Posts Tagged ‘Angela Merkel’

Vorsehung oder Schicksal?

Dezember 15, 2010

Kanzlerin Angela Merkel hat sich in ihrer Regierungserklärung mit Pathos zum Euro bekannt und ihn als schicksalhafte Notwendigkeit beschrieben.[1]

Der Führer glaubte an die Vorsehung, Merkel an das Schicksal. Kann in Deutschland nicht endlich ein Politiker regieren, der nicht an sich oder diverse höhere Mächte, sondern einfach nur an Gott glaubt?

Die merkelsche Variation zur Alternativlosigkeit heißt Schicksal. Wenn die Weiber nicht mehr weiterwissen, flüchten sie ins Esoterische.

_______

[1] Regierungserklärung: Merkel beschwört das Euro-Schicksal; FOCUS Online.

Die letzte Chance

Oktober 7, 2010

Das wird ein hartes Stück Arbeit für Angela Merkel: In sieben Regionalkonferenzen will die CDU-Chefin bis Anfang November versuchen, die tief verunsicherte Parteibasis wieder auf Kurs zu bringen. Doch schon bei der ersten Veranstaltung in Wiesbaden nahmen die Mitglieder die Kanzlerin unter Beschuss.[1]

Mit „Regionalkonferenzen“ hat sich Merkel gegen Kohl an die Macht gepuscht. Es wäre eine feine Ironie, wenn Merkels eigene Erfindung – wohl ein Erbe ihrer FDJ-Erfahrung – nunmehr ihren Fall einleiteten würde. Es ist wohl die letzte Chance der CDU eine grandiose Fehlentwicklung zu korrigieren.

______

[1]Erste CDU-Regionalkonferenz: Basis liest Merkel die Leviten; Politik.

Merkels tête-à-tête mit Koch

Oktober 4, 2010

„Konservativ“ heißt das neue Buch von Roland Koch. Bei der Vorstellung mit Kanzlerin Merkel ging es aber erst einmal um andere Themen.[1]

Merkel schmückt sich mit Roland Koch. Der behauptet in seinem neuen Buch nämlich ein Konservativer zu sein. Was dabei herauskommt hat FAS  durchdekliniert: Streitgespräch mit Roland Koch. [2]

_______
[1] Buchvorstellung: Merkel und Koch plaudern über Schäuble und Islam; WELT ONLINE.

[2] Streitgespräch mit Roland Koch: „Wenn Sarrazin die Diskussion überlassen wird, werden Konservative verlieren“; FAS

Merkels Wackeldackel

September 19, 2010

Vor 41 Jahren Jahren formulierte der amerikanische Psychologie-Professor Lawrence J. Peter sein Peter-Prinzip: “In einer Hierarchie neigt jeder dazu, bis zu seiner Stufe der Inkompetenz aufzusteigen”. Sein überzeugendestes Beispiel war der Lehrer, der zum Rektor befördert wird und scheitert, weil ein guter Pädagoge noch lange keiner guter Verwaltungsfachmann ist.[1]

Ich bin also nicht der einzige, der über wuff Wulff denkt, wie er denkt. Und zwar von an Anfang an. Das ist kein Präsident, sondern Merkels schwanzwedelnder Wackeldackel.

___________________  
[1] SPRENGSATZ _Das Politik-Blog aus Berlin;  Der falsche Präsident

Supermanns Mutti

Dezember 21, 2009

Man kennt das aus Hollywood-Katastrophenfilmen: Angesichts eines drohenden Meteoriteneinschlags oder der Invasion vernichtungswütiger Außerirdischer werden ideologische und nationale Gegensätze unter den Menschen plötzlich belanglos. In der Stunde der ultimativen Bedrohung obsiegt die reine menschliche Solidarität über alle kleinlichen irdischen Querelen.[1]

Glücklicherweise funktioniert die Welt nicht nach den Drehbüchern von Hollywood-Schnulzen, obwohl sich die infantilen Protagonisten, allen voran Merkel, alle Mühe gegeben haben, die Katastrophe herbeizureden. Moral statt Vernunft beherrscht heute die „westliche Politik“, die es unter der Welterrettung vor wem oder was auch immer nicht mehr zu machen scheint. Die Rhetorik erinnert an die Sprechblasen eines Supermann-Comics und die dramatischen Attitüden lassen vor allen eines vermissen: die kühle, abwägende politische Vernunft, die genau weiß, wer sie wählt und wer ihre Gehälter bezahlt. Merkel generiert sich wie Supermanns Mutti und vertritt die Interessen der Tuvalu-Inseln, jedoch nicht die ihres eigenen Landes. Diesen Part mussten die Chinesen und Inder übernehmen. Wer ohne jede Kontrolle hundert Milliarden Euro an Dritte Welt Kleptokratien verschenken will, gehört nicht in ein Kanzleramt, sondern schlicht in eine „Klapsmühle“. Dort kann sie, völlig folgenfrei, am Thermostaten ihrer Gummizelle drehen und von mir aus auch das Klima regieren.

[1] WELT ONLINE; Im Büßerhemd vor Diktatoren: Europas Klimapolitik führt in alte Sackgassen

Merkel weltweit immer beliebter

Dezember 6, 2009

Angela Merkel ist populärer denn je: In einer internationalen Beliebtheitsumfrage belegt sie den dritten Platz hinter US-Präsident Obama und dem Dalai Lama. Knapp zwei Drittel der Befragten haben von Merkel eine hohe Meinung.

Quelle: SPIEGEL ONLINE; Umfrage: Merkel wird weltweit immer beliebter

Wär ich Franzose oder Brite, wär ich heilfroh das Merkel Kanzler der Deutschen ist und nicht mein Regierungschef.

Sozialdemokratin des Herzens

Dezember 5, 2009

Und es könnte sein, dass sich Angela Merkel schon jetzt nach den Partnern Müntefering und Steinmeier zurücksehnt. Schließlich ist sie eine Sozialdemokratin des Herzens.

Quelle: sueddeutsche.de; Degler denkt – Schwarz-Gelb – reif für die Eheberatung

Gut beobachtet. Merkel ist in der falschen Partei. In der Brandenburger SPD oder gar der dortigen Linkspartei wäre das realsozialistische Gewächs vermutlich besser aufgehoben. Merkel go Home.

Hoffnung

Dezember 2, 2009

Merkel will Verantwortung für Kundus übernehmen

Quelle: WELT ONLINE; Afghanistan-Affäre: Merkel will Verantwortung für Kundus übernehmen

Tritt sie jetzt zurück?

Nicht ablenken Herr Kauder

November 24, 2009

Unionsfraktionschef Volker Kauder forderte den Verband auf, die Präsidentin offiziell für den Beirat zu benennen, um eine Entscheidung herbeizuführen. „Ich rate dem BdV zu nominieren, und dann werden wir sehen, ob es in dieser Regierung zu machen ist, ob die FDP bereit ist. Ich habe da Zweifel, aber das wird man dann sehen“, sagte Kauder vor einer CDU-Präsidiumssitzung in Berlin.

Eines müsse in jedem Fall klar sein: „Es ist nicht an der Union, ob Frau Steinbach in das Gremium kommt, sondern es liegt an der FDP.

Quelle: sueddeutsche.de; Vertriebenenstiftung – Steinbach-Vize fordert Machtwort der Kanzlerin

Der Finger zeigt auf die FDP, wo doch das Wort der Kanzlerin gefragt ist: Nicht ablenken Herr Kauder, wir wollen wissen, auf welcher Seite Merkel steht, was Westerwelle will wissen wir schon. Sie soll den Namen Steinbach aussprechen.

Merkel: Machiavellis gelehrige Erbin

November 22, 2009

Bundesregierung und Vertriebene verhandeln Presseberichten zufolge über einen möglichen Verzicht der CDU-Politikerin Erika Steinbach auf einen Sitz im Beirat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“. Im Gespräch sei eine finanzielle Kompensation für einen Rückzug der Vertriebenen-Präsidentin, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Laut Nachrichtenmagazin „Focus“ sind auch mehr Stiftungssitze für andere Vertreter der Vertriebenen im Gespräch.

Quelle: WELT ONLINE; Vertriebenenverband: Geld und Sitze für den Verzicht auf Steinbach

Déjà-vu. Als Merkel Schäuble als Kandidaten für das Bundespräsidentenamt ausmanövrierte, da war es Westerwelle, gegen dessen Widerstand sich die Personalie angeblich nicht durchsetzen ließe. Hernach zaubert die Parteichefin den bis dahin unbekannten Köhler aus dem Ärmel, gegen dessen Vita sich die „Schäuble-Fans“ in der eigenen Fraktion nicht wirklich wehren können. K.o.-Sieg Merkel. Am Ende blamierte sie ganz nebenbei noch ihre „Parteifreunde“ Roland Koch und Friedrich Merz, während Westerwelle bei den eigenen Anhängern punkten konnte: Merkel stoppt den Schäuble-Fanclub.

Es ist nun wieder der inzwischen zum Außenminister Aufgestiegene, der in der „Causa Steinbach“ in irrational anmutender Weise alle Schiffe hinter sich verbrennt. Das verwundert nicht nur FAZ, weil Westerwelle in der Opposition zu Joschka Fischer gegenteilige Töne anschlug: „Westerwelles Selbstbeschreibung“ oder „Wachsweicher Westerwelle“.

Merkel, so titelt der Tagesspiegel vom 16.03., stellt sich hinter Steinbach. Andere titeln mit: Merkel stellt sich vor Steinbach. Wirklich? Ist der Name der Präsidentin des BdV tatsächlich gefallen? Natürlich nicht. Merkel betont die Selbständigkeit des BdV bei der Kandidatenwahl. Mehr sagte die CDU-Chefin nicht. Bis heute.

Westerwelle hat keine Schiffe, auf denen er zurückrudern könnte. Ein „politisches Tier“ handelt nicht so, es sei denn, es ist sich seines Sieges sicher, weil es heimliche Verbündete an seiner Seite weiß, von denen seine Gegner nichts ahnen. Zeit sich an die „Causa Schäuble“ zu erinnern.

Noch eine schmutzige Finte, wenn es wahr wäre: Das Kanzleramt soll Steinbach einen „Traumposten“ in der Bundesregierung angeboten haben. Eine blumige, aber recht deutliche Aufforderung zum politischen Harakiri: Steinbach sollte in Bundesregierung.

Nun also will das Kanzleramt einen Kuhhandel schließen: Der BdV lässt Steinbach fallen und erhält im Gegenzug mehr Posten, Geld und Einfluss. Ein Schweigegeld, damit Merkel weiter das wortkarge „Mädchen“ mimen kann, die schüchterne Pastorentochter, die kein Wässerchen zu trüben vermag und die nichts mehr als „Machtworte“ hasst. Vielleicht liebt das „Mauerblümchen“ dafür die Intrige. Sie wäre nicht das erste Weib in der Geschichte, die Machiavellis Kunst vollendet beherrscht.

Kommt es tatsächlich zur Einigung, fehlt eigentlich nur noch der neuer Aha-Kandidat für den leeren Sessel in der Stiftung.

Am Ende stünde Merkel ein weiteres Mal als „Cleverle“ da, Westerwelle könnte sich in der Sonne des Sieges baden und die weißen Ritter Steinbachs, allen voran die „Seehofer“ und die CSU, wären bis auf die Knochen blamiert.

Auf dem CDU-Blog mokiert man sich unterdessen über die „fremden Freude“ aus der FDP. Na ja, alles, was Merkel in der Vergangenheit tat, nutzte vor allem ihr selbst – und der FDP. Vielleicht sollten sie sich die CDU’ler lieber über die „fremden Freunde“ in der CDU wundern.

Update:

„Wir lassen uns nicht kaufen“, sagte Steinbach der „Bild am Sonntag“. Es ginge ihr um die Sache, nicht ums Geld.
Quelle: Steinbach will auch nicht für Geld verzichten

Ehrenwert, Frau Steinbach. Man kann nur hoffen, der Rest des BdV sieht das genauso und hält dem politischen Druck stand.