Posts Tagged ‘Netzpolitik’

Februar 7, 2011

Frauen in Unternehmensvorständen machen die Gremien „farbiger“ und „schöner“. Mit dieser Äußerung hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für Kopfschütteln innerhalb und außerhalb seines Instituts gesorgt.[1]

Ackermann hat unrecht, denn die Frauen, die es in Vorstände schaffen, sind mindestens genauso alt, verschrumpelt und grau wie die Männer, die dort sitzen. In dem Alter ist das Geschlecht entweder nicht mehr unterscheidbar oder vollkommen belanglos.

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[1] Weibliche Führungskräfte: Ackermann erntet Kopfschütteln für Frauenbemerkung; FOCUS Online.

Idealistische Illusionen

Januar 24, 2011

Die Openleaks-Plattform soll in jedem Fall neutral sein. „Wenn sie jedem Einzelnen zur Verfügung steht, ist das ein neutraler Ansatz. Das ist sehr wichtig, sie darf nicht als politisches Instrument missbraucht werden und keiner politischen Agenda folgen. Zu der Neutralität gehört für Domscheit-Berg auch, nicht mit bestimmten Medien zu kooperieren, die Dokumente zuerst veröffentlichen dürfen. Genau das habe Wikileaks zum politischen Akteur gemacht, ebenso wie die Entscheidung, wann bestimmte Informationen veröffentlicht wurden. „Genau diese Rolle als politischer Akteur wollen wir bei Openleaks nicht haben.“[1]

Immer dieselben Illusionen: Gerade wenn die Plattform jedem offen steht, wird sie in kürzester Frist zum Spielball diverser Gruppeninteressen. Das bewies und beweist die Plattform WIKIPEDIA, die ganz offensichtlich als politisches Instrument benutzt wird und die ganz und gar nicht neutral ist. Schon der Anspruch der Neutralität ist idealistischer Nonsens.

In jedem offenen System bilden sich Interessengruppen und es übernimmt diejenige die Macht, die am schnellsten reagiert und am straffsten organisiert ist. Der Einzelne hat nichts zu melden, schon deshalb, weil seine Ressourcen sich mit denen verbundener Player niemals messen können.
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[1] Wikileaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg: Wie Openleaks die Welt verbessern soll; FOCUS Online.