Posts Tagged ‘Ehe’

Von Ehe, Haus und Hof

September 22, 2010

Nach biblischem Verständnis wird ja eine Ehe gestiftet,wenn ein Mann eine Frau heiratet, diese aber sich von ihm heiraten läßt. Er begründet ein Haus, sie aber wird in dieses Haus aufgenommen. Aber selbst Christen haben diesen wesentlichen Unterschied aus ihrem Sprachgebrauch verbannt, sprechen davon, daß da zwei geheiratet haben oder annoncieren fröhlich: »Wir haben geheiratet«.[1]

Auch Christen gründen heute keine Häuser mehr, da sich die ökonomischen Daseinsbedingungen vor allem im urbanen Umfeld grundlegend geändert haben. Das Familienunternehmen oder der Hof sind von der Regel zur Ausnahme geworden. Die Ehe ist ihres Inhaltes beraubt.

Ein lesenswerter Beitrag.
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[1] Falsche Antworten auf falsche Fragen; Geiernotizen.de.

Straftatbestand Ehe

Juli 2, 2010

Die FDP-Bundestagsfraktion arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Zwangsheirat zu einem eigenen Straftatbestand macht. Dann müssten Eltern, die ihre Töchter gegen deren Willen zu einer Ehe zwingen, mit deutlich höheren Haftstrafen rechnen.[1]

Was bei dem emotional besetzten Thema immer vergessen wird: Nicht nur Aische wird „zwangsverheiratet“, in der Regel hat auch Ali keine Qual der Wahl, weil er in archaischen Gesellschaften schon als Kleinkind verlobt wird. Warum wird dieser Tatbestand eigentlich nie thematisiert, wenn es um „Zwangsheirat“ geht? Sie vermuten richtig: weil das Thema auf der Agenda des Feminismus steht und die Figur des Mannes bei den Mädels höchstens als Täter, als Schwein oder als Verbrecher vorkommt. Deshalb ist es hierzulande auch nicht strafbar, wenn ein vierjähriger Junge mit einer Zweijährigen verlobt wird, während der Vater – nicht die Mutter – des Mädchens neuerdings mit Haftstrafen rechnen muss. Das ist zwar nicht logisch, aber ein Grund dafür, warum es so viele Feministinnen und so wenige Mathematikerinnen gibt.

Dabei werden die Kinder nicht „Opfer“ patriarchalischer Strukturen, wie man uns gerne einreden will, sondern meistens geht die Initiative zur frühkindlichen Kuppelei – gerade bei Mädchen – von der Mutter aus. In islamischen oder archaischen Gesellschaften [2] herrscht auch in der Familie strikte Geschlechtertrennung und im abgetrennten Weiberhaushalt endet die Macht des Hausherren – oft- an der Türschwelle zu den Frauengemächern.

Noch in der Generation meines Großvaters war es auch hierzulande üblich, das die Familie ein Wort bei der Partnerwahl der Söhne und Töchter mitzureden hatte, wurden ungeliebte Kandidaten rigoros gemobbt oder es wurde schamlos verkuppelt. Das taten die Eltern nicht, weil sie ihren Kindern Böses antun wollten, dass taten sie aus dem entgegengesetzten Grunde. Es wird bei der „Diskussion“ – sofern man diese überhaupt als solche bezeichnen kann – immer wieder vergessen, das der Sozialstaat mit seinen üppigen Wucherungen ein Produkt der Nachkriegszeit ist und das die Familie, der Clan, die Gens über die Jahrhunderte hinweg die Rolle spielte, die man heute als soziales Netz bezeichnet. Menschen ohne Familienbande fielen der Armut anheim. Die Heirat war ein viel zu wichtiges Instrument zur Sicherung der sozialen Stellung, als das man es „der Liebe“, vulgo den Hormonen, überlassen konnte. Bei der Partnerwahl regierte die Vernunft, nicht der animalische Trieb.

Damals war für Sentimentalitäten kein Platz, derlei kam nur in billigen Dreigroschenheften vor. Heute besingen Hollywoodschnulzen das Loblied auf die „Liebesheirat“, sofern heuer überhaupt noch geheiratet wird. Die aus solcherlei „Liebesbeziehungen“ entstanden Kinder, werden, wenn nicht gleich abgetrieben, doch ganztags an Vater Staat entsorgt, damit sie der eigenen Karriere möglichst nicht in die Quere kommen. Man hat die Familie als lebenslange Schicksalsgemeinschaft zerstört, ihr den Sinn geraubt und nennt die nunmehrige Abhängigkeit von den Almosen eines omnipotenten Staates euphemistisch „Befreiung“, obwohl schon – oder noch – die antiken Römer wussten, dass derlei Fron nicht anderes als Knechtschaft ist.

Und, selbstverständlich werde ich versuchen Einfluss darauf zu nehmen, welchen Lebenspartner sich meine Kinder wählen. Selbstverständlich werde ich mir genehme Kandidaten fördern und Hallodris und Schlampen mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln mobben. Für das Wohl meiner Kinder nehme ich gerne auch Gefängnis in Kauf. Vielleicht wird die Ehe als solche in Bälde überhaupt strafbewehrt.
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[1] Klarer Straftatbestand: FDP geht gegen Zwangsheirat vor – n-tv.de

[2] Im Grunde haben derartige Familienstrukturen deshalb nichts mit der Religion zu tun, weil sie praktisch, in leicht abgewandelten Formen, in allen Kulturkreisen vorkommen und das ein starker Hinweis darauf ist, dass vorhandene Schichtungen von der Religion erst im nachhinein geheiligt werden. Die Familie und ihre Struktur ist älter als Christentum oder Islam.

Homo-Ehe soll ins Grundgesetz

Mai 22, 2009

Das Grundgesetz wird 60. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) nahm dies zum Anlass, mehrere Änderungen zu fordern. Sie will neben der traditionellen Familie auch Homo-Ehen unter den Schutz des Grundgesetzes stellen.

Quelle: WELT ONLINE; Verfassung : Zypries will Homo-Ehe im Grundgesetz verankern

Die Ehe war eine Institution, die nichts mit dem heute völlig verkitschten Hollywoodbild zu tun hatte. Bis Goethes „Werther“ war die Ehe keine Liebesbeziehung, sondern politisches, ökonomisches, soziales und gesellschaftliches Kalkül. Es war in jener Zeit nicht ungewöhnlich, wenn sich die Ehepaare siezten und sich ihre sexuellen Kontakte auf die reine Nachwuchszeugung beschränkten. Die Großfamilie und die in ihr eingebettete Ehe war für die Menschen bis Bismark, die einzige soziale Sicherheit auf die sie bauen konnten. Die Ehe stand aus diesem und nur aus diesem Grunde unter dem besonderen Schutz nahezu aller Verfassungen. Sie war viel zu wichtig, um sie auf unzuverlässige Gefühle wie „Liebe“ oder gar „Leidenschaft“ zu gründen. Kinder wurden deshalb immer gezeugt, weil die Dreigenerationenfamilie auf Kontinuität angewiesen war und schon das ausbleiben nur einer Generation einen unmittelbaren sozialen Abstieg nach sich zog.

Vor allem der nach dem Krieg ausufernde Sozialstaat hat die ökonomische und soziale Bindekraft der Ehe nachhaltig zerstört. War in früheren Zeiten der Staat von einem funktionierenden Netz familiärer Beziehungen abhängig, so hängt heute umgekehrt die Ehe am Tropf des Staates. Sie sieht sich heute auf eine „Liebesbeziehung“ reduziert und ist nicht einmal mehr das geistige Zentrum der nachwachsenden Generation. Die moderne „Familienpolitik“ hat nur dazu beigetragen diesen Prozess zu beschleunigen und setzt mit der Anerkennung der „Homo-Ehe“ nur einen parodistischen Schlusspunkt.

Bedeutung der Zivilehe schwindet

August 20, 2008

Wenn die rechtlichen Vorteile der Zivilehe gegenüber alternativen Lebensformen schwinden, fällt auch der tiefere Grund für Existenz der staatlichen Zivilehe weg.

„Nach zehn Jahren Beziehung muss der Lebensgefährte aus dem Haus ausziehen, in das er – wie er vor Gericht darstellt – etwa tausend Stunden Arbeit und 80.000 Euro investiert hat. Der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) sprach ihm einen finanziellen Ausgleich zu. Das berichtet die Netzeitung. Nach bisheriger BGH-Rechtsprechung standen einem nicht angetrauten Partner solche Entschädigungen nicht zu, einem Ehegatten hingegen schon.“
Quelle: kath.net; Rechtliche Vorteile der Ehe schwinden

Damit setzt sich in der Rechtssprechung des BGH eine Tendenz fort, die dazu führt die Zivilehe anderen Lebensformen rechtlich gleichzustellen.

Wenn die kirchliche Ehe, ab nächsten Jahr, gleichberechtigt neben die Zivilehe tritt und letztere ihre staatlichen Privilegien und den besonderen Schutz durch die Verfassung verliert, dann wird die doppelte Hochzeitsbekundung vor Gott und dem Staat obsolet und das Eheversprechen erhält seine sakrale Bedeutung zurück. Die Zivilehe ist den 130 Jahren ihrer Existenz sowie zu einer Zusage auf Zeit mit willkürlichen Widerrufsrecht und bloßer Vorteilsnahme staatlicher Leistungen verkommen.