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Merkels Blockflöten

Januar 16, 2011

Die CDU verabschiedet ihre Mainzer Erklärung: Sie will wieder die Stimme der Wirtschaft sein – fordert aber eine grüne Produktion.[1]

Diese protestantische Ossi-Tante macht aus der West-CDU eine Blöckeflötenpartei sozialistischen Zuschnitts mit dem Hang zur nationalen Einheitsliste: „Wählt die Kandidaten der Nationalen Front“ [2]. Ganz genauso wie diese Ex-FDJ-Tussi im Osten von ihrem roten Pfaffen [3] sozialisiert wurde.

Es gibt in den USA ein Gesetz, nachdem kein Einwanderer eine politische Funktion auf Bundesebene ausführen darf. Den Grund für solch angelsächsische Weisheit sieht man an Merkel, die aus der Bundesrepublik eine DDR 2.0 macht.

Man hätte nach der Wiedervereinigung alle Ossis aus politischen Funktionen entfernen, ihre Parteien –und zwar alle – verbieten und jeden dieser Halbrussen beim Kauf seiner ersten Banane einer gründlichen Entossifizierung unterziehen müssen.

Aber vermutlich hätte das bei Merkel auch nichts genutzt, hat sie doch ihre Karriere aus einer FDJ-Kreisleitung [4] ohne den geringsten Knick schnurstracks in Bundeskanzleramt geführt. So allglatt kann nur jemand sein, der gänzlich ohne Überzeugungen oder Glauben auskommt. Teflon-Merkel. An dieser Person kann nichts abprallen, weil nichts da ist, worauf man schießen könnte.

Sie verkörpert den Prototyp des deutschen Wendehalses, der vor 1945 fleißig „Heil Hitler“ – die Ostmark nicht ausgenommen – brüllten, um sich hernach allesamt als Widerstandskämpfer zu generieren. So auch die Ossis, die noch im Jahre der Wende zu 99,9 99,89 [5] Prozent die Kandidaten der Nationalen Front wählten, nur um sich nach dem Fall der Mauer als die einzig geborenen Demokraten aufzuspielen. Zu 99,98 Prozent. Auf dem Weg sind wir wieder, weil es künftig noch „egaler“ ist, wohin man sein Kreuz macht. Der Ossi-Tante und ihrem Anhang sei Dank.

Das ist genug abgründiger Hass für einen Tag des Herrn. Ich habe diesen Text schon gebeichtet. Bei Gott. Aber er musste von der Seele.

Im Osten zu leben ist schwerer als gedacht. Die deutsche Borniertheit ist hierzulande nicht geringer als im Westen. Hinzu kommen die kulturellen Fremdeleien und ein wirklich aggressiver Atheismus, der Kommunismus oder Sozialismus eher toleriert, als christlichen Glauben.

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[1]Klausurtagung: Angela Merkel erklärt die CDU zur Partei der Arbeit – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE.

[2] Offizieller Wahlaufruf zu den DDR-Kommunalwahlen in den 80ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Siehe WIKIPEDIA: Nationale Front.

[3] Horst Kasner (Merkels Vater) galt als ein Kirchenmann, der nicht in Opposition zur Staatsführung und zur Kirchenpolitik der SED stand. Er war – ebenso wie Albrecht Schönherr und Hanfried Müller– Mitarbeiter im Weißenseer Arbeitskreis, der Gegenpositionen zum Bischof in Berlin-Brandenburg, Otto Dibelius, vertrat. Aus Sicht der Staatsführung galt Kasner als einer der „progressiven“ Kräfte. Sein Spitzname zu DDR-Zeiten, der auch in der Presse immer wieder zitiert wird, war dementsprechend der „rote Kasner“. (Quelle: WIKIPEDIA)

[4] „Merkel war während ihres Studiums weiterhin in der FDJ aktiv. Merkel selbst betont Kulturreferentin gewesen zu sein, während andere Quellen angeben sie sei „Sekretärin für Agitation und Propaganda“ gewesen, die genaue Funktion Merkels ist nicht mehr überprüfbar, da alle Belege unauffindbar sind.“ Quelle: WIKIPEDIA. Wenn mir jetzt noch jemand zeigen will, das FDJ-Kreisleitungen sogenannte „Kulturreferenten“ in ihrer Nomenklatura hatte, der beweist einzig seine Ahnungslosigkeit in Bezug auf die DDR-Hierarchie.

[5] Bei den Kommunalwahlen 1989 hat man Wahlfälschung gerichtlich festgestellt: Daher die Korrektur.

Intensive Auseinandersetzung

Oktober 14, 2009

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) fordert eine intensivere Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit. Dazu soll seinen Vorstellungen nach ein Ort geschaffen werden, an dem der Opfer dieser Ideologie gedacht werden könne. Vom Kommunismus gehe immer noch Gefahr aus.

Quelle: WELT ONLINE; DDR-Vergangenheit: Christian Wulff fordert „Kommunismus-Museum“

Defiziler Vorschlag, denn schließlich waren auch die Nazis propere Antikommunisten. Bei dem derzeitigen „Niveau“ der öffentlichen Debatten – siehe Sarrazin – muss Wulff wahrscheinlich jetzt aufpassen, dass er nicht in die Nazi-Ecke gestellt wird. Und antisemitisch – ich erinnere an die Einlassungen eines gewissen Martin Hohmann zu einem ähnlichen Thema – ist dieser Vorschlag auch irgendwie. Nicht?

Überhaupt würde es nicht wundern, wenn die alten und neuen Genossen von der SED Linkspartei die Idee von „antifaschistischen Schutzwall“ – so hieß die Mauer im SED-Jargon, nachdem alle Westdeutschen zumindest verkappte Nazis waren – wieder aufgreifen würden, angesichts solcher reaktionären Vorschläge aus der „rechten“ Ecke. Da wird man sich mal intensiv mit der Vergangenheit eines Christian Wulffs und seiner Partei auseinandersetzen müssen.

Ironie aus. Sie glauben nicht, dass man genauso argumentieren kann? Dann lesen sie mal die Kommentare zum verlinkten Artikel. Dort geht es sogar noch kruder zu. Im Angesicht des „unmenschlichen Raubtierkapitalismus“ und bösen, bösen Neoliberalismus erscheint die DDR dort manchen Zeitgenossen nahezu anheimelnd menschlich.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass ein Museum deshalb unangebracht ist, weil kommunistische Ideen nach wie vor virulent sind. Ins Museum kann der Kommunismus erst dann, wenn es keine Kommunisten mehr gibt. Daher wäre mir ein Mahnmal für die Opfer den Kommunismus – mit einer Wanderausstellung – tausend Mal lieber.

Rosarote Brillen

Juni 27, 2009

Hatte die DDR mehr gute als schlechte Seiten? Ja, finden laut einer aktuellen Umfrage fast 50 Prozent der Ostdeutschen. Dass es sich im SED-Staat glücklicher leben ließ, meint dagegen nur eine kleine Minderheit. Die Entwicklung seit dem Mauerfall sehen Ostdeutsche deutlich skeptischer als Westdeutsche.

Die Befragung zeige, „dass wir in der Aufarbeitung der DDR-Geschichte nicht nachlassen dürfen“, sagte Tiefensee der Zeitung. Insbesondere die Schulen sollten sich stärker mit Alltag und Entwicklung der DDR sowie mit der friedlichen Revolution 1989/90 beschäftigen.
Quelle: WELT ONLINE; Umfrage: Die Hälfte der Ostdeutschen findet die DDR gut

Tiefensees Argumente erinnern an die eines bornierten SED-Bonzen. Nicht die Verhältnisse sind schlecht, sondern nur die Ansichten darüber. Propaganda verstärken, statt Verhältnisse zu ändern. Je abstruser die Agitation, desto schlimmer Zustände. Zum Schluss wird Tiefensee rosarote Brillen austeilen.

Es gibt Verlierer der deutschen Einheit. In der sächsischen Provinz sogar massenhaft. Da ist nichts schönzureden oder „aufzuarbeiten“. Überrascht bin ich höchstens davon das es nur 50 Prozent sind, die sich für Verlierer halten. Ich hätte auf einen deutlich höheren Prozentsatz gewettet.

Cancrins Schicksal

Juni 17, 2009

Am 17. Juni 1953 kommt es überall in der sowjetisch besetzten Zone, die seit dem 7. Oktober 1949 „DDR“ nennen darf, zu Unruhen. So auch in der SAG Brikettfabrik Espenhain, obwohl hier schon russische Truppen die Zugänge bewachen und auf dem Gelände patrouillieren. Es kommt in der SAG aus Furcht vor russischen Repressionen zwar nicht zum Streik, doch auf einer Gewerkschaftsversammlung wird eine Resolution verabschiedet, in der die Forderungen des Tages erhoben werden: Solidarität mit den Streikenden, Sturz der Regierung und freie Wahlen, Freilassung der aus politischen Gründen Inhaftierten, Senkung der HO-Preise.

In dieser Versammlung ergreift auch ein Mühlenwärter das Wort, den das MfS später als „Wortführer“ denunzieren wird: Eberhard von Cancrin. Was er sagte, ist nicht überliefert, aber es war die erste politische Rede seines Lebens und es sollte seine Letzte sein. Den Russen war soviel Renitenz zu viel, sie verhafteten Cancrin und führten in mit sieben anderen „Rädelsführern“ ab. Die sieben Mithäftlinge kamen Anfang Juni frei, Cancrin blieb zunächst verschollen.

Selbst seiner Frau wurde jede Auskunft über den Verbleib ihres Gatten verwehrt. Am 8. August teilte man der Familie mit, dass der Vater zweier Töchter am 18. Juni verstorben sei und die Urne mit seiner Asche abgeholt werden könne.

Lange Zeit blieb unklar, was genau geschehen war. Erst nach dem Sturz des SED-Regimes im Jahre 1989, begann sich das Dunkel um Cancrins Schicksal zu lichten. Danach saß Cancrin zunächst in der MfS-Kreisleitung Borna ein und wurde dort „wegen Aufwiegelung und Aufruhr den sowjetischen Dienststellen übergeben“. Von den Russen wurde er vermutlich am 18. Juni 1953 auf der Müllkippe Möbis bei Espenhain erschossen.

Anzunehmen ist, das Cancrin deshalb erschossen wurde, weil er dem deutschen Adel angehörte und sein Name den Russen nicht unbekannt war. Verschiedene Vorfahren des ermordeten Widerständlers hatten russischen Zaren treue Dienste geleistet. So war ein Georg Graf von Cancrin 1844 Finanzminister des russischen Zaren Nikolaus I.

Quelle: bpb; Eberhard von Cancrin

Alices Wunderland

April 27, 2009

Im Osten seien die Frauen, ob ihrer DDR-Vergangenheit, weit weniger „verblödet“ als im Westen, soll Alice Schwarzer in einem Interview mit der „Super Illu“ gesagt haben. Womit man der Dame Recht geben muss. Gelle Alice? Selten einen blöderen Kommentar gelesen!

Es war gerade die „kaufe und du bist glücklich-Ideologie“, die ihr östliches Wunderland auch mit maßgeblicher Hilfe „unverblödeter Frauen“ zu Fall gebracht hat, weil der Osten außer Rotkraut, Weißkraut und Sauerkraut nicht all zu viel zu bieten hatte.

Nur Ideologie und Bevormundung gab es reichlich. Dazu zählte im Übrigen auch der Arbeitszwang für Frauen, der hierzulande immer noch als große Befreiung missverstanden wird. Es war schlicht und einfach der ungeheure Arbeitskräftemangel der unproduktiven und maroden DDR-Industrie, der Frauen in die Berufstätigkeit zwang. Das alles war Bestandteil einer totalitären Ideologie, in der sich alles um den vergötzten Begriff „Arbeit“ drehte. Die DDR war nichts anderes als ein riesiger Gulag, in dem jeder malochen musste. Für höhere Ziele versteht sich.

Das wirkt bis heute nach und es verwundert nicht wirklich, dass ausgerechnet Schwarzer Versatzstücke des Kommunismus preist. Der Feminismus ist gedanklich von der sogenannten „Arbeiterbewegung“ nicht weit entfernt.

Für Alice Schwarzer sind Frauen aus der DDR stärker und weniger verblödet als westdeutsche. Denn ostdeutsche Frauen könnten eher dem Jugend- und Schönheitswahn widerstehen, sagte die Herausgeberin und Chefredakteurin der Zeitschrift „Emma“ in einem Interview mit der Zeitschrift „Super Illu“.
Quelle: n-tv; Lob für ostdeutsche Frauen

Säue aus der selben Suhle

November 8, 2008

Hubertus Knabe wirft der bundesdeutschen Gerichtsbarkeit „Strafvereitelung“ bei der Verfolgung von Stasi-Straftaten vor. Insbesondere hätte die Praxis Straftaten nach DDR-Recht zu behandeln dazu geführt, dass es, selbst bei schwersten Straftaten, kaum zur gerichtlichen Ahndung gekommen ist.

Sicher, der Mann hat recht. Die Chuzpe mit der sich die Erben des verbrecherischen SED-Regimes in unserer Republik breitmachen und nach politischer Macht streben, ist mehr als ärgerlich. Die Verharmlosung der SED-Diktatur und ihrer Verbrechen ebenso.

Trotzdem: ein Verbrechen kann nur dann und nur dann geahndet werden, wenn es zum Zeitpunkt der Tat auch schon eine Straftat war. Die rückwirkende Anwendung von Gesetzen verbietet sich aus Gründen der Rechtssicherheit. Wäre es anders, könnte jede Tat, die durch heute geltendes Recht gedeckt wäre, morgen schon als Verbrechen geahndet werden. Wer sich heute noch für mehr Zuwanderung einsetzt, kann, wenn sich politischen Verhältnisse dramatisch wandeln, schon morgen als „Vaterlandsverräter“ vor einem Exekutionskommando enden.

Recht steht, so die Idee des Rückwirkungsverbotes, über Staat und Politik. Dieser Grundsatz wurde schon bei der Verurteilung der DDR-Grenzsoldaten durchbrochen und ich hielt die Verfahren schon damals für ein großes Übel. So tragisch die Vorgänge an der innerdeutschen Grenze auch waren, die Soldaten machten sich durch ihre Schüsse keines Verbrechens schuldig.

Wer versucht das Problem mit den Mitteln des Rechtsstaates zu lösen, wird genau diesen Rechtsstaat dadurch beschädigen. Denn wer meint er könne den Teufel nur mit dem Beelzebub austreiben, dem fehlt das Schild, wenn sich Satan gegen ihn wendet. Was ihm antworten, wenn man zuvor jedes Mittel heiligt? Mit fast denselben Worten hat sich schon Thomas Morus verteidigt und wegen dieser Überzeugung stieg auf Schafott.

Das Problem, was Hubertus Knabe zu Recht beklagt, ist nicht durch Juristerei zu lösen. Hier wäre die Politik gefordert. Die aber hat schon 1990 versagt. Man hätte damals nicht nur die Stasi auflösen, sondern auch die SED verbieten sollen und eine Entstalinisierung beginnen müssen, der sich alle „Funktionäre“ des SED-Regimes hätten unterziehen sollen. Gerichtsnotrisch notiert und festgehalten. Die Wiederbetätigung mit „Zuchthaus“ sanktioniert.

Das alles ist unterblieben, weil die hiesigen Intellektuellen schon zu Zeiten des kalten Krieges insgeheim mit den Kommunisten sympathisierten und sie die Ostzone deshalb für das „bessere Deutschland“ hielten, weil sie dort Soljanka schlürfen durfte und Majakowski statt Jünger zu lesen bekam. Die MEGA, für ein paar Westmark, inbegriffen. Die Säue grunzten schon damals in der selben Suhle. Einen Konsens gegen den Totalitarismus hat schon damals nur in Sonntagsreden gegeben.

Heute ist Gysi ein Medienstar, wird die RAF ohne Rücksicht auf die Opfer mythologisiert und selbst die CSU kämpft gegen „rechts“. In einer solchen Atmosphäre ist nicht damit zu rechnen, dass die Verbrechen des Kommunismus angeprangert und, wenn schon nicht juristisch, so doch wenigstens politisch verurteilt werden.

Quelle: Der Rechtsstaat.de; Hubertus Knabe: “Strafvereitelung durch Gerichte für Stasi-Täter”

DDR?

Juli 28, 2008

Die FAZ beklagt sich wieder einmal über mangelnde Geschichtskenntnisse von Jugendlichen, diesmal nicht den Holocaust betreffend, sondern die „Ex-DDR“.

„Die defizitären Kenntnisse sechzehn und siebzehn Jahre alter Schüler in vier Bundesländern über die Verhältnisse in der ehemaligen DDR gehen auch auf politische Versäumnisse zurück. Zu diesem Ergebnis kommt der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, der sich mit den einschlägigen Beschlüsse der Kultusministerkonferenz und deren Auswirkungen beschäftigt hat. „Die Kultusminister haben sich mehrfach als deutschlandpolitisch unmündig erwiesen und ein fragwürdiges Verständnis vom freiheitlichen Rechtsstaat erkennen lassen“, sagte Kraus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.“
Quelle: FAZ; Die Mitschuld der Kultusminister

Wenn man Geschichte, wie hierzulande mittlerweile üblich, nur als ununterbrochene Abfolge von Katastrophen begreift, muss man sich über den Widerspruch zwischen diesem bildungspolitischen Anspruch und seiner Umsetzung, die dann als „Bildungslücke“ empfunden wird, nicht wundern.

Weder sind Demokratie und Freiheit Werte an sich, noch ist die Geschichte eine Historie, die zwangläufig in ihnen mündet. Diese Werte werden nur solange gelitten, solange sie Wohlstand versprechen und der Fortschritt prosperiert. Wenn die Masse der Jugendlichen nicht nur unpolitisch, sondern auch ahistorisch ist, so ist dies ein Zeichen politischer Stabilität und keine, irgendwie geartete „Lücke“.

Politisierungen entzünden sich mithin immer gegen, aber nie für politische Wirklichkeiten, so das, wenn die Jugend sich politisch gebärdet, erfahrungsgemäß Staat und Gesellschaft in höchste Gefahr geraten. So gesehen ist das Desinteresse der Jugend an der „Ex-DDR“ eher ein gutes, denn ein schlechtes Zeichen.