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Religion ist besser als Opium

April 26, 2010

Weil ich gerade wieder einmal diesen dämlichen Satz von Marx lese: „Religion ist das Opium des Volkes“, sei es nochmals angemerkt: Lieber Religion als Opium, Haschisch, Heroin oder Extasy, mit der sich ein Teil der Jugend vergiftet und sich die Zukunft verbaut. Religion ist nicht nur gesünder, sondern auch wesentlich sinnstiftender.

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Die Droge ist die Religion des Volkes

November 7, 2008

Obama hat in seiner Jugend reichlich Haschisch, Alkohol und Kokain konsumiert. Er war, schreibt er heuer in BILD, auf dem Weg zun Junkie. Er wollte, so Obama weiter, die Frage aus dem Kopf bekommen, „wer ich war“, „wollte meine innere Landschaft ebnen, meine Erinnerungen verwischen“. *)
Quelle: Bild; Hasch, Alkohol, Koks. Ich war auf dem Weg zum Junkie

Vergessen ist wohl das Motiv für jeden Drogenkonsum. Dass blöde Vieh auf der Weide weiß nicht, dass sein Leben völlig verkorkst ist. Der Rausch schaltet aus, was Mensch und Tier scheidet: das Bewusstsein. Dort kann es vergessen, dass seine Stammeltern vom Baum der Erkenntnis naschten. Vorher war das bewusstlose Paradies, hernach kam die Vernunft über Adam. Schon die Griechen, so moserte Platon**), stellten sich das Jenseits als Zustand ewiger Trunkenheit vor.

Marx nannte die Religion wohl deshalb die Droge des Volkes. Denn aus marxistischer Sicht, ist der Gottesglaube ein Versuch der „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ zu entkommen, die natürlich, weil aufklärerisch und rational durchdacht, nur nihilistische Antworten liefern können. Der aufgeklärte Mensch braucht keine religiösen Drogen. Er braucht andere.

Die Bibel kennt keine Drogen, nur „Zauberei“. „Pharmakeia“, dass Wort aus den Urtexten der Heiligen Schrift, lässt sich freilich auch anders deuten. Hexenzauber war immer auch profunde Kräuterkunde und Kräuter dienen noch heute als wirksame Drogen. Die taz kennt sich aus.
Quelle: taz; Kräuter zum Kiffen

Wenn die Bibel also Zauberei verbietet, dann nicht den Hokuspokus, sondern das Herstellen und Verbreiten von Drogen. Die Hexe war ein Drogendealer und die Inquisition eine hocheffiziente Drogenpolizei. Nicht nur, aber auch. Denn das, was Kräutermixturen bewirkten, musste dem mittelalterlichen Wissensstande nach, als böse Zauberei erscheinen.

Man sieht, der Kampf der Religion gegen Drogen und umgekehrt, währt schon länger, als die Neuzeit dauert. Wer Drogen nimmt, glaubt nicht an Gott. Er ist höchstens, wenn überhaupt, auf einem esoterischen Egotrip. Meist will er, wie Obama, nur den Hohepriestern des Rationalismus und Nihilismus entfliehen, vergessen das sein Leben sinnlos sein soll. Sehnsucht nach einem Paradies, die in der Hölle endet.

„Gott ist tot“, erklärt der aufgeklärte Nihilist und hofft der „religiösen Droge“ zu entkommen. In „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ doch, hier schließt sich der Kreis, hat er den Glauben nur durch Haschisch, Kokain, Heroin und andere Gifte ersetzt und der allgegenwärtige Kampf um die Liberalisierung der Drogengesetze ist nichts anderes als die verbrämte Einführung einer Ersatzreligion. Heute ist das Christentum keine „Volksdroge“ mehr. Die Droge ist vielmehr zur Religion des Volkes geworden.

***

Fussnoten:
*) Ein Junkie als Präsident. Na toll. Noch vor zehn Jahren hätte das „Outing“ seiner Kandidatur den Todesstoß versetzt. Jetzt wird es dazu führen, dass sein Beispiel als Torbrecher für eine weitere Liberalisierung des Drogengebrauches dient. In einigen Bundessstaaten sind bei dieser Wahl schon Drogengesetze gelockert wurden. Passend zu den wilden Jugendjahren des Nochnichtpräsidenten. Noch so ein „Fortschritt“, den der Kandidat in seiner Antrittsrede vergaß zu erwähnen.

**) „Noch lustiger spendet Musaios und sein Sohn den Gerechten das Gute von den Göttern: sie führen sie nämlich in ihrer Schilderung in die Unterwelt, lassen sie da sich lagern, veranstalten ein Gastmahl der Frommen und lassen sie da die ganze Zeit bekränzt mit Zechen verbringen, indem sie als den schönsten Lohn der Tugend ewige Trunkenheit betrachten.“
Quelle: Platon; Der Staat; Zweites Buch