Posts Tagged ‘EKD’

Staatskirche oder Kirchenstaat?

Dezember 27, 2010

Der EKD-Vorsitzende Schneider lehnt eine Bundestagsrede von Benedikt XVI. ab, kritisiert das Papsttum an sich und das Staatsverständnis der Katholiken.[1]

Es ist das – heute katholische – Staatsverständnis, für das Jesus ans Kreuz genagelt wurde und noch genagelt wird: Er, unser Gott, ist König der Könige. Eine Anmaßung aus der Sicht der Mächtigen, weil ihre Macht dort endet, wo das Himmelreich Jesu das irdische Dasein transzendiert. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Aber nicht mehr als ihm zusteht, nicht die Seele.

Die Kirche, mithin auch der Vatikanstaat, ist, metaphorisch, die transzendierte Präsenz des Himmelreiches auf Erden und nicht der geistliche Arm weltlicher Mächte.

Mein Großpapa wurde im Kaiserreich geboren, ging in der Weimarer Republik zur Schule, zog unter Hitler in den Krieg, flüchte vor der Bodenreform von der DDR in die Bundesrepublik und verstarb im wiedervereinten Deutschland. Die einzigen Konstanten in seinem Leben waren sein Glaube und seine Sippe. Staaten kommen und vergehen. Nichts ist vergänglicher als irdisches Wollen. Der eitle Anspruch hält nicht einmal für ein ganzes Leben.

Die Reformation war nichts anderes als die Verlängerung des Investiturstreites, die ewige Auseinandersetzung zwischen weltlichen und himmlischen Mächten. Noch Bismarck versuchte die einzig wahre Kirche unter die Kontrolle des Staates zu stellen, um den Einfluss des Glaubens auf weltliche Politik einzudämmen. Denn genau darum geht es bist heute. Hier die Welfen, dort die Ghibellinen. Hier der Papst, dort der Staat. Seit Pontus Pilatus ein christlicher Bestseller.

Deshalb bellen die Kettenhunde staatlicher Macht Zeder und Mordio, wenn ein Papst sich anschickt, der weltlichen Macht zu predigen.

Aber gemach, denn mit der anstehenden Auflösung der Nationalstaaten wird auch die Geschäftsgrundlage ihrer „vorsitzenden“ Homunkului schwinden, werden „Nationalkirchen“ so überflüssig wie ein Kropf.

Der Papst wartet zu Canossa auf die Ökumene.

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[1] Nikolaus Schneider: EKD-Vorsitzender ist gegen Papst-Rede im Bundestag; WELT ONLINE.

Neues Glaubensbekenntnis der EKD

November 17, 2009

So ein Käse, Mann:

Die evangelische Kirche in Mecklenburg-Vorpommern hat angekündigt, stärker gegen Rechtsextremismus in den eigenen Reihen vorzugehen. So sollen die Kandidaten für die Wahl der Kirchengemeinderäte in der Landeskirche Mecklenburg im kommenden Jahr eine entsprechende Erklärung unterschreiben.

Quelle: JUNGE FREIHEIT; Wochenzeitung aus Berlin: Evangelische Kirche fordert Bekenntnis gegen Rassismus

Das Bekenntnis zu Gott reicht der EKD nicht mehr. Es muss auch ein explizites Bekenntnis zur Staatsreligion her. In der Bibel steht davon allerdings nichts.

Die Verpflichtungserklärung erinnert sehr an SED respektive Stasi Methoden. Die haben solche Wisch’s auch innig geliebt.

Nun ja. Die EKD ist nun mal keine Kirche. Hier beweist sie es wieder.

Update: Beim lesen von Mater Amatas „Bibel zitieren wird zum Risiko“ ist mir aufgefallen, dass die Erklärung Christen in einen Glaubenskonflikt führen könnte. Vor allen jene Evangelischen, die Homosexualität für eine Sünde halten und sich aktiv gegen die Homo-Ehe wenden. Schon das steht in der neuen Staatsreligion unter „Hate crime“ – Verdacht.

Käßmann: Unaufhaltsam

Oktober 28, 2009

Mit großer Mehrheit ist Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden. Die Chancen sind groß, dass die 51-Jährige zur Vorsitzenden bestimmt wird. Damit würde erstmals eine Frau die 25 Millionen Protestanten repräsentieren.

Quelle: WELT ONLINE; Evangelische Kirche: Käßmanns unaufhaltsamer Marsch an die Spitze

Käßmanns unaufhaltsamer Aufstieg zur Macht, geht einher mit dem unaufhaltsamen Abstieg der evangelischen Kirche.

Dogmatischer Linksprotestantismus!?

Mai 3, 2009

Nach dem Streit über den Religionsunterricht in Berlin sollte die SPD langsam in die Gänge kommen, will sie ihre einst unangefochtene Dominanz im kirchlichen Protestantismus nicht in Gänze einbüßen. Zuletzt hat die SPD nicht selten selbstgewiss auf die Zustimmung der Kirchen in sozialen Fragen gebaut – sich aber im Gegenzug kaum um deren Interessen geschert.

Quelle: FAZ; EKD: Protestantisches Tremolo.

Aufschlussreich, der Kommentar über den „dogmatischen Linksprotestantismus“. Was immer man darunter versteht. Bisher dachte ich es geht um Gott. Jetzt wissen wir das um Parteien und Politik geht.