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Zerrbild der Männlichkeit

August 28, 2008

„Wenn man heute im Hinblick auf die katastrophalen Auswirkungen der von uns mit dem Krebs verglichenen demographischen Erscheinungen immer mehr von einer «Geburtenkontrolle» spricht, wird damit sicherlich nicht das wesentliche Problem berührt, denn in keiner Art und Weise kommt ein Kriterium der Differenziertheit, des Qualitativen zum Tragen. Aber die Stumpfsinnigkeit ist noch größer bei denen, die auf Grund traditionalistischer und moralisierender Vorstellungen, die nunmehr wirklich nur noch Vorurteile sind, gegen diese Kontrolle auftreten. Wenn einem die Größe und die Macht eines Volkes am Herzen liegen, ist es sinnlos, sich mit der materiellen Eigenschaft des Vaterseins zu beschäftigen, wenn sie nicht von der spirituellen Tugend der Vaterschaft begleitet wird im Sinne von höheren Interessen, der richtigen Beziehung zwischen den Geschlechtern und vor allen Dingen dem, was wirklich Männlichkeit heißt, also dem, was sie auf einer anderen als der naturhaften Ebene bedeutet.

Wenn wir die moderne Frau des Niedergangs angeklagt haben, darf man keinesfalls vergessen, daß der Mann der erste Verantwortliche dieses Niedergangs ist. Wie die Masse nie in alle Bereiche des sozialen Lebens und der Gesellschaft hätte einbrechen können, wenn es echte Könige und echte Aristokraten gegeben hätte, so hätte in einer von wahren Männern aufrechterhaltenen Gesellschaft die Frau nie den Weg, den sie heute beschreitet, einschlagen wollen und können. Die Epochen, in denen die Frau eine Autonomie und eine Vorherrschaft erreicht hatte, waren fast immer mit Zeiträumen eines deutlichen Niedergangs älterer Kulturen zusammengefallen. Daher müßte sich die echte Reaktion gegen den Feminismus und gegen jede andere weibliche Entgleisung nicht gegen die Frau, sondern gegen den Mann wenden. Man kann von der Frau nicht verlangen, daß sie wieder eine solche wird, um die nötigen inneren und äußeren Bedingungen zu schaffen, damit ein Volk mit Blick auf das Höhere entstehen kann, solange der Mann nur von einem Zerrbild der Männlichkeit weiß.“
Quelle: Julius Evola; Revolte gegen die moderne Welt; 21; Niedergang der traditionstragenden Völker

Werbung prägt

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Manchmal hat man den Eindruck, als wäre der Feminismus vor allem eine unter Männern verbreitete Krankheit. Jedenfalls sind die es, die in einschlägigen Foren am aggressivsten Frauenrechte vertreten, während hartleibige Flintenweiber eine eher seltene Art ist, die sich zudem noch durch eine gewisse geistige Inflexibilität auszeichnet. Männer hingegen, die ihr Geschlechtsteil mit ihrem Geschlecht und Hirn verwechseln und die in einem ordentlich F*** die Lösung aller unserer, denn sie selber behaupten für gewöhnlich keine zu haben, Probleme sehen, treten häufiger und meist in kleinen Rudeln auf.

Das größte Manko der Männerbewegung ist, und hier greift Evolas früher Einwurf, dass sie immer noch eine Anti-Bewegung ist, die sich hauptsächlich gegen Emanzen profiliert und damit, unnötigerweise, die Solidarität ihrer, am Feminismus eigentlich uninteressierten, Geschlechtsgenossinnen provoziert. Bewegungen, die sich nur gegen etwas richten, reagieren zudem meist bloß, sind folglich defensiv und bemerken für sie ungünstige Entwicklungen immer erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist, sie umzukehren oder gar zu verhindern.

Das Männerbild der Vergangenheit ist von der Gegenwart aus verschiedenen Gründen überholt, ein „Modernes“ hingegen existiert nur als Zerrbild, welches man vorzugsweise in der Werbung präsentiert bekommt: Der gestylte Schönling, der als dämlicher Konsumaffe vor allen „trendi“ sein muss und jeden Hype genauso hinterher hechelt, wie eine 12jährige Groupie ihren Popidol. Solange das so bleibt, wird der Feminismus, neuerdings in Gestalt des Genderismus, weiter drängen nach vorne drängen.

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