Archive for the ‘Konservatismus’ Category

Revolte statt Revolution

April 9, 2010

Die Konservativen in den USA führen ihre Niederlage von 2008 darauf zurück, daß die Republikanische Partei nicht mehr radikal genug sei. Politischen Ausdruck findet dies in der neuen Tea-Party-Bewegung, die sich aus Protest gegen das steigende Staatsdefizit gründete.[1]

Eines könnten die hiesigen Konservativen aus der Tea-Party-Bewegung lernen: Revolte statt Revolution. Aufstehen für das was wir haben und nicht für das, was man uns verspricht. Das Bewährte hat solange Vorrang vor dem Neuen, bis das Neue sich bewährt.

[1]JUNGE FREIHEIT: Rumoren an der Basis.

Die Illusionen der demokratischen Rechten

Dezember 2, 2009

In den letzten zwei Tagen hat sich etwas Bemerkenswertes getan: Die sich in den letzten Jahren andauernd selbst lobenden Demokraten finden es auf einmal doch nicht so toll, wenn das Volk wirklich etwas zu sagen hat. Der Fetisch ‚Demokratie’ verliert für sie auf einmal an Anziehungskraft.

Quelle: Blaue Narzisse; Abgebrochene Umfragen und „wahre“ Demokratie

Felix Menzel spricht auf der „Blaue Narzisse“ einige Wahrheiten über das schweizerische Volksbegehren zum Minarettverbot aus, denen ich mich – fast – vorbehaltlos anschließen kann.

Dass der Fetisch „Demokratie“ bei der hiesigen politischen Elite nur insofern auf Gegenliebe stößt, sofern er nicht allzu demokratisch daherkommt, war allerdings schon des längeren kein Geheimnis. Plebiszitäre Elemente wurden von den etablierten „demokratischen“ Parteien, unter Hinweis auf Weimar, schon immer abgelehnt. An der „demokratischen Gesinnung“ der politischen Elite darf getrost, zurecht und Gottseidank gezweifelt werden.

Wer meint er könne die Probleme unserer Gesellschaft durch „mehr Demokratie“ lösen, begeht einen verhängnisvollen Fehler, denn genau die demokratische Staatsform ist die Ursache unserer Probleme und eine „totalitäre“ Demokratie würde sie verschärfen, statt sie zu lösen.

Die immer wieder gehörte Behauptung das Volk wäre mehrheitlich konservativ ist eine gefährliche Illusion der sogenannten „demokratischen Rechten“. Konservativ kann nur derjenige sein, der etwas besitzt und der aus diesem Besitz seinen Lebensunterhalt bestreitet und nicht diejenigen, die um Besitztümer ringen. Konservativ ist der Besitzende in einer demokratischen Gesellschaft deshalb, weil sein Besitz in dieser Gesellschaftsform ständigen Angriffen ausgesetzt ist. Das ist ein Wesenszug jeder denkbaren demokratischen Staatsform und man kann diese Eigentümlichkeit schon an der attischen Demokratie studieren.

Der besitzlose Plebs will, und das ist der ursächliche Grund für die überbordende Staatsverschuldung und die exorbitanten Steuern demokratischer Staaten, vor allem gut versorgt werden. Der Grund für den Erfolg des schweizerischen Minarettverbotes ist genau dort zu suchen. Die Schweizer empfinden die hereinströmenden plebejischen Massen als Kongruenz am staatlichen Futtertrog und fürchten um ihre Alimente. Folgerichtig ist die „demokratische“ Rechte in Europa nur dort erfolgreich, wo sie wie die Linke agiert und dem Plebejer die Wahrung seiner sozialen Privilegien verspricht.

Der mit seinem Besitz wirtschaftende Mittelständler hingegen sieht den politisch gewollten Massenzustrom in die heimischen Sozialsysteme deshalb mit gemischten Gefühlen, weil die politischen Eliten das zum Vorwand nehmen, ihm noch tiefer in die Tasche zu greifen und seinen Besitz – siehe Erbschaftssteuer – sukzessive, unter Hinweis auf – selbst geschaffene – soziale Notstände, zu requirieren. Hier und nur hier decken sich die ökonomischen Interessen des einheimischen Mittelstandes mit dem des autochthonen Proleten. Es geht um die Wahrung des beiderseitigen Besitzstandes gegen die Zumutungen diverser Ideologen, die den – ihnen nicht gehörenden – Reichtum, am liebsten in der ganzen Welt verteilen möchten.

Das hat, um meine katholischen Mitleser zu beruhigen, auch nichts mit der katholischen Soziallehre zu tun, denn dort entscheidet der Barmherzige über das Maß seiner Gaben und nicht der von Ideologen okkupierte Staat. Im übrigen übe ich Nächstenliebe dort, wo ich das Los meiner Nächsten erleichtere und nicht durch Spenden in ein fernes Afrika, deren Wirkungen sich sowohl meiner Kenntnis, als auch meinem Wollen entziehen. Nächstenliebe heißt eben nicht die ganze Welt zu lieben, sondern für den Teil der Menschheit zu sorgen, der aus eigener Verantwortung erreichbar ist. Familie, Freunde, Volk. In dieser Reihenfolge.

Wer das Rassismus, Xenophobie, Fremdenfeindlichkeit oder Nationalismus nennt, ist entweder ein gnadenloser Demagoge oder ein hirnloser Papagei derselben.

Der Plebs ist nur insofern konservativ, als er um seine zugesicherten Alimente bangt und er wird, das darf ein Konservativer nie vergessen, zum „revoluzzenden“ Mob, sobald seine Privilegien vom Verlust bedroht sind oder ihm Populisten einen größeren Anteil am erwirtschafteten Reichtum verheißen.

200 Jahre Donoso Cortés

Mai 7, 2009

Der katholische Staatsmann und Geschichtsphilosoph Juan Francisco María de la Salud Donoso Cortés, Marques de Valdegamas, der 1809 das Licht Spaniens erblickte, hatte keinerlei Illusionen, was die Phobien und die aggressive Konsequenz der politischen Irrlehren der Moderne betraf.

Seine Ansicht, daß es zwischen der gottverleugnenden Moderne, ihren Ausgeburten Liberalismus und Sozialismus, und dem Katholizismus keinen Kompromiß geben könne, weil die Moderne de natura auf die Ablösung, ja Vernichtung des Katholischen angelegt sei, diese Radikalität des Spaniers beeindruckte nicht nur das katholische Europa seiner Zeit. Carl Schmitt, der Donoso »gesamteuropäisch« interpretierte, rühmte dessen Klarsicht und Radikalität. Treffend sei Donosos Erkenntnis, daß die modernen Ideologien Ersatzreligionen sind, ihre Begriffe säkularisierte theologische Begriffe. Nur der Liberalismus weiche jeder begrifflichen Festlegung aus.

Quelle: Sezession im Netz; 200 Jahre Donoso Cortés

Lesenswerte Reminiszenz an einen der Nachkommen des Mannes, der das Aztekenreich für Spanien eroberte. Das war, bevor die Sozialisten herrschten. Wer mehr über Donoso Cortés und seine Werke erfahren will, wird auf den „Unzeitgemäßen Betrachtungen“ unter dem Label „Donoso Cortes“ umfassend bedient: Donoso Cortes.

Video zum Chemnitzer Bildersturm

Mai 1, 2009

Herrlich.

Freundschaft!

Neues vom Chemnitzer Bildersturm

April 29, 2009

Der Chemnitzer Bildersturm zieht neue Kreise. Heute drang eine Gruppe um den libertären Blogger Marco Kanne in den Chemnitzer Stadtrat ein, um gegen die Übermalung eines Wandbildes von Benjamin Jahn Zschocke zu protestieren: Protestaktion gegen städtische Bilderstürmer in Chemnitz.

Der Protest platzte mitten in eine Rede, mit der Bürgermeisterin und Barbara Ludwig diesen „Geniestreich“ der Stadt rechtfertigen wollte. Der Effekt war durchschlagend. Die Rede wurde unterbrochen und nicht fortgesetzt. Die Stadträte verließen wie aufgeschreckte Hühner aus Protest vor dem Protest den Saal und kamen nicht zurück.

Der Stadtrat von ProChemnitz, der sich weigerte den Saal zu verlassen und eine Rede vor leeren Stühlen hielt, wurde von der Polizei gewaltsam aus dem Saal entfernt. Die Staatsmacht zeigt Muskeln. Oder waren es wieder nur dicke Bäuche?

Mainstream-Konservatismus

April 20, 2009

Beim Lesen von Kubitscheks „Wozu Chemnitz?“ stolperte ich über folgende Formulierung:

„Von Mannheim nach Chemnitz, denn der Gast stellte die Frage, wozu wir uns dies antäten: Von vornherein sei doch klar gewesen, daß wir die Übermalung des Bildes hätten nicht aufhalten können. Und sicher gefalle nicht jedem unserer Leser und Freunde die Vorstellung, daß man sich als Konservativer in Handschellen abführen lasse, also nicht für, sondern gegen die Staatsmacht und ihre Ordnung stehe.“
Quelle: Sezession im Netz; Wozu Chemnitz?

Was nur ist falsch an der Vorstellung, dass ein Konservativer nicht gegen die Staatsmacht agieren könne? Vielleicht gibt ein Satz, den ich heute in einem anderen Zusammenhang gelesen habe, eine Antwort:

Das Verschwinden der radikalen Linken ist ein Anzeichen dafür, daß sie im Grunde diejenigen ihrer Ziele, die erreichbar waren, erreicht hat. Was niemand zugibt, ist die Tatsache, daß das, was wir rund um uns sehen, der Sieg der Revolution ist.
Quelle: Counterdjiad; Die Tyrannei des Liberalismus

Denn wenn die Linke ihre Ziele weitgehend erreicht ist, dann sind ihre natürliche Antipoden, die Konservativen und die Reaktionäre, in der Opposition und folglich im logischen Widerspruch zur Staatsmacht. Hingegen:

Einfacher Mainstream-Konservatismus ist die Sichtweise vernünftiger Menschen, die dem Etablierten anhängen, aber willens sind, neuen Entwicklungen entgegenzukommen. Er hat viel gemeinsam mit Liberalismus und wäre gut geeignet, diesen zu mäßigen, wenn irgendetwas dazu in der Lage ist. Beide sind diesseitige Ansichten, die Absolutem mißtrauen und Vernunft und Erfahrung wertschätzen. Der grundlegende Unterschied ist, daß der einfache Konservatismus überkommene Gewohnheiten und Erwartungen als Anleitung hinnimmt, was vernünftig ist, während der Liberalismus zu etwas Abstrakterem neigt. Aus diesem Unterschied ergeben sich weitere. Der Konservatismus nimmt gesellschaftliche Gewohnheiten hin, die nichtliberale Auffassungen weitertragen; wenn dogmatische Religion und autoritäre Elemente familiären Lebens gesellschaftlich akzeptiert werden, neigt er dazu, sie zu unterstützen. Wie dem auch sei, als bloßer Konservatismus ist ihm die Wahrheit gleichgültig, und er behandelt die Religion und die moralische Tradition als verhandelbare Interessen.
Quelle: Counterdjiad; Die Tyrannei des Liberalismus

Die Tyrannei des Liberalismus

April 20, 2009

Ein interessantes Essay von James Kalb über die „Tyrannei des Liberalismus“ findet sich auf dem Blog Counterdjihad. Hier einige kurze Auszüge:

Wahre Opposition kommt nicht von der Linken, sondern von reaktionären und restaurativen Gruppen, die sich selbst von der ehrenwerten Politik ausschließen, indem sie den Liberalismus und die Linke zurückweisen. Die heutigen Dissidenten sind partikularistisch — traditionalistisch, fundamentalistisch, populistisch oder nationalistisch. Darüberhinaus sind sie antisäkularistisch und antihedonistisch. Sie weisen ein System von Politik zurück, das die gesellschaftliche Ordnung auf menschlichen Willen gründet, weil sie die dahinterliegende Ansicht ablehnen, die Menschen brächten Moral für ihre eigenen Zwecke hervor.

Die gegenwärtige Lage resultiert zum Teil aus der enormen Macht, die die Massenmedien in die Hände einer kleinen Elite geben, die die Welt mit den Meinungen ausgesuchter Experten überfluten und das kritische Denken in einem Sumpf aus Trivialitäten und Zitat-Häppchen versinken lassen können. Diese Macht integriert die Meinungsbildner — Medienleute, Entertainer, Experten, Pädagogen — in die Regierung; unsere Herrscher steuern die öffentliche Meinung, denn diejenigen, die die öffentliche Meinung steuern, sind unter ihnen.

Jemand, der mich willkürlich einsperrt oder meinen Besitz konfisziert, ist ein Tyrann. Herrschende Eliten, die die gesellschaftlichen Einrichtungen und die Beziehungen zerstören, die mich zu dem machen, was ich bin, die die Familie angreifen, die Unterscheidung der (sozialen; A.d.Ü.) Geschlechter abschaffen, die ethnischen Bindungen und die traditionellen moralischen Selbstverständlichkeiten abschaffen, die die Religion aus dem öffentlichen Leben vertreiben und privaten Gesellschaften vorschreiben, wen sie aufnehmen und warum, sind ebenfalls tyrannisch.

Quelle: Counterdjihad; Die Tyrannei des Liberalismus

Konservatives Lebensgefühl

April 16, 2009

Was bitte, Herr Mappus, ist ein „konservatives Lebensgefühl“?

Hoffnung II

Dezember 10, 2008

Diesen Text auf der „BlaueNarzisse“ ist nicht nur bemerkens-, sondern auch lesenswert: Konservativer Widerstand in der Schule.

Kuehnelt-Leddihn online

November 15, 2008

Vielleicht hat es ja jemand bemerkt: ich habe begonnen, angeregt durch NIKODEMUS, Texte von Kuehnelt-Leddihn zu suchen, zu sammeln und online zu stellen. Vielleicht wird daraus eine Art konservativer Online-Bibliothek, aus der sich jeder bedienen darf, der möchte. Eine Art Gedächnis für jene Gedanken, die ich ungern verloren geben würde. So wie Büchermenschen aus Fahrenheit 451.

Meine digitale Privatbilitothek umdfasst mittlerweile mehr als 10.000 sogenannte eBooks. Die werden ich natürlich nicht online stellen. Ich bin ja nicht geldmüde. Ich habe nur einen Anwalt und der ist schon teuer genug.

Für jeden Hinweis, wo man konservative Texte findet, auf die kein Geldgeier Anspruch erhebt, wäre ich dankbar. Ich sammle konservatives Schriftgut mit großer Leidenschaft. Jeder hat eine Macke. Dies ist die meine.