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Bis zur nächsten Bildungsreise

Oktober 24, 2010

Mitglieder der Jungen Union gelten gemeinhin als strebsam und brav. Nun soll eine Bildungsreise von CDU-Nachwuchspolitikern aus Duisburg ausgeartet sein. Es geht um viel Alkohol, demolierte Hotelzimmer und zwei junge Frauen.[1]

Da schafft es eine aus dem Ruder gelaufene JU Bildungsreise bis in Spiegel. Die „Enthüllungsgeschichte“ sagt nichts über die Qualität von CDU-Bildungsreisen, aber viel darüber, auf welch erbärmlichen Niveau der Spiegel mittlerweile angekommen ist.

Ach was sage ich, nicht mal aus dem Ruder gelaufen, sondern völlig normal. Das Pflichtprogramm wird eher lustlos absolviert und KZ-Besuche habe ich früher auch geschwänzt. Ideologieresistenz ist nicht die schlechteste Eigenschaft für den Nachwuchs.

Im Vordergrund solcher „Bildungsreisen“ steht der Spaß – im Gegensatz zum Alltagstrott –, Gruppenerfahrung, Kameradschaft und Loyalität. Da werden Freundschaften geschmiedet, die oft genug ein ganzes Leben lang halten, deren Blut sogar dicker sein kann, als das der Familie. Im urbanen Umfeld sowieso. Im Übrigen, auch über künstlich errichtete politische Grenzen hinaus. Man kennt, man hilft sich. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Auf Menschlichkeit, nicht auf Politik.

Natürlich, die mitreisenden Fräuleins echauffieren sich, das haben sie immer getan. Wahrscheinlich deshalb, weil sie bei solchen Anlässen nicht im Mittelpunkt stehen, sondern die Jungmänner ihre Männlichkeit feiern,  der Sexus dabei stört, nicht der Sex. Das werden sie wohl noch dürfen, ohne dass die linke Journaille das zum Skandal stilisiert.

Und bitte: Für materielle Schäden kommt die Haftpflicht, der Papa, zur Not auch „die Partei“ auf. Wir haben früher auch die Sau rausgelassen und der alte Herr hat uns immer gedeckt. Für unsere Söhne, sofern sie noch unsere leiblichen Kinder sind, tun wir haargenau das Gleiche. Pech für die, die bloß eine Mutti haben.

Früher waren wir allerdings schlauer: Wenn schon Fräuleinwunder in der Bagage, dann sollen sie auch ihren eigenem Spaß haben. Unter sich. In manchen Kaffeekränzchen möchte ich nicht Mäuschen spielen. Ein Fräuleinprogramm muss man allerdings planen und straff organisieren. Geschlechtertrennung ist so schlecht nicht. Wenn die Hormone auf den Höhepunkt zutanzen, dann kommen beide Geschlechter auf ihre Kosten, um sich hernach, beidseits befriedigt, wieder zu separieren.

Die Weibchen brauchen am Morgen danach mehr Zeit um zu tratschen; daher ist das Frühstück um eine Stunde nach hinten legen und nur die Hälfte von dem Essen zu bestellen, was sonst üblich ist.

Entsprechend ist der Seminarplan zu straffen. Der Fototermin am Ehrenmal für sowjetische Vergewaltiger in Berlin Treptow muss leider ausfallen.

Bis zur nächsten Bildungsreise.

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[1] CDU-Nachwuchs in Duisburg: Jung, wild, betrunken – SPIEGEL ONLINE

Dienstpflicht auch für Frauen

November 23, 2009

Die geplante Verkürzung der Wehrpflicht wird Lücken in die Sozialsysteme reißen. Deshalb will die Junge Union künftig alle jungen Männer zum Dienst verpflichten. Voraussetzung für die allgemeine Dienstpflicht wäre eine Änderung des Grundgesetzes. Doch die wird nicht einmal in der Union unterstützt.

Quelle: WELT ONLINE; CDU-Nachwuchs: Junge Union fordert Dienstpflicht für alle Männer

Warum eigentlich nur Männer? Das Kinder-Argument fällt weg – siehe demographische Entwicklung. Die Garantie für Kindergärten- und Krippenplätze sollte darüber hinaus selbst bei Schwangerschaft oder Kleinkind eine Dienstpflicht für junge Frauen problemlos möglich machen. Wenn schon Gender, dann aber richtig.

Ansonsten bin ich dafür Dienst- und Wehrpflicht abzuschaffen. Die gegenwärtigen und künftigen Aufgaben der Bundeswehr benötigen eine Berufsarmee. Wehrwillige sollten sich auf Zeit verpflichten können.

Heuchler

Februar 21, 2009

Missfelder, dieser missratene „Apparatschik“ der „Jung“-CDU, legt sich nach seiner missglückten Attacke auf die Hüftgelenke der Rentner, nun mit einer Klientel an, die scheinbar leichter zu erlegen ist, als wehrhaften Grauen Panter: den gewöhnlichen Hartz IV Empfänger. Er, der Missfelder, behauptet nämlich, zum Ärger der Sozialmafia von Münteferings und Lafontaines Gnaden, dass die Erhöhung der Hartz IV Bezüge eine indirekte Subvention für die Tabak- und Alkoholindustrie ist. Denn dahin flösse jeder Erhöhungsgroschen augenblicklich ab.

Heuchler. Elender.

Natürlich ist es eine Subvention. Und dagegen hätte die Nachgeburt Kohls auch in Wahrheit nichts einzuwenden, wenn diese Gelder ohne Umwege direkt in die Taschen der Vorstände jener inkriminierten Konzerne geflossen wären. So aber, und dies ist der wahre Grund für den Ärger des 29jährigen „Jungspundes“, wirken die in Aussicht gestellten Moneten wie eine illegale Wahlkampfspende für das Sozipack und angehängte Genossen. Wählt uns, so die frohe Botschaft, und ihr braucht nimmer mehr darben. 

Zumindest nicht, was den Alkohol- und Zigarettenkonsum angeht. So heucheln sie beide: Die Sozialmafia, die Wahrheit von jenen Geldern lebt, welche die Geselschaft für die wirklich Bedürftigen bereitgestellt hat und ihre Kritiker, die den Mamon lieber gleich und ohne revolutionäre Umwege in den Taschen der „Reichen und Schönen“ sehe. Denn schließlich, so die traurige Botschaft der „Finanzkrise“, darben Letztere, wenigsten zurzeit, nun wirklich am meisten.

Was für eine scheinheilige Gesellschaft.

Quelle: Welt-Online; JU-Chef Mißfelder verteidigt Hartz-IV-Äußerungen

Der Autobahn-Reflex

September 12, 2008

Ein nunmehr ehemaliges Mitglied der Jungen Union, Danny Freymark, der sich unter anderen auf dem sogenannten „Störungsmelder“ im Kampf gegen rechts hervortat, ist nun selbst der Nazi-Keule zum Opfer gefallen. Die Vorwürfe kreisen um ein dubioses, drei Jahre altes Video, indem drei JU-Mitglieder Neonazis spielen. Was umgehend den Autobahn-Reflex des CDU-Landesgeschäftsführers Dirk Reitze auslöste: Das geht gar nicht. Inzwischen sind die Burschen aus JU ausgetreten.
Quelle: Tagesspiegel; Empörung über Naziparolen von CDU-Nachwuchs