugegeben, dass er in der Vergangenheit hin und wieder „eine Watschen“ ausgeteilt hat. Rechtlich ist das „Geständnis“ unerheblich, denn zu der Zeit war die Prügelstrafe noch erlaubt und in der Justiz gilt – wenigstens ab und zu noch – das Rückwirkungsverbot [5]. Die Watschen im Kontext der Zeit war eben keine Schandtat, für die man sie heute hält. Aber wo kein Recht ist, ist immer noch reichlich Moral, mitunter sogar eine doppelte: Dieselben schlichten Gemüter, die oben den zeitlichen Kontext inquisitorisch anmahnen, „vergessen“ desselben, wenn es ihnen dabei hilft, einen lästigen, weil im Kirchenvolk hoch beliebten Kerl loszuwerden, nur weil der nicht nach ihrer Zunge schwatzte. Sie tun einfach so, als wäre die Watsche schon immer ein verabscheuungswürdiges Verbrechen gewesen.

Bleibt noch die Frage zu klären, ob eine Welt ohne Watschen wirklich zu besseren Menschen verhülft. Die Alten haben es verneint, wie es die Fabel vom Hänschen erahnen lässt. Immerhin können unsere Vorfahren auf eine über 2000 Jahre währende Empire verweisen, die unseren akademisch gebildeten Pädagogen deshalb vollkommen abgeht, weil all ihre wunderbaren Theorien den ersten Praxistest nicht überleben. Gewaltfrei, so das Paradigma der vom Zeitgeist Geknutschten, solle das Kind erzogen werden, weil das gute Beispiel, so der fromme Gedanke dabei, den Charakter formt. Leider beugt sich die Polizeistatistik nicht der kategorischen These: Die Täter werden immer jünger, dreister und brutaler. Was das Hänschen nicht lernt, lernt der Hans nimmermehr. Das lässt für die Zukunft nicht viel Gutes erahnen.

Und die Moral von der Geschicht?

Eine Watsche zur rechten Zeit,
Erspart im Alter sehr viel Leid.

Der Mixa hätte vielleicht einmal mehr hinlangen sollen, da währ‘ er vielleicht heuer nicht abgewascht wurden. Gott sei ihm gnädig.

In diesem Sinne allen Vätern und Söhnen eine gesegnete Christi Himmelfahrt. Und sauft nicht soviel.
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[0] Entschuldigungen verlangen immer nur Weiber. Und die werden einem ewig auf Butterbrot geschmiert, das hat kein Ende. Männer schreien sich an, kampeln sich und finden am Abend beim Bier einen Kompromiss, mit dem beide leben können. Anderntags ist die Geschichte vergessen.
[1] Ich bin schon in die prügelfreien Zeiten hineingeboren, als man anfing Jungen wie Mädchen zu behandeln und dem Vater die Erziehungskompetenz abzusprechen begann.
[2] Hornung ist eine vergessene deutsche Bezeichnung für den Monat Februar. Er ist die Substantivierung der germanischen Verbes „horen“, was soviel wie „sich paaren“ bedeutete.
[3] Wenn das so weiter geht, wird wohl eine der nächsten Kommissionen feststellen, dass der Angriff gar nicht stattgefunden hat, sondern eine Propagandalüge der Nazis war.
[4] Nebenbei: Unter Aufklärung verstand Kant die Nutzung des eigenen Hirns – Sapere aude!, um sich von der Herrschaft der Ohrenbläser zu befreien. Ironischerweise wird heute unter dem Begriff das genaue Gegenteil verstanden: Die Aufklärung durch Aufklärer ist im Grunde nichts anders als die Rückkehr in die Unmündigkeit, weil man sich aufklären lässt, statt sich eine eigene Meinung zu bilden. Oder sich eine solche bilden darf.
[5] Rückwirkungsverbot: Niemand darf für eine Tat bestraft werden, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht strafbar war. Ein Gesetz gilt ab dem Tage seiner Inkraftsetzung, es darf nicht vordatiert werden.

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Der Rauch des Satans

Mai 12, 2010

Papst Benedikt XVI. besucht Portugal. Im Mittelpunkt der Reise steht die Erinnerung an die Marienerscheinung in Fátima. Doch die internationale Debatte um sexuellen Missbrauch durch Priester verfolgt den Papst auch hierher. Er beklagt die Vorfälle als „Angriff aus dem Innern“ und fordert „Sühne und Vergebung“.[1]

Wohl war, pädophile Priester vergehen sich nicht nur an Kindern sondern versündigen sich auch gegen die Kirche und den Glauben. Dass die Feinde der katholischen Kirche diese Steilvorlagen dankbar aufgreifen, kann man ihnen, trotz aller verschlagenen Unwahrheiten und übler Polemik, nicht vorwerfen. Sie tun, was Feinde eben tun: sie attackieren die offenen Flanken. Man kann einem Skorpion nicht seine Natur zum Vorwurf machen. [2]

Die Kirche hat ein Problem, nicht ihre Gegner, denn man muss sich schon fragen, wie Menschen mit derlei Neigungen es überhaupt schaffen, ins Priesteramt zu gelangen. [3]

Ich rieche den  „Rauch des Satans“ [4] allerdings auch anderer Stelle und meine damit jene dubiosen Vorgänge [5,6], die zum bedauerlichen Rücktritt von Mons. Mixa geführt haben. Sollte sich wirklich erweisen, dass der Bischof einer innerkirchlichen Intrige zum Opfer gefallen ist [7], so hätte der „Angriff von innen“ eine neue Qualität der Kollaboration mit den Antichristen [8] erreicht: Denn diese Menschen öffnen jenen Spalt, durch den der Schwefelgestank erst in die Kirche zu dringen vermag.

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[1] Missbrauchsskandale: Papst beklagt „Angriff von innen“ auf die Kirche; WELT ONLINE.
[2] Die Fabel vom Skorpion und dem Frosch.
[3] Wobei ich einen homosexuellen Priesters warte, der vor dem „Menschenrechtsgerichtshof“ die Kirche wegen „Diskriminierung“ verklagt, wenn er, aufgrund seiner sexuellen Neigungen, aus seinem Priesteramt entfernt wird. Was deshalb diabolisch wäre, weil gerade auch Homosexuelle zur Pädophilie neigen.
[4]“Wir haben das Gefühl, daß durch irgendeinen Spalt der Rauch des Satans in den Tempel Gottes eingedrungen ist… Es ist zum Eingriff einer feindlichen Macht gekommen, ihr Name ist ,Teufel‘ (diavolo)… Wir glauben, daß etwas Außernatürliches in die Welt gekommen ist, nur um zu stören, die Früchte des Konzils zu ersticken.“
Papst Paul VI.
[5] Ich beziehe mich auf den Vorwurf von pädophilen Handlungen an Schutzbefohlenen, nicht auf den der Kindesmisshandlung – das ist ein anderes Thema und wird an gesonderte Stelle zu behandeln sein.
[6] Bislang kein konkreter Straftatbestand; br-online
[7] Auf xxxxx.net wird ein solcher Verdacht geäußert, der, im Lichte der jüngsten Vergangenheit, solange nicht der Logik entbehrt, solange keine konkreten Personen benannt werden, an denen sich Mons. Mixa vergangen haben soll.
[8] Ich nutze den Begriff nicht im biblischen sondern im wörtlichen Sinne als Oberbegriff für alle, welche die katholische Kirche mit dem Ziel angreifen, dieselbe zu vernichten. Deshalb der Gebrauch des Plurals: „den“, nicht „dem“ Antichristen.

Das Grab ist leer!

April 3, 2010

Das Grab ist leer, der Held erwacht, der Heiland ist erstanden!
Da sieht man Seiner Gottheit Macht, sie macht den Tod zuschanden.
Ihm kann kein Siegel, Grab noch Stein, kein Felsen widerstehn.
Schliesst Ihn der Unglaub´ selber ein, er wird Ihn siegreich sehn.

Wo ist dein Sieg, o bittrer Tod? Du selber musst erbeben;
der mit dir rang, ist unser Gott, Herr über Tod und Leben.
Verbürgt ist nun die Göttlichkeit von Jesu Werk und Wort;
und Jesus ist im letzten Streit für uns ein sichrer Hort.

Der unsre Schuld zu tilgen kam, den Kreuzestod zu leiden,
Er, unser wahres Osterlamm, erwarb uns Himmelsfreuden.
Er ruft uns Sündern liebreich zu: “ Der Friede sei mit euch!“
Bringt Gnade, Heil und Seelenruh` und stürzt des Satans Reich.

Dir danken nun, Herr Jesu Christ, die Völker aller Zungen,
dass du vom Tod erstanden bist, das Heil uns hast errungen.
Herr, bleib bei uns, wenn`s Abend wird, dass wir nicht irregehn!
So wird die Herde wie der Hirt einst glorreich auferstehn.

Eine gute Nachricht

September 17, 2009

Die US-amerikanische Stiftung „Pave the Way“ will Papst Pius XII. (1939-58) von der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem als „Gerechten der Völker“ anerkennen lassen. Der jüdische Präsident der Stiftung, der New Yorker Unternehmer Gary Krupp, habe Benedikt XVI. eine entsprechende Initiative am Rande der Generalaudienz am Mittwoch, 16. September, vorgestellt, berichtet die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“.

Quelle: kipa/apic.

Wenn das gelingt, dann müssten die Verleumder endlich schweigen.

Politik und Glaube

September 7, 2009

So trugen die rund 30 Priester der Gemeinschaft traditionelle schwarz-weiße Gewänder, einige von ihnen hatten einen Rosenkranz in den Händen. In Gebeten sprach Reinartz davon, «die christliche Kultur gegen die neuzeitlichen Totengräber wie Liberalismus, Feminismus und Materialismus zu verteidigen».

Quelle: euronews; Pius-Brüder sehen sich im Aufwind

Gegen Liberalismus, Feminismus und Materialismus bin ich auch. Allerdings hat dies nichts mit Gott zu tun und der Glaube sollte nicht mit politischen Ansichten vermengt werden. Politik, egal in welche Fahnen man sich kleidet, erlöst niemanden aus den Zumutungen des irdischen Jammertals. Die Pius-Brüder sollten sich auf den Glauben konzertieren; Politik und Politiker hochkant aus der Kirche werfen. Wer den rechten Glauben huldigt, wird nach der Andacht auch ohne solche grobschlächtigen Winke mit der Zaunlatte gottgefällige Schlüsse ziehen.

Denunzieren statt diskutieren

Mai 7, 2009

Wenn Juden heute angesichts der zahlenmäßigen Asymmetrie zwischen Judentum und Christenheit in der Judenmission, selbst wenn sie gewaltfrei ist, eine erneute Bedrohung ihrer religiösen Existenz nach Auschwitz sehen, muss dies von Christen zur Kenntnis genommen und theologisch bedacht werden.

Quelle: ZdK; Pressemeldungen

Der Textschnipsel stammt aus dem Papier, in dem der ZdK seine Positionen zur Judenmission verteidigt. Ich halte diese Argumentation für infam.

In Auschwitz wurden die Juden nicht in ihrer religiösen, sondern in ihrer physischen Existenz bedroht, aber bestimmt nicht von Christen. Die Judenverfolgung der Nazis war weder eine Mission, noch war sie religiös motiviert. Auschwitz hat mir dem Missionsgedanken nicht das geringste zu tun. Wer die Mission in die Nähe von Auschwitz rückt, sie mit einem Völkermord gleichsetzt, will nicht diskutieren sondern denunzieren.

Die Todsünde des unehelichen Beischlafs

Mai 5, 2009

Es liegt aber auf der Hand, daß zur Erziehung des Menschen nicht bloß die Sorge der Mutter erfordert wird, von der er genährt wird, sondern viel mehr noch die Sorge des Vaters, von dem er zu unterrichten und zu schützen und sowohl in den inneren wie auch den äußeren Gütern zu fördern ist. Es verstößt darum gegen die Natur des Menschen, daß er sich dem ungebundenen Beischlafe ergibt; vielmehr gehört sich, daß der Mann mit einer bestimmten Frau zusammenkommt, mit der er zusammen verbleibt, nicht für ein Weilchen Zeit, sondern lange, ja sogar für das ganze Leben. Daher rührt, daß naturhaft dem Männlichen in der menschlichen die Sorge um Gewißheit des Nachkommen [das er der seinige ist] innewohnt, weil ihm die Erziehung der Nachkommenschaft obliegt. Diese Gewißheit fiele aber weg, wenn der Beischlaf ungebunden wäre. – Nun heißt aber diese Beschränkung auf eine bestimmte Frau Ehe, und schon sagt man, es gebe sie vom naturhaften Rechte her.

Da nun also die Unzucht ungebundener Beischlaf ist, nämlich ein solcher außerhalb der Ehe, so geht er gegen das Gut der aufziehenden Nachkommenschaft. Somit ist er eine Todsünde.

Wer die Verführung durch das Fleisch erleidet, wird durch die Werke der Gottseeligkeit vom ewigen Verderben befreit, insofern er durch derartige Werke sich zurüstet, die Gnade zu erlangen, durch die Buße tut, und insoweit er durch solche Werke für den begangenen Fehltritt im Fleische genugtut.

Quelle: Thomas von Aquin; Summe der Theologie; Der Mensch und das Heil; 154. Untersuchung; Die Arten der Unkeuschheit; Zweiter Artikel; Ist einfache Unzucht Todsünde?

Der uneheliche Beischlaf wird zur sühnbaren Todsünde, weil er gegen das „Gut“ der Nachkommenschaft verstößt. Ein „Gut“, welches heute zwar noch scheinheilig deklamiert wird, aus dem aber keine konkreten Rechtsverhältnisse mehr entspringen. Rechte der Ungeborenen, und beim Heiligen Thomas noch nicht einmal Gezeugten, gibt es heute nicht mehr. Sie mussten den „Rechten“ des hedonistischen Individuum weichen, während die Kindesfürsorge sukzessive dem Staat anheimfällt, mit den bekannten Folgen der geistigen und moralischen Verwahrlosung des Nachwuchses.

Beim Vater tritt verschärfend hinzu, dass ihm das Recht auf die Gewissheit seiner Vaterschaft erschwert, respektive gleich ganz verwehrt wird. Das schwächt die moralische Verantwortung die auf dem Vater hinsichtlich seines biologischen Nachwuchses lastet erheblich ab und trägt zum politisch beförderten Zerfall der Familie bei.

Diese katastrophale Entwicklung hätte ich vormals allenfalls dem Kommunismus zugetraut.

Hl. Messe in der Gnadenkapelle von Altötting

Mai 4, 2009

Via: Glaube, Hoffnung, Liebe

Mit uns marschieren 2000 Jahre ununterbrochener Tradition. Für eine Re-Christianisierung Europas.

Nobody expects the Spanish Inquisition

Mai 4, 2009

Von Natur ist die Inquisition gut, sanft und erhaltend: das ist der allgemeine, unvertilgbare Charakter aller kirchlichen Einrichtungen; das sehen Sie zu Rom, und Sie werden es überall, wo die Kirche zu befehlen hat, finden; wenn aber die weltliche Macht eine Einrichtung aufnimmt und um ihrer eigenen Sicherheit willen es angemessen findet, selbe strenger zu machen, dann bürgt die Kirche nicht weiter dafür.

Quelle: Joseph de Maistre; Die spanische Inquisition; Paris 1822

Gut, ich gebe ohne Folter zu, die Überschrift ist geklaut: * * KA-REISCH ! ! ! * *.

Dialektisches Weib

Mai 3, 2009

Ohne das Weib, so lese ich gerade beim Heiligen Thomas, wäre das Universum unvollkommen. Auf die Frage, warum Gott mit dem Weib dem Mann die Möglichkeit zu Sünde gab, antwortet Thomas: „Hätte Gott alles, womit der Mensch sich versündigen kann, ferngehalten, so wäre es ein unvollkommenes All gewesen. Das allgemeine Gut durfte nicht unterbleiben, nur damit ein Teilübel vermieden würde; überdies, Gott weiß jedes Übel zum Guten zu steuern.

Hm. Da bin ich aber jetzt froh.

Quelle: Thomas von Aquin; Summe der Theologie; Gott und Schöpfung; 92. Untersuchung; Die Hervorbringung des Weibes