Archive for the ‘Genetik’ Category

Nietzsche lässt grüßen

Dezember 30, 2010

Der Grünen-Politiker Volker Beck nannte hingegen Heinens Kritik „unverständlich“. PID ziele auf Selektion und Tötung von Embryonen. Da könne man sich nicht über die Überbringung der schlechten Nachricht beschweren, sondern müsse vielmehr seine eigene Position noch einmal überprüfen.[1]

Ist es wirklich „der Volker Beck“? Der Berufsschwule? An der Seite von Kardinal Meisner?

Höh, höh. Ob der beim nächsten Marsch für das Leben mit demonstriert?

PID ist nichts anderes als der Einstieg in die Erbguthygiene. Hier maßen sich ein paar Idioten an, darüber zu entscheiden zu wollen, welches Leben in ihren Augen lebenswert ist und welches nicht.

Das ist der erste Schritt auf dem Weg zur Menschenzucht. Nietzsche lässt grüßen.

Liebe Eltern, welches Baby hätten’s denn gern? Darf es blond, blauäugig und schwul sein?

Ah! Ich ahne, warum sich der Beck wegen der PID in Hosen macht. Er fürchtet um seine Art.

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[1] PID-Kontroverse: Kritiker wirft Meisner theologische Demenz vor; WELT ONLINE.

PID: Gipfel des Zynismus

Dezember 21, 2010

Abgeordnete aller Fraktionen stellen heute einen Gesetzentwurf für eine bedingte Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik vor. Zum Beispiel, wenn wegen genetischer Vorbelastungen eine schwerwiegende Erbkrankheit hoch wahrscheinlich sei.[1]

Salamitaktik der Erbguthygieniker [2]. Die CDU‘ ler verstoßen damit gegen ihren Parteitagsbeschluss. Sie werden sich bei der Abstimmung im Parlament auf ihr „Gewissen“ berufen und gemeinsam mit den Linken, den Roten, den Grünen und den Liberalen die bürgerliche Mehrheit aushebeln.

Der Gipfel der Zynismus ist es, das ganze Vorhaben unter den Titel „Embryonenschutz“ zu stellen. So als wollten sie Embryonen „schützen“ und nicht den Mann an der Rampe spielen.

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[1] Embryonenschutz: Befürworter der PID stellen Gesetzentwurf vor – Inland; FAZ.NET.

[2]Erbguthygiene und düstere Aussichten

Erfolgreich sterben

November 5, 2010

Eine Studie in der Amish-Gemeinschaft in den USA zeigt: Ob jemand im Alter gesund und fit ist, hängt möglicherweise von seinen Genen ab.[1]

Die mit den „guten“ Genen sterben gesünder. Das erinnert an einen Witz über Sportler. Nur ist das hier offenbar nicht als Scherz gemeint.

Oder leben die Amisch, ob ihrer strotzenden Gesundheit, länger? Darüber sagt die Studie nichts. Vermutlich deshalb, weil es nichts zu sagen gibt oder die Leute sogar früher sterben. Natürlich wären sie dann auch gesünder. Aber das hängt natürlich vom Grad der medizinischen Versorgung ab. Auch darüber sagt der Artikel nichts.

Kurzum, der Text erinnert an mittelalterliche Quacksalberei.

Nur eines ist sicher, und das ist der evolutionäre Vorteil der Religion, die Amisch sind kindereich: Amisch-Familien haben im Schnitt fünf bis sieben Kinder.[2]

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[1] Genetik: Warum die Amish People im Alter so topfit sind; WELT ONLINE.
[2] Die Amischen – in 16 Jahren verdoppelt

Versuchskaninchen der Agrarkonzerne

April 20, 2009

Siebzig Prozent aller Deutschen, so die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ in einem Artikel zur aktuellen Genmaisdebatte, wären für das Verbot von genetisch veränderten Pflanzen. Klare Mehrheiten sollten für die Politik eine Steilvorlage sein, um klare Verhältnisse zu schaffen. Verbieten das unheimliche Teufelszeug. Basta. Schließlich leben wir in einer angeblichen Demokratie, die ihre einzige Legitimation aus dem politischen Willen von Mehrheiten schöpft.

Stattdessen erlebt man exemplarisch was geschieht, wenn die Apparatschiks der Wissenschaftslobby ihren Willen nicht durchsetzen können. Von Populismus ist die Rede und irrationalen Ängsten, die mir als ahnungslosen „Genmaislaien“ wieder einmal unterstellt werden. Schließlich habe man wissenschaftliche Studien, welche die Unbedenklichkeit der manipulierten Pflanze hinreichend bescheinigen.

Es geht nicht um den Hunger in der Welt, der ließe sich auch mit der traditionellen Landwirtschaft problemlos besiegen, sondern um höhere Profite für die Agrarkonzerne, für die ich deshalb als Versuchskaninchen herhalten soll. Ich habe keine „irrationalen Ängste“, wohl aber ein gesundes Misstrauen gegenüber einem allzu blinden Fortschrittsglauben, der in der Vergangenheit – auch – für verheerende „Kolateralschäden“ verantwortlich ist und der sich zudem noch aus unverhohlener Profitgier speist. Die Opfer solch vermeintlichen Fortschritts zählt, von krassen Ausnahmen wie Contergan einmal abgesehen, niemand. Ich kann auf den Genuss von genmanipulierten Fraß problemlos verzichten, zumal ausschließlich die Erzeuger von den angeblichen Vorteilen profitieren.

An die Objektivität wissenschaftlicher Studien, die von interessierter Seite in Auftrag gegeben und bezahlt werden, glaubt sowieso kein halbwegs aufgeklärter Mensch mehr. Kein Hund beißt die Hand, die ihn füttert. Auch das kein Populismus, sondern eine Tatsache, die von jenen Wissenschaftlern beklagt, die ihre Seele noch nicht meistbietend verhökert haben.

Quelle: FAZ; Kleine Käfer, große Fragen