Posts Tagged ‘Bibel’

Das Licht der Welt

November 23, 2010

Ich freue mich für jedes Kindlein, dass es durch Kondome hindurch, wider jeglicher Abtreibungschemie oder jedem instrumentativen Wollen, zum ersten Schrei gebracht hat.

Es ist heute nicht ganz einfach, von einer Mutter geboren zu werden. Das ist nicht Schuld des Vaters, sondern alleinige Entscheidung der Frau. Kein Mann hat heute keine – juristische – Möglichkeit die Geburt seines Nachwuchses zu erzwingen.

Kinder sind und bleiben für mich das Licht der Welt, das einzige Versprechen auf irdische Zukunft, was überhaupt greifbar ist. Wer soll die „Enterprise“ bevölkern, wenn sich die „Nerds“ zwar an der Zukunft berauschen, aber nicht für sie sorgen?

Wenn das Licht der Welt verlischt, so trägt das Weib – in der „modernen“ Welt – eine originäre, untilgbare Schuld am Aufkommen der Finsternis. Sie erliegt erneut der Versuchung; den Einflüsterungen der Schlange unter dem Baum der Erkenntnis und Adam lässt sich erneut versuchen. Die Erbsünde ist weiblich, sie mündet dort – wo das Weib schon verführt ist, die Äpfel vom Baum des Lebens abzutreiben – in der demografischen Katastrophe, im Vielvölkersterben.

Das ist kein biblischer Aberglaube, sondern pure, höchst „moderne“ Mathematik.

Kleinod des Glaubens

Februar 20, 2010

Ein kleines Mitbringsel meiner kurzen Reise will ich meiner werten Leserschaft keineswegs vorenthalten: Eine Bibel aus dem Jahre des Heils 1725, in Verlegung von Johann Andreà Endters. Nach der notwendigen Restaurierung ist sie zur Zierde meines Hausaltars bestimmt.

Historisch betrachtet ist dieses „Buch“ Teufelswerk, denn es verdankt seine Existenz zwei Ketzern: Luther und Gutenberg. Beide haben ihren Teil dazu beigetragen, dass nunmehr Dummheit und Hochfahrt die Welt regiert, denn sie überließen die Interpretation der Heiligen Schrift der Dumpfheit der Masse, die das Knurren ihrer Mägen für eine Äußerung ihrer Hirne hält. Die Abkehr von Gott begann mit solch abscheulichen Büchern.

Sei’s drum. Auch Ketzer können die Heilige Schrift höchtens missbrauchen, sie aber nimmer entweihen. Das Wort bleibt heilig, egal wer es im Munde führt. Das Buch ist lebendiges Zeugnis für den Glauben meiner Vorfahren, in deren Tradition ich mich sehe und die ich, so Gott will, an meine Nächsten weitergeben werde. Das „Buch“ ist ein leibhaftiges Bindeglied zwischen den Generationen und als solches wird es auch behandelt werden.

Die Zwitscher-Bibel

Mai 21, 2009

Im Rahmen des Evangelischen Kirchentages soll die Bibel in 3000 Kurztexten von jeweils 140 Zeichen auf Twitter-Kurzformat transformiert werden. Um ihre gnadenlose Verweltlichung zu unterstreichen, hat man daraus sogar einen „Weltrekordversuch“ fürs „Guinness Buch der Rekorde“ gemacht. Man darf gespannt sein, wie viele Meschen sich dadurch evangelisieren lassen.

Bei dem Rekordversuch soll die ganze Bibel in 3000 Kurztexten von jeweils 140 Zeichen („Tweets“) zusammengefasst werden. Pastor Christoph Römhild: „Auch Luther hätte getwittert“.

Quelle: Hamburger Abendblatt; Internet-Projekt plant Twitter-Bibel – Kirchentag: Gottes Wort per Kurznachricht

Luther war auch ein großer Dummschwätzer vor dem Herren, der dem Volk nicht aufs Maul schaute, sondern nach dem Munde redete. Im Grunde ist das bis heute symptomatisch für die evangelische Kirche geblieben.

Bei „Twitter-Bibel“ wird nichts anderes herauskommen, als bei der politisch-korrekten „Bibel in gerechter Sprache“ oder der noch dümmlicheren „Volxbibel“. Jeder bastele sich seinen eigenen Gott, solange, bis nichts von ihm übrig ist, an das man glauben könnte.

Lob der Anonymität

Mai 10, 2009

Für eine Versachlichung in der Diskussion um Sperren für Internetseiten mit Kinderpornographie hat sich der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), Prof. Christoph Meinel, ausgesprochen. Zwar hätten praktisch alle technischen Verfahren zur Sperrung solcher Internetseiten Schwachstellen, doch werde zumindest die Schwelle für den Zugang deutlich erhöht, sagte der Professor für Internet-Technologien und -Systeme in einer Stellungnahme.

Quelle: idw; Internetwissenschaftler: „Sachlicher über Sperren von Internetseiten diskutieren“

Woraus gewinnt Meinel die Überzeugung, dass der Bürger Strafen für Meinungen akzeptiert? Aus Untersuchungen? Wohl kaum.

Gedruckte Medien sind nicht anonym. Hier kann jeder jeden verklagen. Ob mit Recht oder zu Unrecht spielt überhaupt keine Rolle. Das Risiko hoher Prozesskosten kann sich Normalmichel überhaupt nicht erlauben. Von den Produktionskosten ganz zu schweigen. Im Blätterwald ist die Mehrheit zum rezipieren verdammt, die Meinungsfreiheit eine geheuchelte Farce. Es ist die Freiheit einer Handvoll Meinungsmacher.

Dasselbe gilt für die Nichtanonymen im Internet. Dort tendieren die Produktionskosten zwar gegen null, doch die Gefahr verklagt oder abgemahnt zu werden steigt. Jeder der als Nichtanonymer gegen den Strich zu bürsten wagt, weiß genau, was gemeint ist. Der Zensor hat tausend Gesichter und das Wort ist längst nicht frei. Selbst der harmloseste Gedanke, kann in eine teure Grube fallen.

Jeder Zensor geht daher mit einem Anonymus schwanger. Mit jener Meinung, die er zu unterdrücken sucht. Je heftiger die Preßur, desto die heftiger Wehen. Actio et reactio. Es ist ein Naturgesetz. Das vermeintliche Recht auf das man sich dabei beruft, steht auf der Seite der stärkeren Kraft und es wechselt schnell den Besitzer, wenn sich die Waage zur anderen Richtung neigt.

Gutenberg raubte der Kirche die Hoheit über die Deutung der Heiligen Schrift. Die Folge war eine blutige Reformation. Seither kann jeder die Bibel auslegen, ohne dass die Inquisition ihn jagt. Was vorher strafbar war, hat das Buch nun erlaubt. Das Internet hat die Macht jener erschüttert, die sie damals der Kirche raubten. Das Volk hat die Herren beim hehren Worte genommen und die bloß feierlich deklamierte zu einer wirklichen Freiheit gewandelt. Der Anonymus übt seither genussvolle Rache und den bisherigen Herren schäumt das Maul vor ohnmächtiger Wut. „Versachlichen“ will Meinel die Debatte nur, um den alten, anheimelnden Status quo wieder herzustellen. Der existiert nicht mehr. Und sachlich ist die Debatte schon längst, nur der Professor hat’s noch nicht bemerkt.