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Der Zufall ist das Gesetz

September 2, 2010

In New York hat ein 22-jähriger junger Mann einen Sturz aus dem 39. Stockwerk überlebt – Bei dem Selbstmordversuch landete er in einem Auto – Der Besitzer des Autos glaubt, dass die Rosenkränze in dem Auto den Mann das Leben gerettet haben. [1]

Ob mit oder ohne Rosenkranz. Das Ereignis ist, sollte es sich so zugetragen haben, allein aufgrund der äußerst geringen statistischen Wahrscheinlichkeit, ein reinrassiges Wunder. Und es gibt solche Wunder überall auf der Welt, ohne das katholische Utensilien irgendeine eine Rolle spielen.

Wunder sind Ausdruck, ja Beweis von Gottes Allmacht, seiner absolutistischen Willkür, seines Triumphes über die Laplaceschen Dämonen, über den Schicksalsglauben, den Determinismus und dumpfen Atheismus.

Wer an Gott glaubt – oder auch profaner, an bestimmte Ansätze des neueren mathematisch-physikalischen Denkens-, der glaubt an kein Schicksal, an kein Gesetz, sondern nur daran, dass jederzeit alles und jedes möglich ist. Es gibt kein Naturgesetz, allenfalls statistische Wahrscheinlichkeiten mit denen bestimmte Ereignisse eintreten – oder auch nicht, wie das New Yorker Beispiel wieder einmal schlagend zeigt: Der Zufall, die Willkür, die Allmacht ist das Gesetz.

[1] KATH.NET – Rosenkranz-Wunder‘ in New York?.

Wunder Glaube

Mai 29, 2009

Selten hat die Welt ein paar Wunder besser gebrauchen können als heute. Das Problem: Echte Mirakel passieren kaum noch. Und daran sind ausgerechnet die Katholiken schuld.

Quelle: FTD.de; Out of Office: Kein Wunder!

Zu Zeiten der Finanzkrise sorgt sich ausgerechnet das Zentralorgan der Finanzhaie und Börsenspekulanten (FTD) um das Verschwinden katholischer Wunder.

In einer Gesellschaft, in der die Wissenschaft den kindlichen Alleinvertretungsanspruch auf alles Unerklärbare einfordert, kann der Wunderglaube nur noch in den Nischen gedeihen, die eine dort hilflose Wissenschaft meidet wie der Beelzebub das göttliche Licht: an den Börsen beispielsweise. Sie gelten als letzte Zuflucht der Fantasie, auch wenn sie sich nur an den horrenden Gewinnerwartungen schwankender Börsenkurse abarbeitet.

Hier sind die nervenden Erklärbären unwillkommen, hier herrschen Wirtschaftsweise, Ökonomen, Börsengurus und sonstige Scharlatane über das was gedacht und was geglaubt werden darf. „Vielleicht kommt ja jemand und heilt die Weltwirtschaft durch Handauflegen“, heißt es ironisch im letzten Satz des Textes. Der Glaube an ein Wunder ist die letzte Hoffnung aller Spekulanten. So verzweifelt täuscht mich, ist selbst ein wunder Glauben eines katholischen Bischofs nicht.