Posts Tagged ‘Israel’

„Du siehst ja richtig sexy darauf aus“

August 18, 2010

Kommentar bei Facebook: „Du siehst ja richtig sexy darauf aus.“[1]

Allmächtiger: Fällt Frauen wirklich nichts Besseres ein? Und da werde ich beschimpft, wenn ich behaupte, dass sich Frauen ausschließlich über ihren Eros definieren. An genau solchen Bemerkungen, in meist unmöglichen Situationen, wird das besonders deutlich. Frauen kommen von der Venus, Männer vom Mars. Man stelle sich die umgekehrte Situation vor: Drei weibliche Gefangene, davor ein posierender Bewacher, bedacht mit ähnlichen Bemerkungen seiner Kameraden. Undenkbar, nicht wahr?

Abgesehen davon, dass die Bilder und die Kommentare höchst geschmacklos sind und gegen das Kriegsrecht verstoßen. Mit Abu Ghraib hat damit wohl nichts zu tun. Will ich zumindest hoffen.

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[1] Posing mit gefangenen Palästinensern: Israelische Soldatin verteidigt demütigende Facebook-Fotos; SPIEGEL ONLINE

U-Boote südwärts!

Juni 22, 2010

Die Bundeswehr muss sparen – und das bekommt auch die Marine zu spüren: Jetzt wurden sechs der insgesamt zehn U-Boote ausgemustert. Die Besatzungen der alten Boote sollen umgeschult werden.

Hamburg – Die Bundeswehr hat aus Geldnot mehr als die Hälfte ihrer U-Boot-Flotte stillgelegt und ausgemustert. Die sechs betroffenen Boote sollen verkauft oder verschrottet werden, wie ein Flottensprecher der Nachrichtenagentur DAPD bestätigte.[1]

Das wird sich Israel freuen, wenn man die Boote zu abwracken dorthin verschenkt.

[1] Sparkurs: Bundeswehr mustert sechs ihrer zehn U-Boote aus Politik.

Bedrohtes Drohpotenzial

Mai 4, 2010

„Die Vereinigten Staaten haben nicht nur die Bombe eingesetzt, sie bedrohen damit auch andere Länder, darunter meines“, sagte Ahmadinedschad. „Diejenigen, die als erste die Bombe eingesetzt haben, müssen zu den am meisten gehassten Menschen gehören.“ Die erste Atombombe wurde am 6. August 1945 von den USA gegen Japan eingesetzt.

Die USA hätten einen „Schatten der Angst“ über die Welt gelegt, polterte Ahmadinedschad. Der Besitz von Atomwaffen sei kein Anlass zu Stolz, „er ist widerlich und beschämend“, sagte er. „Und noch beschämender ist es, die Furcht vor diesen Waffen zu benutzen. Das ist mit keinem anderen Verbrechen in der Geschichte zu vergleichen.“ Ahmadinedschad wies erneut den Vorwurf zurück, sein Land strebe nach dem Besitz von Nuklearwaffen. Dafür gebe es „keinen einzigen glaubhaften Beweis“, sagte er.[1]

Man kann von Ahmadinedschad halten, was man will. Aber seiner Argumentation ist nichts hinzuzufügen: Mag im Kalten Krieg der Besitz von Atomwaffen eine abschreckende, somit friedenserhaltende Wirkung gehabt haben: Nach dessen Ende ist der exklusive Besitz solcher Waffen nichts anderes als typische Großmachtpolitik [2] mit erheblichen Erpressungspotentail gegenüber „unbotmäßigen“ Nicht-Atommächten wie dem Iran.

Es gibt bis heute, wie im Falle des Iraks, keinen einzigen schlüssigen Beweis für Behauptung, dass der Iran nach Atomwaffen strebt.[3] Die einzigen Mächte, die mit dem Einsatz von Atomwaffen drohten – um iranische Nuklearanlagen anzugreifen – waren die USA und Israel.[4] Die Behauptungen von Hillary Clinton sind genauso glaubwürdig, wie die des ehemaligen Außenministers Colin Powell[5] unter George W. Bush.

Zum anderen ist die These von der unmittelbaren Existenzbedrohung Israels durch eine iranische Bombe zutiefst unglaubwürdig. Vielmehr besitzen Staaten, die über Atomwaffen verfügen, ein glaubwürdiges Abschreckungspotenzial im Falle einer fremdländischen Aggression. Genau darum geht es: Das Drohpotenzial der bisherigen Atommächte, unter anderem Israels, verlöre erheblich an Wirkung, was das Machtgefüge im Nahen und Mittleren Osten erheblich verändern würde. Es geht mitnichten um die Existenz Israels, dieser Staat verfügt über ein erhebliches Abschreckungspotenzial, sondern um die Möglichkeit militärischer Intervention gegen die unbotmäßigen Eliten dortiger Regionalmächte, wie Afghanistan, Irak oder eben Iran. Es geht, wie immer in der amerikanischen Geschichte, um die Macht über die Märkte. [6]
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[1] Eklat auf Abrüstungskonferenz: Ahmadinedschad brüskiert USA mit Atom-Tirade – SPIEGEL ONLINE

[2] Wobei ich diesen Begriff für zunehmend überholt halte. Die Welt wird von Finanzmärkten regiert, deren multikulturelle Potentaten ein einziges Interesse verfolgen: Zugang zu allen „Märkten“ zu erhalten. „Nationale Interessen“ – auch die der USA – werden im zunehmenden Maße den Bedürfnissen dieser internationalen Finanzoligarchie geopfert, die den ganzen Planeten so behandelt, als wäre er ihr Privateigentum: siehe Finanzkrise.

[3] Vielmehr existiert eine mehrfach erneuerte „Fatwa“ von hohen iranischen (islamischen) Rechtsgelehrten gegen die Lagerung, den Bau und den Einsatz von Atomwaffen: FAZ; Atomwaffen sind unislamisch.

[4] SPON; Israel übte Angriff auf iranische Atomanlagen

[5] Unvergessen ist der Auftritt von Powell vor der UNO bei dem er nachweislich gefälschte oder frei erfundene Beweise vorlegte, um den Krieg gegen den Irak zu rechtfertigen: tagesschau; Powell bedauert seine Irak-Rede.

[6] 1854 erschien US-Admiral Matthew Perry mit einer Flotte von vier Kriegsschiffen im Hafen von Tokio und forderte die Japaner ultimativ auf, die Häfen für den offenen Handel mit den Vereinigten Staaten zu öffnen. Ähnliche Forderungen hatte Großbritannien – unter Kriegsandrohung – gegenüber dem isolationistischen China durchgesetzt.

„Israel rächt sich“

Januar 13, 2010

Seit einiger Zeit versuchen Israels Handels- und Verteidigungsminister, die angeschlagenen Beziehungen zur Türkei wieder zu verbessern. Eine andere Straegie verfolgt Außenminister Avigdor Lieberman. Er bestellte den türkischen Botschafter ein – und ließ diesen nach Strich und Faden demütigen.

Als Ajalon dann eintraf, wurde dem Gesandten nicht einmal ein Getränk angeboten, Ajalon verweigerte den Handschlag. Dann sagte er den anwesenden Journalisten auf Hebräisch, wichtig sei nur, dass die Zuschauer sähen, „dass der Botschafter niedrig sitzt und wir sitzen hoch und dass es nur eine Flagge gibt und dass wir nicht lächeln“.[1]

Genau so verhalten sich kleine Jungen im Kindergarten. Beunruhigend ist, dass diese kleinen Kinder offensichtlich Weltpolitik betreiben und über Atomwaffen gebieten.

[1] WELT ONLINE; Botschafter einbestellt: Israel rächt sich für hetzerische TV-Serie

Nationale Anmaßungen

Dezember 15, 2009

Das israelische Außenministerium rief die Londoner Regierung am Dienstag auf, das zugrundeliegende Gesetz für den Haftbefehl umgehend zu ändern, um die bilateralen Beziehungen nicht zu gefährden. Demnach können ausländische Staatsbürger in Großbritannien für im Ausland begangene Verbrechen belangt werden. Palästinenser verklagten Livni deshalb wegen der angeblichen Kriegsverbrechen während der Gaza-Offensive.

Quelle: SPIEGEL ONLINEGaza-Offensive: Israel empört über britischen Haftbefehl gegen Livni

Unabhängig davon, wie man die israelische Operation „Gegossenes Blei“ bewertet: Die Anmaßungen nationaler Gerichte werden immer unerträglicher. Auch jeder Deutsche könnte vor britischen Gerichten angeklagt werden – selbst für Taten, wie im Falle Zipi Livni, die in Deutschland gar nicht strafbar sind. Ich bin mir fast sicher, dass in einem solchen Falle sogar die Auslieferung eines deutschen Staatsbürgers an eine fremde Macht nicht auszuschließen ist. Nationale Gerichte sind nur für Verbrechen oder Vergehen zuständig, die innerhalb ihrer Grenzen begangen werden. Für nichts sonst. Schon die Verhaftung Pinochets aufgrund von angeblichen Verbrechen, die er in Chile begangen haben soll, war ein Skandal.

Geschlagen, gefilmt, beschimpft

November 5, 2009

In Hamburg haben Antisemiten aus dem Umfeld der Linkspartei die Aufführung des Filmes “Warum Israel” von Claude Lanzmann gewaltsam verhindert. Besucher der geplanten Vorführung wurden mit Faustschlägen abgewiesen, als „Judenschweine“ und „Schwuchteln“ verunglimpft, fotografiert und gefilmt. Die Linke hat sich zwischenzeitlich von dieser Aktion distanziert, auf ihrer Netzseite war allerdings tagelang eine Rechtfertigung dieses „Boykotts“ (im Goggle-Catch) zu lesen, in welcher der Film als „zionistischer Propaganda-Film“ bezeichnet wurde. Hamburger Alltag.

In der Selbstdarstellung dieser Gruppe finden sich Sätze wie der hier: „Die Grundpfeiler unserer Politik sind der Kampf gegen Rassismus, Sexismus, Faschismus, Kapitalismus und Imperialismus.“ oder der: „Nicht offen ist unser Laden für Leute, die rassistische, sexistische, faschistische, antisemitische oder zionistische Positionen vertreten.“

Obwohl es sich bei diesem Vorgang offenbar um einen Streit zwischen zwei linksradikalen Splittergruppen handelt, zeigt er exemplarisch die Notwendigkeit der Neujustierung des Kampfes gegen den politischen Extremismus. Allerdings, in Hamburg werden Polizei und Staatsanwaltschaft den Vorfall deshalb nicht bemerken, weil sie angestrengt in die andere Richtung schauen.

Quelle: taz; Hölle Hamburg

Gemeinsames Schweigen

Oktober 13, 2009

Israel has taken delivery of two German submarines ordered four years ago, a military spokesman said on Tuesday.

„We have received two Dolphin-class submarines built in Germany,“ he said, on condition of anonymity.

Quelle: AFP; Israel gets two more German submarines

Wenn es demnächst im Iran einschlägt, hat der deutsche Steuerzahler einen direkten Beitrag zur Sicherung des Weltfriedens geleistet.

Germany, which believes it has a historic responsibility to help Israel because of the mass murder of Jews in World War II, donated the first two submarines after the 1991 Gulf War. It split the cost of the third with the Jewish state.

Unsere hiesige „Qualitätspresse“ war so „frei“, den denkwürdigen Beitrag Deutschlands zur Wiedergutmachung deutscher Verbrechen im Zweiten Weltkrieg, weder zu erwähnen, noch zu kommentieren. Man nennt dieses gemeinsame Verschweigen wohl „Common Sense“ oder Pressefreiheit.

Erstaunliche Ehrung

Juli 23, 2009

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer, die Israel als „Apartheid-Staat“ beschimpft, ist ein Skandal zum Schaden Deutschlands. Der Bundespräsident hat einen Fehler gemacht.

Quelle: WELT; Skandalöse Ehrung einer Israel-Kritikerin

Felicia Langer ist eine grobschlächtige Stalinistin, die aus der Kommunistischen Partei Israels ausgetreten ist, weil ihr dieser Verein zu lasch geworden war. Auf ihrer Netzseite sieht sie sich in einer Reihe mit Angela Davis und Fidel Castro. Erstaunlich ist es schon, wer in diesem Lande neuerdings zu höchsten Ehren kommt.