Posts Tagged ‘Kachelmann’

Die Vergewaltigung der Justiz

Februar 1, 2011

Im Kachelmann-Prozess schildert Rechtsmediziner Mattern, wie er die vermeintliche Tat rekonstruierte. Seine Frau und die Nebenklägerin mussten leiden.[1]

Der Kachelmann-Prozess ist eine Farce. Hier steht Aussage gegen Aussagen, Gutachten gegen Gutachten. Das Gericht kann hier höchstens danach entscheiden, welcher Gutachter die bessere Figur und welcher glaubwürdiger herüberkommt. Das hat mit Recht nichts mehr zu tun. Hier wird die Justiz, wenn schon Vergewaltigung das Thema ist, schlicht und ergreifend missbraucht. Wie immer, wenn sich die Legislative anmaßt bis unter die Bettdecke seiner Bürger zu regieren.

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[1] Treten und kratzen: Die rabiaten Methoden des Kachelmann-Gutachters;  WELT ONLINE.

Schläge, Peitschen, Fessel-Sex

Juli 19, 2010

Seit 121 Tagen sitzt Kachelmann in U-Haft. Er soll seine Freundin vergewaltigt haben. Nun, Polanski hatte nur Hausarrest und ist zwischenzeitlich wieder frei. Dabei hat der – selbst zugegeben – eine 13jährige missbraucht. Alles das – eigentlich gähn: Wer monogam lebt, hat derartige Probleme nicht.

Was aber BILD heute als Titelstory in Sachsen bringt, das haut selbst mir die Füße unter dem Boden weg: Nachdem schon ein Gutachten erhebliche Zweifel an der Aussage der Frau aufkommen ließ, so sind die jetzt bekannt gewordenen Sexualpraktiken doch wohl die absolute Krone auf die Satire der Vergewaltigungsstory: Die Dame ließ sich – einvernehmlich – fesseln, prügeln, peitschen und erniedrigen. Ein Porno also. Sollte man denken. Mein Gott Kachelmann – ab heute traue ich nicht einmal mehr ihren Wettervorhersagen. (Für die Eingeweihten: zu viel Blüher gelesen.)

Dafür sitzt Kachelmann seit 121 Tagen im Knast. Polanski hat es auf gerade mal 70 Tage gebracht. Im Hausarrest, nicht in U-Haft. Mancher Totschläger kommt schon beim ersten Haftprüfungstermin frei. Ist Totschlag, gemessen an Vergewaltigung, ein Kavaliersdelikt? Hierzulande offenbar.

Nein, ich habe kein Mitleid mit Kachelmann. Der Fall allerdings, beleidigt mein Rechtsempfinden.